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Battlefield 6 im Test: Multi ist mega - und der Solomodus auch richtig gut

Gelungene Baller-Kampagne plus große und dynamische Mehrspielergefechte: Battlefield 6 ist endlich wieder bei sich selbst angekommen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Battlefield 6 (Bild: Electronic Arts)
Artwork von Battlefield 6 Bild: Electronic Arts

Seit vielen Jahren gewinnt Call of Duty alljährlich den Kampf an der Ladenkasse um das umsatzstärkste Actionspiel. Nun wagt Electronic Arts mit Battlefield 6 nach mittelguten Serienteilen den überfälligen Neustart – mit aufwendigem Singleplayer und einem glaubwürdig inszenierten Multiplayer inklusive Fahr- und Fluggerät sowie klar definierten Klassen.

Bevor wir uns dem Multiplayer widmen, lohnt sich der Blick auf die nur solo spielbare Kampagne – die ist nämlich erstaunlich gut geworden.

Wir steuern einen Elitesoldaten des Squads Dagger 1-3, meist Gunnery Sergeant Dylan Murphy, aus der Ich-Perspektive durch eine lineare Abfolge aus Feuergefechten. Dazu kommen Zwischensequenzen und gelegentlich ruhige Momente, aber keine echten Schleicheinsätze.

Battlefield 6 geht keine Risiken ein: Die Kampagne ist wuchtig inszeniert und erinnert mit schnellen Schusswechseln, dichten Levels und kurzen Dialogen stark an die Solomodi von Call of Duty.

Erst nach und nach fällt auf, dass die Handlung etwas nachvollziehbarer ist, weil das Spiel uns näher bei unserem Squad hält. Wir wissen stets, wo wir sind, wen wir steuern und warum wir kämpfen. Durch die gemeinsamen Einsätze entsteht sogar so etwas wie ein Teamgefühl – aus Call of Duty kennen wir das in dieser Form nicht.

In Battlefield 6 gibt es kein unbegrenztes Nachrücken von Feinden, sondern Gefechte mit klarem Ende. Munition ist selten knapp, das Wiederbelebungssystem aus dem Multiplayer greift auch hier. Nach mehreren Einsätzen muss der Defibrillator allerdings wieder aufgeladen werden.

Die Missionen schicken uns nach Georgien und Gibraltar, in ein düsteres Kellersystem mit Weltkriegsmuseum, nach New York und in eine Berglandschaft, in der wir Flugabwehrstellungen zerstören. Die Schauplätze wirken glaubwürdig und abwechslungsreich, Grafik und Beleuchtung sind hervorragend.

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Wenn wir uns nachts durch Rauch und Nebel kämpfen, Schüsse im Dunkel aufblitzen und die Taschenlampe grelle Schatten an Betonwände wirft, wirkt das intensiver als viele Zwischensequenzen.

Schade: Nach rund sechs Stunden ist die Kampagne schon wieder vorbei – solide, filmreif und mit einigen emotionalen Momenten, aber ohne größere Überraschungen.

Im Mittelpunkt von Battlefield 6 steht aber der Multiplayer. Wir konnten für diesen Artikel kurz vor der Veröffentlichung rund 20 Stunden auf Servern von Electronic Arts mit anderen Pressevertretern und Influencern spielen – also nicht unter Volllast im Regelbetrieb; den Editor Portal konnten wir noch nicht ausprobieren. Er dient künftig der Erstellung eigener Spielregeln und Rotationen.

Bereits in der offenen Beta konnten Interessierte einen ersten Eindruck gewinnen – und der hat sich in unseren Partien durchgehend bestätigt. Die aktuelle Version enthält sämtliche seit der Beta angekündigten Verbesserungen.

Rückstoß, Trefferfeedback und Animationen sind klarer, die Bedienung per Maus und Tastatur ebenso wie per Gamepad wirkt flüssiger, und Bewegungen wie Sliden oder Springen während des Schießens fühlen sich endlich organisch an.

Praktisch: Der neue Schießstand (lädt blitzschnell!), erlaubt es uns, Waffen und Rückstoßverhalten bequem auszuprobieren.

Dynamisches Kampfgeschehen

Die Time-to-Kill liegt spürbar unter Battlefield 2042, aber über Battlefield 3 – Kopftreffer sind entscheidend, längere Feuerstöße lohnen selten. Das ermöglicht ein taktischeres Spielgefühl.

Besonders eindrucksvoll ist, wie lebendig und veränderlich die Schlachtfelder wirken. Nach ein paar Minuten ist auf kaum einer der Karten noch etwas intakt: Mauern sind zerborsten, Gebäude brennen, Rauch liegt über Hügeln oder in den Straßen.

Die Zerstörung ist weit mehr als nur Kulisse, sie verändert die Laufwege und Sichtlinien und sorgt dafür, dass sich die Frontlinien ständig verschieben. Besonders stark: Karten führen uns natürlich von Deckung zu Deckung, ohne uns zu zwingen – ein großer Fortschritt gegenüber früheren Teilen.

In Eskalation etwa, einem der neuen Modi, kämpfen wir anfangs verteilt über mehrere Sektoren. Während die Teams ihr Territorium erweitern, bleiben immer weniger Ziele übrig, wodurch die Intensität der Kämpfe mehr und mehr zunimmt und schließlich in einem dramatischen Finale mündet, bei dem alle 64 Spieler um die letzten Punkte ringen.

Diese Endphasen sind unübersichtlich, fordernd – und der Inbegriff dessen, was Battlefield ausmacht.

