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Batterieproduktion: Akkus "Made in Europe" können Preislücke zu China schließen

Zwei entscheidende Maßnahmen sollen helfen, eine europäische Batterieindustrie aufzubauen. Das könnte tatsächlich gelingen, zumindest fast.
/ Mario Petzold
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Zusammenbau einer E-Auto-Batterie bei Skoda in Mlada Boleslav, Tschechische Republik (Bild: Reuters/David W. Cerny)
Zusammenbau einer E-Auto-Batterie bei Skoda in Mlada Boleslav, Tschechische Republik Bild: Reuters/David W. Cerny

Schon jetzt werden 300 Gigawattstunden (GWh) an Akkumulatoren innerhalb der EU hergestellt, genug für fünf Millionen Elektroautos oder einige Hundert Großspeicher. In vier Jahren soll es dreimal so viel(öffnet im neuen Fenster) sein.

Noch ist die Produktion in Europa vor allem gegenüber China jedoch nicht wettbewerbsfähig. Die identische Akkukapazität kostet "Made in Europe" annähernd das Doppelte. Eine Analyse von Transport & Environment(öffnet im neuen Fenster) , ein Zusammenschluss von 53 Umweltverbänden, zeigt, dass die angedachte Strategie der EU diese Lücke von aktuell 90 Prozent auf 30 Prozent verkleinern könnte.

Die Batterie eines Elektroautos wäre dann noch durchschnittlich 500 Euro teurer, wenn sie aus heimischer Produktion stammt. Genau dieser Kostenunterschied wäre nicht zu groß, um als Versicherung gegen geopolitische Instabilität und unsichere Lieferketten angesehen zu werden.

Automatisierung und Masse

Laut der Analyse sind die Preisunterschiede nicht auf strukturelle Nachteile zurückzuführen. So sind beispielsweise Akkumulatoren aus den USA ebenfalls günstiger als das europäische Pendant, trotz ähnlicher, teils höherer Lohnkosten. 15 Prozent beträgt der Preisunterschied.

Der lässt sich durch die noch zu geringe Produktionskapazität der einzelnen Fabriken in Europa erklären. Allein die steigende Effizienz in größeren Produktionsstätten könnte die Kosten um 16 Prozent senken. Weitere 16 Prozent ließen sich durch die Automatisierung von Herstellungsschritten erreichen.

Hersteller sind vorhanden

Auch das würde vor allem durch die Steigerung der Produktionsmengen gelingen. Kandidaten, die mit Förderprogrammen und steuerlichen Anreizen zu einem Ausbau bewegt werden könnten, gibt es einige. Verkor produziert für Renault, Powerco beliefert seit kurzem Volkswagen und ACC stellt Batterien für Stellantis und Mercedes-Benz her, jeweils noch mit vergleichsweise geringen Produktionskapazitäten.

Um die Lücke tatsächlich zu schließen, müsste allerdings auch die Politik ihre Bemühungen erhöhen. Schlussendlich sei das Ziel, die Widerstandsfähigkeit und Sicherheit innerhalb der gesamten Europäischen Union zu erhöhen. Ein deutliches Bekenntnis zu Elektromobilität und zu erneuerbaren Energien, die ebenfalls auf Batteriespeicher angewiesen sind, würde helfen.


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