Batteriezellfertigung: Regierung fördert Giga-Fabriken mit einer Milliarde Euro

Wirtschaftsminister Altmaier will den Aufbau einer deutschen Batteriezellfertigung finanziell unterstützen. Europa könne zwar nicht die billigsten, aber die besten Batterien für Elektroautos produzieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (l.) und EU-Wirtschaftskommissar Maros Sefcovic
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (l.) und EU-Wirtschaftskommissar Maros Sefcovic (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Bundesregierung will den Aufbau einer Batteriezellproduktion in Deutschland mit bis zu einer Milliarde Euro unterstützen. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag auf einer Konferenz zur Elektromobilität in Berlin. Es gebe bereits drei Firmenkonsortien, die Interesse an einer Zellproduktion signalisiert hätten. Die Förderentscheidungen könnten im Frühjahr 2019 fallen. Die Produktion der Batteriezellen könne im Jahr 2021 anlaufen.

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Bei der Produktion von Batterien setzen europäische Autohersteller bislang auf Zellen aus asiatischer Produktion. Lediglich BMW hat inzwischen eine Zellproduktion des chinesischen Herstellers CATL im thüringischen Erfurt angeschoben. Der Autozulieferer Bosch hat dem Bau einer Zellproduktion eine Absage erteilt. Altmaier wollte am Dienstag jedoch keine Details nennen, welche Firmen sich an den drei Konsortien beteiligen.

Bundesregierung und EU-Kommission sehen in der Zellproduktion eine "Schlüsseltechnologie". Diese werde "über alle Bereiche der industriellen Wertschöpfung, insbesondere aber für die Elektrifizierung der Verkehrssysteme, die Speicherung erneuerbarer Energien sowie in privaten Haushalten unentbehrlich", heißt es in einem Thesenpapier des Ministeriums. Ziel sei es, bis zum Jahr 2030 rund 30 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Batteriezellen aus deutscher und europäischer Produktion zu beliefern.

Standorte stehen noch nicht fest

Altmaier räumte ein, dass Europa den Wettlauf um die billigste Produktion nicht gewinnen könne. Stattdessen müsse man die "besten Batterien" herstellen. Diese zeichneten sich durch "hohe Energiedichte und Leistungsfähigkeit zu wettbewerbsfähigen Preisen" aus. Erforderlich seien zudem "nachhaltige und umweltverträgliche Produktions- und Entsorgungsbedingungen", eine hohe Recyclingquote sowie faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Wertschöpfungskette.

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Die Auswahl der Standorte steht laut Altmaier noch nicht fest. Diese Entscheidungen sollen ebenfalls im kommenden Jahr fallen. Es handelt sich jedoch um mehr als nur einen Standort, so der Minister. Inzwischen haben bereits mehrere bisherige Standorte der Braunkohleförderung in Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen ihr Interesse an einer Zellfertigung angemeldet.

Problematisch ist für die Bundesregierung jedoch, dass sie keine Forschungsvorhaben, sondern den Aufbau von Produktionslinien bezuschussen möchte. Hierzu braucht sie das Placet der EU-Kommission, dass es sich um keine unerlaubte Wirtschaftsförderung handelt. Dazu führte Altmaier bereits Gespräche mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager und Wirtschaftskommissar Maros Sefcovic, der die Pläne der Bundesregierung in Berlin demonstrativ unterstützte.

Klimaziele setzen Industrie unter Druck

Sefcovic hat im vergangenen Jahr bereits eine Batterieallianz ins Leben gerufen, der derzeit 260 Firmen angehören. Die Zellproduktion müsse zu einem neuen Airbus-Projekt werden, sagte der EU-Kommissar in Anspielung auf die in den 1970er Jahren angeschobene Flugzeugproduktion. Altmaier versicherte aber, dass die Regierung sich nicht selbst an einem Firmenkonsortium beteiligen werde.

Der Druck auf Regierung und Automobilindustrie zur Förderung der Elektromobilität ist zuletzt wegen der angestrebten Klimaziele gestiegen. Der Entwicklungschef des Automobilzulieferers Schaeffler, Uwe Wagner, rechnet damit, dass bis zum Jahr 2030 lediglich 30 Prozent der verkauften Autos über einen vollelektrischen Antrieb verfügten. Während 40 Prozent einen Plugin- oder Mildhydrid-Antrieb hätten, seien 30 Prozent weiterhin reine Verbrenner, sagte Wagner auf einer Podiumsdiskussion. Im Jahr 2050 seien zwei Drittel aller Autos mit Elektroantrieb unterwegs.

Sein Unternehmen gehe davon aus, dass damit die vereinbarte CO2-Reduktion in der EU noch erreichbar sei. Dem widersprach ein Vertreter der österreichischen Regierung. Nach der Schaeffler-Prognose seien die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichbar, sagte Hans-Jürgen Salmhofer vom Wiener Verkehrsministerium.

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Kay_Ahnung 14. Nov 2018

Nein aber man kann sie fördern und damit erfolgreich sein. Beispiel...

Ryoga 14. Nov 2018

... Für die Chemische-Industrie sind in China die Nebenkosten für Umweltschutz und...

MCD 14. Nov 2018

Spontan würde mir noch die Manz AG einfallen. Zitat "Mit ihren effizienten Anlagen zur...

norbertgriese 14. Nov 2018

Kann man ja was aufbauen, kassieren, und vor die Wand fahren. Ein paar Millionen werden...



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