Eine Stärke sind die großen Karten wie das Mirak-Tal, ein weitläufiges Gebirgstal mit Dörfern, Feldern und Flussbetten. Und in der Neuauflage von Operation Firestorm heben Jets vom Rollfeld ab, während über uns Helikopter kreisen und am Boden Panzerkolonnen durch Industrieanlagen brechen.

Beide Karten liefern das, was Fans seit Jahren fordern: nachvollziehbare Frontlinien, glaubwürdige Dynamik und genug Raum, um als Infanterist, Panzersoldat oder Pilot den Unterschied zu machen.

Die vier Klassen Sturm, Pionier, Versorgung und Aufklärung sind klar voneinander abgegrenzt. Jede Rolle hat eigene Gadgets und Spezialfähigkeiten, die sich mit der Zeit verbessern und zum Teamplay beitragen.

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Besonders der Sturmsoldat, der etwa mit Leitern neue Angriffswege eröffnet, macht das Spiel taktisch vielseitiger. Battlefield 6 ist damit deutlich kooperativer geworden – wer allein kämpft, hat kaum Chancen. Waffen sind flexibel, aber Gadgets und Klassentalente bestimmen die Rolle.

Panzer wirken gefährlich, aber konterbar; Helikopter sind mächtig, verlieren in engen Endphasen aber deutlich an Dominanz. Die Fahrzeugsteuerung am Boden ist präzise und glaubwürdig, Treffer hinterlassen sichtbare Spuren, und zerstörbare Deckung verändert die Situation laufend. Das Zusammenspiel zwischen Infanterie, Fahrzeugen und Luftunterstützung funktioniert besser als seit vielen Jahren.

Ein klassischer Server-Browser fehlt, offizielle Partien laufen über Matchmaking. Eigene Set-ups sind für Portal vorgesehen. In unseren Testrunden kam es vereinzelt vor, dass leere Plätze mit Bots aufgefüllt wurden – wie oft das im Live-Betrieb passiert, bleibt abzuwarten. Auf PC setzt EA auf das neue Anti-Cheat-System und sichere Systemstarts, inklusive Uefi/Secure-Boot-Anforderungen.

Battlefield 6: Verfügbarkeit und Fazit

Wir haben ausschließlich die PC-Version gespielt, die während des gesamten Tests stabil lief und mit kurzen Ladezeiten, sauberen Animationen und konstant hoher Bildrate überzeugte. Auf Playstation 5 und Xbox Series X|S soll das Spiel laut EA im Performance-Modus bis zu 120 fps erreichen. Auf Konsolen stehen außerdem Qualitäts- und Performance-Modi zur Wahl.

Die von EA veröffentlichten Systemanforderungen decken sich mit unseren Erfahrungen: Mit einer Geforce RTX 4070 oder Radeon RX 7800 XT sind in 1440p problemlos über 100 fps möglich, für 4K empfiehlt sich eine stärkere GPU. Raytracing spielt zum Start keine Rolle, dafür ist die Performance durchweg stabil.

Parallel zum Start haben die zuständigen Battlefield Studios(öffnet im neuen Fenster) eine Roadmap für die erste Season vorgestellt. Ab dem 28. Oktober erscheinen monatlich neue Inhalte, beginnend mit einem Update namens Unautorisierte Operationen, das die Karte Blackwell-Ölfelder, den 4v4-Modus Angriffspunkt und zusätzliche Waffen bringt.

Mitte November folgt Kalifornischer Widerstand mit der Karte Eastwood und dem Modus Sabotage für 8-gegen-8-Gefechte, im Dezember schließlich die Winter-Offensive mit einem saisonalen Event.

Alle spielrelevanten Inhalte sind für Besitzer des Spiels kostenlos oder durch Fortschritt freischaltbar. Ein zusätzlicher Season Pass mit kosmetischen Extras ist wahrscheinlich, aber noch nicht bestätigt. Zum Testzeitpunkt war kein Echtgeld-Shop aktiv; Details zur Monetarisierung sind offen.

Battlefield 6 basiert auf der neuesten Version der Frostbite-Engine von Electronic Arts. Das Actionspiel erscheint am 10. Oktober 2025 für Windows-PC (Steam, EA App und Epic Games Store), Playstation 5 und Xbox Series X/S.

Die deutsche Sprachausgabe im Multiplayer ist gelungen, in der Kampagne klingen einige Stimmen etwas zu sehr nach Synchronisation – ein großes Problem ist das aber nicht. Die USK hat eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt.

Fazit

Battlefield 6 bietet eine kurze, aber sehens- und spielenswerte Kampagne. Sie ist nicht übertrieben komplex, dafür schön inszeniert, flott erzählt und angenehm klar in Aufbau und Zielsetzung. Wer kinoreife Shooter-Action mag, bekommt hier ein intensives, aber überschaubares Erlebnis.

Den wahren Reiz entfaltet das Spiel jedoch im Multiplayer. Die großen Karten, das präzise Gunplay, die klaren Klassen und die glaubwürdig umgesetzte Zerstörung bringen das zurück, was Battlefield einst ausgemacht hat. Wenn Panzer durch brennende Dörfer rollen, Rauch über die Hügel zieht und jeder Quadratmeter umkämpft ist, entfaltet das Spiel seine ganze Kraft. Großartig!

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Die Technik lief bei uns stabil, die Atmosphäre stimmt, und das Zusammenspiel zwischen Infanterie, Fahrzeugen und Luftunterstützung funktioniert besser als seit vielen Jahren. Die Serie hat den richtigen Kurs gefunden.

Nach Jahren steht Battlefield 6 wieder für das, was sie groß gemacht hat: glaubwürdige Stimmung, Teamarbeit – und diese ganz eigene Mischung aus Chaos und Kontrolle.


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