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Batteriehersteller: Varta stellt Insolvenzantrag

Aus den Vermutungen ist schnell Realität geworden: Varta hat einen Insolvenzantrag gestellt. Vorausgegangen sind jahrelange wirtschaftliche Probleme.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Am Standort Nördlingen könnten bei Varta bald die Lichter ausgehen. (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)
Am Standort Nördlingen könnten bei Varta bald die Lichter ausgehen. Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat eigenen Angaben zufolge einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur dpa. Zuvor war bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen.

Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätigte den Eingang von vier Anträgen. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin der dpa mit. Varta kündigte auf Anfrage eine Mitteilung an. Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC Bluebay, Blantyre und Whitebox begründete ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens.

Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen.

Restrukturierung sollte die Rettung bringen

Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

2024 stellte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu auf, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April 2025 erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf einem guten Kurs.

Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai 2026 bekannt wurde. Neue Großkunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her – die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.


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