Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Batterieherstellung: Preisverfall bei Natriumbatterien erwartet

Weil die Produktion stark steigen soll, dürften Preise von 40 US-Dollar pro kWh Natrium-Batteriezellen bald erreicht werden. Li-Ion-Akkus bleiben aber relevant.
/ Mario Petzold
18 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ein Stack aus 27 Natrium-Ionen-Batteriezellen am Fraunhofer ISE (Bild: Fraunhofer ISE)
Ein Stack aus 27 Natrium-Ionen-Batteriezellen am Fraunhofer ISE Bild: Fraunhofer ISE

Ein Technologiebericht der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (Irena)(öffnet im neuen Fenster) , einer der wichtigsten Instanzen bei globalen Energiefragen, beschäftigt sich mit der aktuellen und zukünftigen Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien, die als eine der besten Alternativen zu Lithium-Ionen-Akkus angesehen werden. Weil sich die Produktionskapazitäten von Natriumbatterien bis 2030 mehr als verzehnfachen dürften, gehen die Autoren des Berichts davon aus, dass der Preis je Kilowattstunde (kWh) auf 40 US-Dollar, umgerechnet 34 Euro, fallen wird.

Damit wäre der Batterietyp im Vergleich zu Li-Ion-Akkus konkurrenzfähig, deren Preise regelmäßig von stark schwankenden Rohstoffkosten beeinflusst werden. So kostete die kWh bei Lithiumbatterien 2024 zwischen 50 und 80 US-Dollar, für ein komplettes Batteriepack lag der Preis bei 75 bis 100 US-Dollar. Das wären nach jetzigem Stand bis zu 30 Prozent weniger als bei Natriumbatterien.

Entwicklungspotenzial und Verfügbarkeit

Der Bericht geht davon aus, dass bei Batterien mit Natrium noch deutlich mehr Verbesserungen bei der Leistung und dem Herstellungsprozess erreichbar sind als bei Lithium-Ionen-Batterien. Ein zweiter Grund für den erwarteten Preisrückgang sind die Rohstoffkosten.

Die Preise für eine Tonne Lithium schwankten in den letzten Jahren zwischen 6.000 und mehr als 80.000 US-Dollar. Bei Natrium lag der Preis für die gleiche Menge zwischen 100 und 500 US-Dollar. Hinzu kommt, dass Natrium zu den häufigsten Elementen überhaupt gehört, während sich der Abbau von Lithium als vergleichsweise aufwendig erweist, auch wenn es hier immer wieder Fortschritte zu beobachten gibt.

Ergänzende Technologien

Die Verfügbarkeit und die Rohstoffkosten bei Lithium dürften also zukünftig für eine schnellere Entwicklung und Verbreitung von Natrium-Ionen-Batterien sorgen, prognostiziert der Bericht von Irena. Allerdings werden Akkus auf Basis von Lithium voraussichtlich bei der Energiedichte überlegen bleiben.

Für den mobilen Einsatz stellen sie deshalb auch zukünftig die bevorzugte Wahl dar. Dagegen könnten vor allem die Preise für stationäre Batteriespeicher bei Verwendung von Natrium-Ionen-Batterien erheblich sinken. Sollten sich dagegen auch Li-Ion-Akkus weiter verbilligen, könnte das allerdings die weitere Entwicklung von Natriumbatterien ausbremsen.


Relevante Themen