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Batteriespeicher: Speicherung verdoppelt Kosten für Solarstrom - auf 7 Cent

Die Preise für Akkus sinken deutlich. Berechnungen zeigen, dass dadurch auch gespeicherter Solarstrom konkurrenzfähig wird.
/ Mario Petzold
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Auch Tesla verkauft Batteriespeicher im Großformat, laut Website für 230 Dollar je kWh. (Bild: Getty Images/Melissa Sue Gerrits)
Auch Tesla verkauft Batteriespeicher im Großformat, laut Website für 230 Dollar je kWh. Bild: Getty Images/Melissa Sue Gerrits

Die spürbar geringeren Preise für Akkumulatoren – sie liegen für Akkupacks für stationäre Speicher bei 70 US-Dollar je Kilowattstunde (kWh) – hat der Thinktank Ember(öffnet im neuen Fenster) zum Anlass genommen, um die Auswirkungen auf permanent verfügbaren Solarstrom zu kalkulieren. Im Ergebnis würde sich eine eingespeiste kWh von 4,3 auf 7,6 US-Cent verteuern oder in Euro von 3,7 auf 6,5 Cent.

Dieser Wert liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Börsenpreis in Deutschland, der 2025 typischerweise 8,5 Cent betrug. Für die Schätzung wählte Ember zudem einen möglichst konservativen Ansatz.

Teure Installation

Ausgehend von 75 Dollar je kWh, was dem typischen Aufschlag entspricht, um am Ende tatsächlich die versprochene Kapazität liefern zu können, wurden für die Installation und den Netzanschluss weitere 50 Dollar aufgeschlagen. Damit entstehen 40 Prozent der Kosten eines Batteriespeichers erst beim Aufbau vor Ort.

Weiterhin wird von einer Lebensdauer von 20 Jahren ausgegangen. So belaufen sich aktuelle Garantien auf 20 Jahre beziehungsweise 10.000 Ladezyklen. Bei einer Aufladung pro Tag wären 20 Jahre die vorsichtigere Schätzung, weil 10.000 Tage erst nach über 27 Jahren erreicht sind.

Verdeckte Kosten berücksichtigen

Viele weitere Faktoren erhöhen die Kosten für große Batteriespeicher. So müssen Kredite abbezahlt werden. Der zugehörige Abzinsungsfaktor wird hier vorsichtig mit 7 Prozent angesetzt.

Der Wirkungsgrad des gesamten Systems liegt von der Stromspeicherung bis zur erneuten Abgabe bei 90 Prozent. Außerdem kann nicht die gesamte Kapazität als Puffer genutzt werden. Hier setzt Ember stattdessen 80 Prozent der Gesamtkapazität an.

Zusätzlich geht man davon aus, dass die Kapazität jedes Jahr um 2 Prozent sinkt. Nach 20 Jahren wären somit noch 67 Prozent der ursprünglichen Speicherfähigkeit vorhanden. Hinzu kommen noch einmal 2 Prozent Aufschlag für Wartung und Instandhaltung.

Vielversprechender Ausblick

Wird der Batteriespeicher groß genug geplant, um die Hälfte des erzeugten Stroms erst nachts abzugeben, ergeben sich so in Euro 8,5 Cent je kWh für die gespeicherte Energie. Nimmt man jedoch nur einen Teil der konservativen Schätzung zurück und setzt stattdessen längere Laufzeiten sowie eine verbesserte Effizienz an, ergeben sich nur noch 5,5 Cent pro kWh.

Aufgeteilt auf den direkt und später eingespeisten Strom sind es noch 2,8 Cent Aufpreis für jede ins Netz eingespeiste kWh. Dabei geht Ember jedoch davon aus, dass die Akkupreise auch in den nächsten Jahren weiter fallen werden. Laut der eigenen Datenbank sind die Installationskosten von 2015 bis jetzt um 92 Prozent zurückgegangen, von 1.544 auf 125 US-Dollar pro kWh.

Gar nicht einkalkuliert sind zudem die weiteren Funktionen eines Batteriespeichers, die von der Frequenzstabilisierung im Stromnetz bis zur Schwarzstartfähigkeit(öffnet im neuen Fenster) reichen.


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