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Batteriepreise: Zweifel an der Zweitverwertung von E-Auto-Batterien

Die sich beschleunigende Produktion von Lithium-Ionen-Akkus und anderer Batterien verursacht einen Preisdruck, der Recyclingvorhaben gefährdet.
/ Mario Petzold
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In Batteriespeichern könnten gealterte Akkus aus Elektroautos noch einmal verwendet werden. (Bild: Jonas Roosens/AFP)
In Batteriespeichern könnten gealterte Akkus aus Elektroautos noch einmal verwendet werden. Bild: Jonas Roosens/AFP

Wegen der schnellen Entwicklung der Batterieproduktion weltweit sieht die International Solar Energy Society (ISES) in einer Kolumne des PV-Magazins(öffnet im neuen Fenster) Gefahren für eine möglichst intensive Nutzung der Speicher und das anschließende Recycling. Der Preisverfall bei neuen Batterien, der laut BloombergNEF(öffnet im neuen Fenster) von 2014 bis 2024 bei 84 Prozent lag, könnte die Entsorgung alter Akkumulatoren begünstigen.

Eigentlich ist vorgesehen, Batterien, welche unter die Grenze von 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität gesunken sind, in großen Stromspeichern zweitzuverwerten. Dafür werden Testverfahren entwickelt und etabliert, die einen genauen Überblick über den Zustand einer gebrauchten Batterie geben sollen.

Auch der EU-Produktpass für Batterien soll dazu beitragen, die Lebensdauer der Stromspeicher zu verlängern. Er soll von der Herkunft der Rohstoffe bis zu den Möglichkeiten der Reparatur und dem Recycling alle wichtigen Daten enthalten. Abgerufen werden können diese Informationen via QR-Code an jedem Akkumulator mit wenigstens 2 Kilowattstunden.

Wirtschaftlichkeit nicht gewährleistet

Ein Problem dabei ist, dass laut ISES die Vorstellungen beim Preis für gebrauchte Batterien weit auseinanderklaffen. Nach fünf Jahren Nutzung und 80 Prozent verbleibender Kapazität wären 50 Prozent des Ursprungspreises ein Ziel der Ersteigentümer. Mit Blick auf die letzten 15 Jahre lag jedoch der Neupreis einer gleich großen Batterie zu dem Zeitpunkt bereits deutlich darunter.

Zwar stieg der Preis für Lithium-Ionen-Akkus im Zuge der Coronapandemie wieder, aber seit zwei Jahren zeigt der Trend steil nach unten und dürfte aufgrund der steigenden Produktionskapazitäten anhalten.

Für die Zweitverwertungen wären deshalb höchsten 10 bis 20 Prozent des Originalpreises realistisch. Zudem sinken auch die Margen beim kosten- und zeitintensiven Recycling, wenn die Akkupreise immer niedriger ausfallen.

Wildwuchs verhindern

Um tatsächlich eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen und insbesondere die Entsorgung von Altbatterien zu verhindern, fordern die beiden Autoren Ricardo Rüther von der Universität von Santa Catarina, Brasilien, und Andrew Blakers von der Australian National University weltweit verpflichtende rechtliche Vorgaben.

Ein Beispiel dafür sind Vorgaben der Europäischen Union, die zukünftig feste Quoten für den Anteil an Recyclingmaterial in neuen Fahrzeugbatterien vorschreibt. Dafür muss gleichzeitig der Produktpass verpflichtend werden, in dem die Herkunft der Bestandteil nachverfolgbar sein muss.

Der Autor meint dazu:

Das wird die Herstellung von Batterien sicherlich nicht günstiger machen, könnte aber tatsächlich verhindern, dass Ähnliches passiert wie bei Solarzellen, Windkraftanlagen oder jeder Art von Plastikverpackung. Hier fehlten und fehlen größtenteils Vorschriften zur Entsorgung und Wiederverwertung. Die Folgen sind bekannt und die Kosten, um nachträglich Verfahren zum Recycling zu entwickeln, entsprechend hoch.


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