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Batteriespeicher: Europas größte Batterie geht in Schottland ans Netz

Das Land, das mehr Strom aus Wind produziert, als es verbrauchen kann, stärkt mit dem Stromspeicher seine Unabhängigkeit von anderen Stromquellen.
/ Mario Petzold
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Großbatterie Coalburn 1 aus der Luft (Bild: Alcemi)
Großbatterie Coalburn 1 aus der Luft Bild: Alcemi

Coalburn 1(öffnet im neuen Fenster), aktuell Europas größter Batteriespeicher, ist südlich von Glasgow, Schottland, in Betrieb genommen worden. Er besitzt eine Leistung von 500 Megawatt, was in etwa einem großen Gaskraftwerk entspricht, und kann eine Energie von 1.000 Megawattstunden ins Netz einspeisen oder zwischenspeichern.

Die Batterie ist direkt mit dem Übertragungsnetz verbunden und nur der erste Teil eines größeren Verbundes. Insgesamt sollen drei Batteriespeicher entstehen, die jeweils 1.000 Megawattstunden puffern können. Coalburn 2 entsteht in direkter Nachbarschaft, Devilla wird zwischen Glasgow und Edinburgh angesiedelt sein.

Baubeginn für Coalburn 1 war im Juni 2023 und der Netzanschluss sollte im Oktober 2025 erfolgen. Mit 10 Monaten Verspätung ist das Projekt nun abgeschlossen.

Schottland setzt auf Windkraft

Ein solcher Großspeicher soll laut Projektleiter Alcemi(öffnet im neuen Fenster) für annähernd 200.000 Haushalte ausreichen. Das entspricht 5 Kilowattstunden pro Haushalt, etwas weniger als der durchschnittliche Tagesverbrauch eines deutschen Haushalts.

Mit den drei Batteriespeichern und weiteren Speichern, die in Schottland schon länger errichtet werden, ließe sich das Stromnetz des Landes zumindest kurzfristig komplett aus Batterien stützen. Allein Coalburn 1 stellt pro Kopf mehr als doppelt so viel Speicherkapazität bereit, wie in ganz Deutschland aus Großspeichern verfügbar ist.

Der Grund für den schnellen Ausbau an Batterien liegt auf der Hand. Schottland produziert mehr Strom aus Windkraft, als im Land benötigt wird. Bei Überproduktion wird er exportiert. Mit mehr Zwischenspeichern kann der weniger wirtschaftliche Export über teure Hochspannungsleitungen verringert werden.

Stattdessen steht mehr vergleichsweise günstiger Strom aus Windkraft für das eigene Stromnetz zur Verfügung. Schottland zählt zu den windreichsten Regionen der Welt. Aber auch in Deutschland wird die Speicherkapazität ausgebaut. Erst am 13. August ging in Leuna zwischen Leipzig und Halle ein Großspeicher mit 250 Megawatt Leistung in Betrieb, der noch in diesem Jahr weiter wachsen soll.

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