Battlefield 1942 im Retro-Review - Sprechtext des Videos als Fließtext

Zur Jahrtausendwende haben Ego-Shooter mit Story-Elementen und interessanten Charakteren die klassischen Ballerbuden im Stile von Doom abgelöst. Klassiker wie Half Life und Halo: Kampf um die Zukunft sind nur zwei solcher Titel.

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Dem Entwicklerstudio Dice und Publisher Electronic Arts war dieser Umstand sicherlich bewusst. Und trotzdem folgten beide Unternehmen einem komplett anderen Trend: Mehrspielerschlachten mit möglichst vielen Teilnehmern über Netzwerk und Internet waren schon 2002 etwa durch die Half-Life-Mod Counter Strike enorm im Kommen. Story war out, Mehrspieler war in.

Im September 2002 erreichten EA und Dice dann die bis dahin wohl unerreichte Spitze des Mehrspielererlebnisses: Battlefield 1942 war größer und wuchtiger als jeder Shooter zuvor. Der Titel schrieb so Geschichte mit einem geschichtlichen Szenario, dem Zweiten Weltkrieg.

Zur dieser Zeit mussten sich die Entwickler nicht mehr allzu stark mit moralischen Fragen zur an sich dunklen Epoche der Geschichte auseinandersetzen - diese Herausforderung bewältigte 1999 bereits der Weltkriegsshooter Medal of Honor, welcher wiederum von Steven Spielbergs Filmklassiker "Der Soldat James Ryan" inspiriert wurde. Battlefield brachte viel mehr eine neue Dimension und regelrechtes Chaos in die bis dahin eher linearen Gameplayelemente in Shootern.

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Die Story in Dices Mehrspielertitel schreiben dabei nicht die Entwickler, sondern wir selbst. Auf riesigen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs stehen sich maximal 64 Spielerinnen und Spieler gegenüber. Von den Stränden in Omaha Beach bis in die libysche Wüste: In Battlefield 1942 werden diverse historische Schauplätze zu neuem virtuellem Leben erweckt.

Kampf der Klassen

Ein selten gesehenes Novum: Battlefield gibt uns vor dem Einstieg in die Schlacht eine Auswahl an vordefinierten Klassen: dem Ingenieur, Sturmsoldaten, Sanitäter, Scharfschützen oder Panzerabwehrsoldaten. Jede davon erhält ein eigenes Arsenal an Waffen und Werkzeugen.

Reparieren wir mit dem Ingenieur Fahrzeuge, können wir als Sanitäter Medizintaschen an unsere Mitstreiter verteilen. Jede Klasse ist auf eine Sache spezialisiert. Teamwork und Koordination sind der Schlüssel zum Sieg.

Den Grundstein für das Chaos, und die Essenz aller Battlefield-Spiele bis heute, legen allerdings die vielen verschiedenen steuerbaren Fahrzeuge im Spiel. In 1942 ist es möglich, Panzer zu fahren, mit Landungsbooten zu schwimmen, mit dem Jagdflugzeug hitzige Luftgefechte zu schlagen oder mit einem riesigen Schlachtschiff die Küste Iwo Jimas unter Beschuss zu nehmen.

2002 gab es wenige Spiele, die überhaupt steuerbare Fahrzeuge, geschweige denn ganze Schiffe und Flugzeuge, boten. Eines davon ist das in Deutschland nie erschienene und generell wenig erfolgreiche Codename Eagle, auf dessen Gameplay Battlefield 1942 auch zum Teil aufbaut. Kurz vor Battlefield erschien zudem der ebenfalls als Klassiker angesehene Konsolenshooter Halo, in dem wir in Panzern, Raumschiffen und Warthogs auf Spritztour gehen.

Revolutionär erscheint Battlefield dann, wenn auf dem Bildschirm auf einmal Dutzende Fahrzeuge am Boden kämpfen, während sich gleichzeitig über ihnen Geschwader aus Bombern und Jägern in der Luft beharken.

Die Modelle basieren auf echtem, im Zweiten Weltkrieg verwendeten Kriegsgerät - vom Panzer IV bis hin zur japanischen Zero. Der Detailgrad von Figuren und Vehikeln geht weit. Selbst die Gesichter der Spielfiguren werden animiert.

Battlefield 2042

Ein Soundtrack wie ein Ohrwurm

Die Authentizität und das wuchtige Sounddesign tragen ihren Teil zur dichten Atmosphäre bei, wenn Granaten fliegen, Panzerabwehrraketen an uns vorbeipfeifen oder Sturzkampfbomber mit heulenden Sirenen auf uns herabschießen. Das ruft ein Mittendringefühl hervor, welches 2002 in kaum einem anderen Spiel aufkam. Nicht umsonst ist der ikonische Soundtrack auch heute noch ein echtes Highlight der Serie.

