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Batterieforschung: H2-Eisen-Akku drückt Preis für Stromspeicher auf wenige Cent

Das System soll langlebig sowie effizient sein und kaum Rohstoffkosten verursachen. Dafür benötigt der Akku viel Platz.
/ Mario Petzold
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Die Wasserstoff-Eisen-Batterie von Elestor in den Niederlanden (Bild: Elestor)
Die Wasserstoff-Eisen-Batterie von Elestor in den Niederlanden Bild: Elestor

Das niederländische Batterie-Start-up Elestor(öffnet im neuen Fenster) hat Details zu seiner entwickelten Wasserstoff-Eisen-Batterie veröffentlicht. Nach Abschluss einer Reihe von Tests unter Bedingungen, die einen kommerziellen Einsatz simulieren sollen, hat das Unternehmen wichtige Eckpunkte seiner Technik bekanntgegeben.

Die Kosten für eine Kilowattstunde (kWh) sollen bei 15 Euro liegen. Die Zahl bezieht sich auf sämtliche Investitionsausgaben von der Herstellung über die Installation bis zur Wartung der Batterie. Das wäre nur noch ein Bruchteil der Kosten für Batteriegroßspeicher, die aktuell bei deutlich über 100 Euro liegen.

Nicht nur die Rohstoffkosten sind geringer

Das ergäbe laut Elestor Speicherkosten von 2 Cent je Kilowattstunde, die zusätzlich aufgewendet werden müssten. Da der zu speichernde Strom jedoch aus erneuerbaren Energiequellen kommen dürfte - und damit wesentlich günstiger als aus Gas- und Atomkraftwerken wäre -, wäre auch der Strom aus einem solchen Speicher noch immer preiswerter als aus konventionellen Energiequellen.

Das liegt zum Teil an den extrem niedrigen Kosten für die benötigten Rohstoffe. Für die Kathode aus Eisen und die Anode aus Wasserstoff sowie den sauren Elektrolyt berechnet Elestor 2,80 Euro je kWh. Zudem sei es gelungen, den Wasserstoff bei minimalem Druck zu nutzen. Statt mit bis zu 70 Megapascal (700 bar) werde das Gas nur bei 1,6 bis 2,0 Megapascal(öffnet im neuen Fenster) gespeichert. Dadurch würden die Kosten für das Gesamtsystem spürbar sinken.

Wirkungsgrad gering, Lebensdauer hoch

Die Effizienz kann mit aktueller Batterietechnologie dagegen nicht mithalten. Laut der Veröffentlichung lassen sich nur 75 Prozent des eingespeicherten Stroms wieder abrufen. Dafür sollen die bisherigen Versuche zeigen, dass nahezu keine Verschlechterung bei der Kapazität zu beobachten sei, weshalb eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren angegeben wird.

Auch bei der Größe beziehungsweise Energiedichte hat das Batteriesystem Nachteile. 1 kg Wasserstoff besitzt bei einem Druck von 2 Megapascal noch immer ein Volumen von über 500 Litern. Laut den Ausführungen von Elestor benötigt die Wasserstoff-Eisen-Batterie für eine nennenswerte Kapazität im Megawattstundenbereich jedoch mehrere Tonnen Wasserstoff. Allerdings ist die Größe bei einem stationären Speicher eher zweitrangig.

Noch handelt es sich allerdings um ein experimentelles Batteriesystem, und die Angaben stammen durchweg von dem Start-up selbst. Allerdings gehört Elestor zu einer niederländischen Vereinigung von Batterieforschungsinstituten, zu der fünf Universitäten und beispielsweise auch der niederländische Zweig von RWE gehören. Kompetenz scheint vorhanden zu sein.


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