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BMW forscht zur Zellchemie

BMW bezieht seine Zellen unter anderem vom südkoreanischen Unternehmen Samsung SDI sowie dem chinesischen Hersteller Contemporary Amperex Technology (CATL). Aus den Zellen fertigt BMW im Werk Dingolfing die Module bzw. Batteriepakete. Sie werden beispielsweise im englischen Oxford in den elektrischen Mini eingebaut.

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Auch BMW hat keine Ambitionen, in die Zellfertigung einzusteigen. Im Laufe des Jahres soll im Münchner Norden das Kompetenzzentrum Batteriezelle eröffnen. BMW investiert hier 200 Millionen Euro und schafft 200 Arbeitsplätze. Auf 13.000 Quadratmetern sollen neues Zelldesign, Ladeverhalten, Lebensdauer und Sicherheit von Zellen erforscht werden. BMW möchte das Know-how im Haus haben, doch die Produktion übernehmen Zulieferer.

Bereits im Herbst 2018 hat BMW mit Northvolt und dem Recycling-Unternehmen Umicore ein Konsortium gegründet. Gemeinsam will man einen nachhaltigen Lebenszyklus für die Batteriezelle von der Produktion über die Nutzung bis zu Wiederverwertung schaffen. In wieweit BMWs Zusammenarbeit mit Northvolt die jetzt gegründete EBU von Volkswagen betrifft, ist unbekannt. Dass jedoch Northvolt-Wissen nur jeweils einem der beiden Konsortien zugute kommt, ist eher unrealistisch.

In Europa einen "Batterie-Airbus" schaffen

Autohersteller Opel ist Teil der französischen PSA-Gruppe, zusammen mit Peugeot, Citroën und DS. Die Franzosen setzen auf ihre Common Modular Platform. Auf dieser Basis sollen bis 2025 sämtliche Modelle elektrifiziert werden. Bei den aktuellen Zelllieferanten ist die PSA-Gruppe verschwiegen. Der portugiesische Firmenchef Carlos Tavares plädiert für einen "Batterie-Airbus". Gemeint ist analog zum Flugzeughersteller ein europäisches Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Zellen.

Opel-Chef Michael Lohscheller sagt ebenfalls nichts über Zelllieferanten. Man kann davon ausgehen, dass sich auch Opel beim Wirtschaftsministerium um Fördermittel beworben hat."Wir müssen das Thema Batterie in Deutschland und Europa voll beherrschen. Denn wenn wir in einigen Jahren viel mehr E-Autos verkaufen, wollen wir doch nicht komplett von asiatischen Batterielieferanten abhängig sein", sagte Lohscheller der Wirtschaftswoche.

Drohung mit Lieferstopp

Die Asiaten werden ihre Vormachtstellung bei der Zelltechnologie nicht aufgeben. Etliche Hersteller planen Werke in Osteuropa. LG Chem baut im polnischen Breslau, Samsung SDI produziert im ungarischen Göd und SK Innovation baut ebenfalls in Ungarn in Komárom, 100 Kilometer westlich von Budapest. Damit sind sie in Ländern mit günstigeren Lohn- und Stromkosten ansässig, aber nah genug an ihren Abnehmern.

Ab 2021 produziert CATL sogar in Deutschland. In der Nähe von Erfurt hat sich das Unternehmen ein 70 Hektar großes Gelände gesichert. CATL-Europachef Matthias Zentgraf lässt durchblicken, dass die Produktionskapazitäten ab 2026 jenseits von 100 Gigawatt liegen könnten. Damit wäre der Ausstoß größer als in Teslas Gigafactory in Nevada. Zu den Kunden der Fabrik in Deutschland gehören laut Medienberichten BMW, Daimler, der PSA-Konzern, Volvo und Jaguar Land Rover.

In China ist CATL an Byton beteiligt und liefert auch die Batterien. Volkswagen bezieht in der Volksrepublik ebenfalls Zellen von CATL. Darum kommt den Chinesen die geplante Kooperation von VW mit SK Innovation hierzulande ungelegen. VW wollte mit den Südkoreanern drei Zellfabriken in Deutschland aufbauen. Inwieweit die Pläne sich durch die EBU geändert haben, ist nicht bekannt.

Auch LG Chem zeigt sich nach der angekündigten Zusammenarbeit mit SK Innovation verärgert. Das Manager Magazin berichtet von einem Erpressungsversuch von Seiten LG Chems. Die Südkoreaner liefern unter anderem Zellen für Audis E-Tron. Sie hätten gedroht, Lieferungen an den gesamten VW-Konzern einzustellen, wenn Volkswagen zusammen mit SK Innovation eigene Fabriken in Europa aufbaue. Hier macht sich die Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten bereits negativ bemerkbar.

Neue Partner gesucht

Bislang galt Teslas Weg als Erfolgsmodell in der Branche. Gemeinsam mit Panasonic forscht und produziert man unter einem Dach. Doch es ist keine exklusive Partnerschaft. Panasonic hält 49 Prozent an einem neuen Gemeinschaftsunternehmen mit Toyota. Mit dem japanischen Autohersteller will man prismatische Lithium-Ionen-Batterien und Festkörperbatterien entwickeln und produzieren. Tesla hingegen spricht für seine im Bau befindliche Gigafactory in Shanghai mit CATL sowie mit Lishen über die Lieferung von Zellen.

Selber machen oder einkaufen? Jetzt, wo es beschlossene Sache ist, dass die deutschen Autohersteller auf den batterie-elektrischen Antrieb setzen, müssen ausreichend Kapazitäten gesichert werden. Der Trend zu Konsortien, Kooperationen und Zusammenschlüssen dürfte also noch eine Weile anhalten.

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 Batterieherstellung: Kampf um die Zelle
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donadi 09. Apr 2019

Nein, es sind keine Posten rotiert. Bosch hat nach der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung...

GregorMaier 08. Apr 2019

Hab ich den Witz verpasst? BASF ist kein Riese?

GangnamStyle 07. Apr 2019

Richtig. Eigentlich hatte Daimler in Zusammenarbeit mit Degussa eine Zellenfabrik. Aber...

Katharina... 05. Apr 2019

Ja man kann sich die Ansicht zwar auf die Desktop Version umstellen, dann hat man auch...

SanderK 05. Apr 2019

Ein richtiger Klassiker! Danke!


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