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Die drei Methoden des Recyclings

Führend ist das börsennotierte belgische Unternehmen Umicore mit über 10.000 Mitarbeitern. Sie recyceln pro Jahr rund 7.000 Tonnen Lithium-Ionen-Akkus aus Smartphones, E-Bikes und Elektroautos. Darunter sind auch die Batterien der Rennwagen der ersten beiden Saisons der Formel E. Das Recycling geschieht in einem Hochofen in Hoboken, südlich von Antwerpen.

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"Unser Recyclingverfahren basiert auf einer Kombination aus Pyrometallurgie und Hydrometallurgie", sagt Marjolein Scheers, Pressesprecherin bei Umicore. Im Hochtemperaturofen verbrennen Kunststoffe und der flüssige Elektrolyt. Der Vorgang erfordert viel Energie. Zudem müssen entstehende Dioxine und Fluorwasserstoff gefiltert werden, bevor sie über den Schornstein entweichen.

Aus der Schmelze recycelt das Unternehmen Kobalt, Nickel und Kupfer. "Hier erzielen wir eine Recyclingquote von 95 Prozent", sagt Scheers. Für Lithium gibt es noch keinen Wert, doch Umicore wird das Alkalimetall im industriellen Maßstab zurückgewinnen, da es bei der Zellfertigung eine wichtige Rolle spielt.

Accurec recycelt thermisch

Eine weitere Recyclingmethode ist die thermische Behandlung der Module. Das sind keine Hochöfen wie bei Umicore, doch auch hier verbrennen einige Bestandteile. Aus den Resten werden die Rohstoffe zurückgewonnen. So macht es die Accurec Recycling GmbH aus Krefeld.

Das Unternehmen verarbeitete mit seinen 64 Mitarbeitern an zwei Standorten im vergangenen Jahr 6.000 Tonnen Akkus. Doch nur rund 150 Tonnen davon stammten aus Elektroautos. "Wir gewinnen rund 53 Prozent des Gewichts einer Batterie zurück", sagt Geschäftsführer Reiner Weyhe. Lithium und Graphit zählen noch nicht dazu, sind aber Teil eines Forschungsprojektes.

  • Das Unternehmen Duesenfeld aus Peine bei Braunschweig recycelt Akus aus Elektroautos. (Bild: Dirk Kunde)
  • Christian Hanisch, Gründer und Chef des Unternehmens (Bild: Dirk Kunde)
  • Zuerst werden die Akkus ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... demontiert. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Die Module ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... wandern in den Schredder ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... und werden zu Granulat zerkleinert. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Das Elektrolyt wird verdampft und wiedergewonnen. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Einige Stoffe werden durch Filtern und Sieben entfernt. Übrig bleibt ein Pulver, in dem wertvolle Rohstoffe stecken . (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • Aus dem Pulver wird unter anderem Graphit ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
  • ... und Lithium wiedergewonnen. (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)
Zuerst werden die Akkus ... (Bild: Wolfram Schroll/Duesenfeld)

Die dritte Recyclingmethode erfolgt in Flüssigkeit. Wasser mit diversen Zusätzen kühlt zum einen die thermische Reaktion und bindet gleichzeitig Reaktionsprodukte. Diese Methode nutzt die Promesa aus Hettstedt in Sachsen-Anhalt. Sie ist ein Tochterunternehmen der Verwertungs- und Vertriebsgesellschaft (VVG), spezialisiert auf die Entsorgung industrieller Abfälle. Der familiengeführte Mittelständler beschäftigt in etwa halb so viele Mitarbeiter wie Accurec Recycling.

Promesa recycelt Akkus aus den grünen Sammelboxen

Die Promesa bezieht den Großteil der Batterien von Industriekunden sowie aus europäischen Rücknahmesystemen. Dazu gehören beispielsweise die grünen Sammelboxen, die man aus Bau- und Supermärkten kennt. Sie sind Teil des Gemeinsamen Rücknahmesystems.

Zusammen mit Modulen aus Elektroautos werden die Zellen in Flüssigkeit zerkleinert. Über mechanische Separationsverfahren trennt Promesa die Materialien in unterschiedliche Fraktionen. In einem hydrometallurgischen Prozess werden unter anderem die Rohstoffe Kobalt und Nickel zurückgewonnen.

"Neben der ökologischen Bedeutung spielt die Rückgewinnung bei zum Teil sehr hohem Handelswert dieser Metalle selbstverständlich auch eine ökonomisch entscheidende Rolle bei der betriebswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung", sagt Julian Reppekus, Geschäftsführer der VVG. Die Tonne Nickel wird derzeit mit über 11.000 Euro und die Tonne Kobalt mit über 23.000 Euro an den Rohstoffmärkten gehandelt.

Worunter alle Wiederverwerter leiden, ist die geringe Stückzahl der Akkus aus Elektroautos.

 Batterierecycling: Viel zu wertvoll zum WegwerfenWie gut ist ein gebrauchter Akku? 
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Raphael_ 01. Jun 2019

Man muss sich nur ansehen wie wenig Kommentare unter diesen Artikel geschrieben werden im...

Copper 29. Mai 2019

Soviel kopfkratzen braucht's da nicht, sthet doch alles da: Sowohl Brennstoffzelle als...

AllDayPiano 29. Mai 2019

Dann ist das *AUCH* ein Problem, das *AUCH* gelöst werden muss!

countzero 28. Mai 2019

Das wird ja auch im Artikel erwähnt, dass die meisten Akkus nach dem Auto noch...

sfr (golem.de) 28. Mai 2019

Vielen Dank für den Hinweis. Der Fehler ist korrigiert.


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