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Batterieherstellung: Drohender Preisverfall bei Batterien durch Überproduktion

Setzt sich die Entwicklung fort, werden in wenigen Jahren doppelt so viele Akkumulatoren hergestellt wie benötigt – wie zuletzt bei Solarzellen.
/ Mario Petzold
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Batterieproduktion in Salzgitter (Bild: Getty Images/Ronny Hartmann)
Batterieproduktion in Salzgitter Bild: Getty Images/Ronny Hartmann

Eine Analyse des Thinktanks Carnegie Endowment for International Peace(öffnet im neuen Fenster) in Washington, D.C., USA, kommt zu dem Schluss, dass die derzeit schnell steigenden Produktionskapazitäten weltweit den globalen Bedarf im Jahr 2030 deutlich übertreffen werden. Allein China könnte dann mehr als 6.000 Gigawattstunden an Batteriekapazität im Jahr produzieren, während der weltweite Bedarf auf 4.000 bis 5.000 Gigawattstunden geschätzt wird, was für annähernd 100 Millionen Elektroautobatterien genügen würde.

Gleichzeitig bauen auch die USA und die EU ihre Produktionskapazitäten aus, so dass allein hier noch einmal 2.000 Gigawattstunden zusätzlich zu erwarten sind. Das könnte zu einem starken Preisverfall bei Batterien führen, ähnlich der Situation in den letzten Jahren auf dem Markt für Solarmodule.

Gefährlich ist dies deshalb, weil dadurch eine Konzentration auf die preisgünstigen Anbieter droht, welche ausschließlich in China zu finden sind. Während die EU und die USA bei Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Batterien (NMC) bei den Produktionskosten nur wenig Abstand zu China haben, stellt die Volksrepublik Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP) teils zum halben Preis her.

Paradoxe Situation bei Natriumbatterien möglich

Gleichzeitig kann diese Überproduktion dazu führen, dass auch die Herstellung von Natriumbatterien komplett in China konzentriert wird. Obwohl die Technik eigentlich eine starke Abhängigkeit von seltenen Rohstoffen wie Cobalt oder aufwendig abzubauenden Elementen wie Lithium beenden könnte, hätte China schlussendlich wieder einen Vorsprung bei der Produktion, der nur schwer aufzuholen wäre – wiederum vergleichbar mit der Solarzellenproduktion.

Mögliche Lösungen sieht der Thinktank in der Erhebung von Zöllen, die aufgrund der großen Unterschiede bei den Produktionskosten bei mindestens 30 Prozent liegen müssten. Auch eine Zusammenarbeit zwischen den USA, der EU und Südkorea, das mit LG über den einzigen ernsthaften Konkurrenten zu chinesischen Batterieherstellern verfügt, sollte in Betracht gezogen werden.

Ähnliche Auswirkungen könnten die in der EU eingeführten Vorschriften zur Nachverfolgbarkeit der eingesetzten Rohstoffe und zu vorgeschriebenen Anteilen aus lokaler Produktion haben. Die eigene Batterieherstellung ließe sich mit diesem Instrument ebenfalls schützen.

Rohstoffversorgung bleibt entscheidend

Noch wichtiger wäre es aber, die Produktion von Natriumbatterien weiter voranzutreiben und die Investitionen in neue Batterietechnologien wie Lithium-Metall-Batterien zu steigern. Letzteres könnte die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen entscheidend verringern.

Zwar wird dann mehr Lithium benötigt, aber die Steigerung der Abbaumengen erscheint zumindest realistisch. Aktuell werden pro Jahr etwas mehr als 250.000 Tonnen des Leichtmetalls gefördert. Für 8.000 Gigawattstunden Batteriekapazität werden mindestens 800.000 Tonnen(öffnet im neuen Fenster) benötigt. Zumindest im Vergleich zu den bekannten Vorkommen in Höhe von mehr als 100 Millionen Tonnen erscheint das gar nicht mehr so viel, auch wenn zum Beispiel in Europa noch keine nennenswerten Mengen Lithium gefördert werden.


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