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Wie gut ist ein gebrauchter Akku?

Noch stammen die meisten Batterien aus Versuchsfahrzeugen, Fehlproduktionen sowie Unfallautos. In größeren Stückzahlen kamen mit dem BMW i3 und Teslas Model S im Jahr 2013 Elektroautos auf den deutschen Markt. Lithium-Ionen-Zellen halten zwischen acht und zehn Jahre im Fahrzeug. Eventuell werden die E-Autos während dieser Laufzeit verkauft. Während man bei Verbrennermodellen einen prüfenden Blick unter die Motorhaube wirft, ist das bei einem Akku komplexer.

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Genau darauf spezialisiert sich das österreichische Startup Aviloo. Das Unternehmen aus Biedermannsdorf, südlich von Wien, liest während einer kurzen Probefahrt die Daten aus dem Batteriemanagement aus. Der Auftraggeber erhält ein Zertifikat mit noch nutzbarer Speicherkapazität sowie Daten zur Zellspannung, Modultemperatur und zu den Innenwiderständen in den Zellen. Diese Angaben erleichtern die Berechnung eines fairen Verkaufspreises.

Sackt die Kapazität unter ein vertretbares Maß für Elektroautos, beginnt das zweite Leben als stationärer Energiespeicher. Das kann in Privathaushalten mit Photovoltaik-Zellen auf dem Dach oder in großen Gewerbegebäuden wie der Amsterdam Arena geschehen. Für die gleichmäßigen Lade- und Entladezyklen sind die Akkus noch gut geeignet und weitere acht bis zehn Jahre im Einsatz. Erst dann gehen sie ins Recycling.

Altfahrzeuge sollen in der EU bleiben

Weyhe von Accurec rechnet damit, dass das kommerzielle Recycling ab 2023 zunehmen wird. "Dann ist mit Umsätzen aus Recyclingmaterialien von mehreren 100 Millionen Euro zu rechnen", sagt Weyhe. Für eine möglichst hohe Recyclingquote müsse man vermeiden, dass Altfahrzeuge in Drittländer außerhalb der EU exportiert werden. "Wir haben Studien im Zuge von EU-Forschungsprojekten erarbeitet, die zeigen, dass ab 2040 der Bedarf an Kobalt bis zu 25 und an Lithium bis zu 45 Prozent aus Rezyklat für Neubatterien gedeckt werden kann." Als Rezyklat wird das Produkt eines Recyclingprozesses bezeichnet.

Tesla, der größte Hersteller von Elektroautos, übernimmt das Recycling in Eigenregie in seiner Gigafactory 1 in Nevada. Aufgrund der hohen Transportkosten dürften hier nur Akkus aus US-Fahrzeugen landen. Für das Recycling in anderen Teilen der Welt könnte Tesla auf die Container von Duesenfeld setzen. Das Granulat würde dann in Nevada weiterverarbeitet.

  • Das Unternehmen Duesenfeld aus Peine bei Braunschweig recycelt Akus aus Elektroautos. (Bild: Dirk Kunde)
  • Christian Hanisch, Gründer und Chef des Unternehmens (Bild: Dirk Kunde)
  • Zuerst werden die Akkus ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... demontiert. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Die Module ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... wandern in den Schredder ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... und werden zu Granulat zerkleinert. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Das Elektrolyt wird verdampft und wiedergewonnen. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Einige Stoffe werden durch Filtern und Sieben entfernt. Übrig bleibt ein Pulver, in dem wertvolle Rohstoffe stecken . (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Aus dem Pulver wird unter anderem Graphit ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... und Lithium wiedergewonnen. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
Einige Stoffe werden durch Filtern und Sieben entfernt. Übrig bleibt ein Pulver, in dem wertvolle Rohstoffe stecken . (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)

Das Verfahren aus Braunschweig ist nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltiger, weil die Ingenieure die Restenergie aus den Akkus nutzen. Mitarbeiter entladen die Energiespeicher vor dem Zerlegen. "Mit dem Strom betreiben wir unseren Schredder", sagt Duesenfeld-Gründer Hanisch.

 Die drei Methoden des Recyclings
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