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Batterie Südostasiens: Größtes Solarstromprojekt in Südostasien geht ans Netz

In Laos geht ein gigantisches Photovoltaik-Projekt in Betrieb. Es ist in Zusammenarbeit mit China entstanden und soll die Kohlendioxidemissionen des Landes senken.
/ Patrick Klapetz
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Das von China entwickelte Solarprojekt in Laos (Bild: CMG)
Das von China entwickelte Solarprojekt in Laos Bild: CMG

China hat mit einem 1-Gigawatt-Photovoltaikprojekt das größte Einzelstandort-Solarstromprojekt in Südostasien(öffnet im neuen Fenster) gebaut. Die Anlage befindet sich im Norden des Nachbarlands Laos und wurde am 7. April 2026 in Betrieb genommen.

Der Sonnenenergiepark markiert einen wichtigen Meilenstein in der regionalen Zusammenarbeit im Bereich der sauberen Energie und für Laos speziell den Übergang der Region zu grüner Energie.

Das Projekt wurde von dem chinesischen Atomkraftkonzern CGN (China General Nuclear Power Group) entwickelt. Mit einer installierten Leistung von einem Gigawatt in der ersten Phase ist es der China Media Group (CMG) zufolge auch das erste großflächige Berg-Photovoltaikprojekt in Laos.

Sobald das Projekt vollständig ans Netz geht, soll es jährlich um die 1,65 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen. Dies soll dem südostasiatischen Land dabei helfen, seine Kohlendioxidemissionen um rund 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr zu reduzieren, indem etwa 500.000 Tonnen Standardkohle eingespart werden.

Der Kohleexport in Südostasien

Die Kohlereserven des Landes werden auf ungefähr 500 bis 800 Millionen Tonnen geschätzt(öffnet im neuen Fenster). Einige geologische Schätzungen gehen bei Einbeziehung nicht voll erschlossener Vorkommen von bis zu einer Milliarde Tonnen aus. Das bedeutendste Abbaugebiet liegt in der Provinz Sayaboury (Hongsa-Region), wo sich die größten Braunkohlevorkommen des Landes befinden, aber auch in den Provinzen Xekong und Saravane existieren weitere Vorkommen.

Das Land produziert derzeit jährlich etwa 12 bis 15 Millionen Tonnen Kohle(öffnet im neuen Fenster). Über 90 Prozent der geförderten Menge werden im Braunkohlekraftwerk Hongsa(öffnet im neuen Fenster) verfeuert. Der Strom wird größtenteils nach Thailand exportiert.

Zudem wurden im Jahr 2025 neue Verträge mit vietnamesischen Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) wie dem staatlichen Bergbaukonzern Vinacomin unterzeichnet, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kohlesektor zu stärken und jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Kohle von Laos nach Vietnam zu exportieren.

Die Batterie Südostasiens

Die Kohleproduktion und der Energieexport nehmen damit eine eher kleine, aber wirtschaftlich wichtige Rolle für Laos Energiewirtschaft(öffnet im neuen Fenster) ein. Das Land produziert circa 76 Prozent seines Energiebedarfs aus Wasserkraft. Es verfügt derzeit über etwa 80 größere Wasserkraftwerke, die aktiv Strom produzieren.

Die installierte Gesamtleistung der Wasserkraftwerke(öffnet im neuen Fenster) übersteigt mittlerweile 11.600 Megawatt (MW). Ferner befinden sich Dutzende weitere Projekte in verschiedenen Bau- und Planungsstadien. Allein am Mekong-Hauptstrom sind insgesamt neun große Staudämme geplant.

Rund 70 bis 80 Prozent des erzeugten Stroms werden exportiert, wobei Thailand der Hauptabnehmer ist, gefolgt von Vietnam und Kambodscha. Deswegen wird Laos auch als die Batterie Südostasiens bezeichnet.

Laos will grüner werden

Neben der Wasserkraft wird die Energie zu etwa 24 Prozent aus Kohle, zu 3 bis 5 Prozent aus Biomasse und nur zu 1 bis 2 Prozent aus Solar- und Windenergie gewonnen. Die laotische Regierung strebt(öffnet im neuen Fenster) eine 100-prozentige Elektrifizierung bis 2030 sowie eine Senkung des Endenergieverbrauchs um zehn Prozent an und will die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 60 Prozent senken.

Mit Projekten wie dem 1-Gigawatt-Photovoltaikpark in Nordlaos könnte dieses Ziel erreicht werden. Bisher seien rund 2,23 Millionen Solarmodule für die Anlage errichtet worden, teilte Wang Yang mit, der Leiter der Produktions- und Betriebsabteilung der Laos-Einheit von CGN Energy International.

Der grüne Strom wird in die China-Laos-500-Kilovolt-Verbindungsleitung eingespeist, die seit Februar 2026 beide Länder(öffnet im neuen Fenster) über eine insgesamt 177,5 Kilometer lange Übertragungsleitung verbindet. Insgesamt sollen saubere Energieprojekte in fünf nördlichen Provinzen von Laos beschleunigt werden.


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