Battle Aces Vorschau: Großangriff statt Basisbau für Echtzeit-Strategen

Erst das Hauptquartier, dann die Mannschaftsquartiere und wenig später eine Fabrik: Uns macht es Spaß, in einem Strategiespiel eine Basis aus dem Boden zu stampfen. Aber manchmal macht es uns noch mehr Spaß, mit einer übermächtigen Armee das Lager des Feindes zu stürmen und alles kaputt zu schießen.
Genau darauf will das Battle Aces fokussieren. Trotzdem sollen Strategie und Taktik in dem Titel von Uncapped Games eine entscheidende Rolle spielen. Golem.de konnte den Titel im Rahmen des Summer Game Fest 2024 bei dem Entwicklerstudio rund eine halbe Stunde testen.
Uncapped Games hat seinen Sitz in Kalifornien, in der Nähe von Blizzard. Das ist kein kurioser Zufall: Firmengründer und Senior Game Designer David Kim und ein großer Teil des Teams haben früher bei Blizzard gearbeitet, Kim war einer der entscheidenden Designer von Starcraft.
Ein Teil der Grafik von Battle Aces erinnert sogar vage an den Strategieklassiker, geht spielerisch aber eigene Wege. Der Basisbau ist mit dem Drücken der Z-Taste erledigt. Es gibt Arbeiter und Elemente wie Ressourcen sammeln. Darum müssen wir uns aber keine Sekunde kümmern, alles läuft automatisch.
Unsere erste wichtige Entscheidung fällen wir stattdessen unmittelbar vor dem Beginn der Partie: Aus acht verfügbaren Einheiten wählen wir per Mausklick zwei für den Start aus – idealerweise eine, die gegen feindliche Bodentruppen und eine, die gegen Luftstreitkräfte vorgehen kann.
Dann suchen wir noch Fabrikanlagen aus, was über den Tech-Pfad und somit über die Aufrüstungsoptionen entscheidet. Darüber gibt es – stark vereinfacht gesagt – etwas später in den Matches weitere Kampftruppen.
Unmittbar nach dem Spielstart können wir über speziell zugewiesene Tasten gleich Massen unserer beiden Starteinheiten produzieren. Wir müssen also nicht unser Hauptquartier suchen und dort auf Schaltflächen klicken, um Bauaufträge zu erteilen.
Stattdessen haben wir nach ein paar Sekunden eine riesige Armee und können die nächste Entscheidung treffen: Greifen wir mit der genannten Tank-Rush-Taktik – auch ohne Tanks im engeren Sinne – die gegnerische Basis an und erringen unter Umständen einen schnellen und einfach Sieg?
Oder verschaffen wir uns mit etwas mehr Aufwand erst bessere Technologien, um stärkere und mehr Einheiten zu erlangen? Viel Zeit haben wir nicht: Jede Partie in Battle Aces dauert maximal zehn Minuten, es gibt ausschließlich Multiplayer mit den Modi 1 vs.1 oder 2 vs. 2. Wir haben nur 1 vs. 1 ausprobiert.
Zwei weitere wichtige Details: Per Tab-Taste können wir jederzeit das Baumenü links unten aufrufen, um Aufträge zu erteilen oder neue Technologien zu erforschen. Vor allem aber gibt es ein Limit von 200 für Einheitenpunkte. Die einfachen Krabben, Jäger oder Skorpione verschlingen einen oder nur wenige dieser Punkte.
Wir können tatsächlich auf Masse setzen – oder für jeweils 80 Einheitenpunkte zwei Kraken bestellen. Das sind riesige schwebende Tentakelmonster, die eine feindliche Armee fast schon im Alleingang eliminieren können. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es eine Vielzahl weiterer Optionen, um zum Sieg über unseren Opponenten zu kommen.
Uns hat das Anspielen von Battle Aces mehr Spaß gemacht als erwartet. Auch ohne Basisbau fühlt sich der Titel fast an wie "Beste Momente aus Echtzeit-Strategie" : Wir haben volle Kontrolle über meist viele Einheiten, die sich auf unseren Befehl in den Kampf stürzen.
Battle Aces: Verfügbarkeit und Systemanforderungen
Alles klappt auf Anhieb und schnell, die Steuerung haben wir nach wenigen Minuten nahezu vollständig verinnerlicht. Die Truppen sind gut zu unterscheiden, die grafische Aufbereitung wirkt generell schlicht, aber stimmig.
Schade: Eine Kampagne ist derzeit nicht geplant, dabei wirkt das im Jahr 2651 angesiedelte Szenario um Drohnenkämpfe im Weltall durchaus interessant. Battle Aces hat noch keinen Veröffentlichungstermin.
Auch Informationen zum Geschäftsmodell gibt es weder beim Entwickler Uncapped Games(öffnet im neuen Fenster) noch auf der offiziellen Steam-Seite(öffnet im neuen Fenster) – dafür aber schon die Systemanforderungen. Momentan ist keine Konsolenversion angekündigt.