All die Willkür hat allerdings ein System: ein System namens Conquest. Dice und EA führten den Spielmodus in einer Zeit ein, in der es in Shootern zum großen Teil um Abschüsse ging. Conquest zwingt uns allerdings dazu, im Team zu spielen. Anders kann die Schlacht nicht gewonnen werden, denn es geht darum, einzelne Stützpunkte durch das Einnehmen einer Flagge für die eigene Fraktion zu erobern.

Halten wir dann mehr Flaggen als unsere Kontrahenten, sinken die verbleibenden Tickets des gegnerischen Teams automatisch herab. Das Team, das nach Rundenende mehr Tickets übrig hat, gewinnt die Partie. So spielt sich jedes Match in Battlefield 1942 unterschiedlich, jede Runde ist ihre eigene kleine Geschichte. Aus Chaos wird Spaß, aus einer Abschussjagd wird dynamisches Teamplay.

Das Konzept von Battlefield 1942 funktionierte gut. EA konnte bis 2006 27,1 Millionen US-Dollar durch die Marke einnehmen. Mehr als 3 Millionen Kopien gerieten in die Hände von Fans rund um den Globus. Das Grundspiel selbst wurde von Community und vom Entwicklerstudio gleichermaßen gut unterstützt. Dice veröffentlichte mit Road to Rome und Secret Weapons of World War 2 gleich zwei Inhalts-Addons in den Folgejahren. Diese brachten neue Karten der historischen italienischen Front und experimentelle Waffen wie Jetpacks und Düsenjäger.

Die Community macht den Unterschied

Allem voran bleibt den meisten Veteranen sicher die Community-Mod Desert Combat in Erinnerung. Diese schickt uns Jahrzehnte voraus in das Szenario des ersten Golfkrieges. Statt Tiger-Panzer fahren wir amerikanische Abrams und Bradleys. Das modernere Szenario brachte auch komplett neue Elemente wie Hubschrauber und Raketenartillerie.

Die schiere Masse an Inhalten und eine leidenschaftliche Community machten aus Battlefield 1942 schnell einen Klassiker auf jeder LAN-Party. Da wundert es wenig, dass Dice und EA in den Folgejahren weitere Battlefield-Spiele entwickelten.

Battlefield: Vietnam sandte uns in die Dschungel des Vietnamkrieges. Wie der erste Teil basiert der Ableger auf der für Battlefield 1942 entwickelten Refractor-Engine. Erst später übernahm Battlefield 2 im Jahr 2005 das moderne Kampfgeschehen der Desert-Combat-Mod und eine realistischere Physik-Engine mit Refractor 2. Später stellte Dice dann auf die Frostbite-Engine um, die auch mehr zerstörbare Umgebungen und weitere Partikeleffekte darstellen konnte.

Diese kam auch bei einem Ableger für Xbox 360 und PS3 zum Einsatz: Battlefield 1943 hatte nur wenige Maps und erleichterte kurze schnelle Spiele durch eine unkomplizierte Steuerung per Gamepad. Auch Ende 2021 sind die Server noch online.

Bis heute verwendet Dice die Frostbite-Engine in Battlefield-Spielen. Das gilt auch für den aktuellen Vertreter der Serie: Battlefield 2042. Chaos und Teamplay sind übrigens immer noch Grundsteine für das gesamte Franchise. Ersteres vermarktet EA mittlerweile sogar als großes Plus der Serie. Diese Battlefield-Momente haben ihren Anfang bereits 2002 genommen.

Fast 20 Jahre später bleibt Battlefield 1942 also ein Klassiker für viele Genre-Fans. Das ist auch EA bewusst: Nicht umsonst können Spieler im aktuellen Battlefield zumindest zwei der vielen Schauplätze des Originals in neuer Grafik neu erleben.

Das ist fast so wie früher, nur ohne Röhrenmonitor.

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 Battlefield 1942 (2002): Flugzeuge, Chaos, Battlefield-Momente
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minnime 20. Dez 2021 / Themenstart

Vielleicht muss man noch weiter zurück bis Anfang der 90er und dann vielleicht nicht...

unbuntu 20. Dez 2021 / Themenstart

Das fand ich schon bei BF2 traurig, dass man mal eben Schiffe und Uboote gestrichen hat...

the_Imperator 20. Dez 2021 / Themenstart

Vielen Dank für die Referenz zu "Codename Eagle" - das habe ich tatsächlich auf einer LAN...

Kilpikonna 19. Dez 2021 / Themenstart

Desert Combat. War einmal auf ner Karte, auf der einer recht gut mit dem Hubschrauber...

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