Batbot: Roboter fliegt wie eine Fledermaus

Batbot heißt ein Roboter, der seine Flügel nach dem Vorbild einer Fledermaus bewegen kann. Künstliche Muskeln aus einer Formgedächtnis-Legierung ahmen die Verformung des Flügels nach.

Artikel veröffentlicht am ,
Fliegt noch nicht ganz stabil: Batbot
Fliegt noch nicht ganz stabil: Batbot (Bild: Polytechnische Universität Madrid)

Über Jahrmillionen hat die Natur oft höchst effiziente Lösungen etwa für den Antrieb herausgebildet. Ein Beispiel ist die Fledermaus. Wissenschaftler aus Spanien und den USA haben einen Roboter entwickelt, der den Antrieb der Säuger nachahmt.

  • Batbot (Bild: Polytechnische Universität Madrid)
Batbot (Bild: Polytechnische Universität Madrid)
Stellenmarkt
  1. PHP Symfony Entwickler (w/m/d)
    DMK E-BUSINESS GmbH, Berlin-Potsdam, Köln, Chemnitz
  2. Java / Kotlin Developer*in (m/w/d)
    Haufe Group, Freiburg
Detailsuche

Batbot haben die Forscher von der Polytechnischen Universität in Madrid und der Brown-Universität in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island ihren Roboter genannt. Vorbild war der Graukopf-Flughund, der mit einer Flügelspannweite von bis zu anderthalb Metern eine der größten Fledermausarten ist. So groß ist der Batbot allerdings nicht: Seine Spannweite beträgt etwa einen halben Meter.

Flügel verformen sich

Die Wissenschaftler haben zunächst den Flug der Fledermaus analysiert: Diese ändert beim Schlagen das Profil ihrer Flügel: Vor- und Auftrieb erzeugt sie bei der Abwärtsbewegung des Flügels. Sie streckt ihn, um dafür eine möglichst große Fläche zur Verfügung zu haben. Diese würde aber bei der Aufwärtsbewegung bremsen. Deshalb faltet die Fledermaus dann ihren Flügel. Dabei verformt sie ihre Knochen.

Die Wissenschaftler um Julian Colorado von der Universität in Madrid haben diesen Antriebsmechanismus nachgebildet: Der Batbot hat Flügel aus weichem Silikon, die von einem kleinen Elektromotor angetrieben werden. Das Ausbreiten und Einfalten erreichen die Forscher durch den Einsatz von Drähten aus einer Nickel-Titan-Legierung, einem Material mit einem Formgedächtnis (Shape-Memory-Alloy, SMA).

Künstliche Muskeln

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, Virtuell
  2. Penetration Testing Fundamentals: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17.–18. Januar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Wird Spannung an diese Drähte angelegt, verändern sie ihre Form. Die SMA-Drähte sitzen zwischen der Schulter und dem Ellenbogen des Roboterarms. Die Drähte drehen als künstliche Muskeln den Ellenbogen, so dass sich die Finger krümmen und den Flügel in der Aufwärtsbewegung verkleinern. "Das verkleinert und breitet den Flügel aus, ähnlich wie beim natürlichen Pendant", erklärte Colorado dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Die Flügel einer Fledermaus seien vom Aufbau her der Hand und dem Arm eines Menschen ähnlich. Dabei seien sie zudem sehr beweglich. "Die Art und Weise, wie die Fledermäuse die Form ihrer Flügel ändern, bietet ein großes Potenzial für die Verbesserung der Manövrierfähigkeit von Minidrohnen", sagt Colorado. Allerdings fliegt der Batbot noch nicht stabil.

Bat-Roboter für die US-Armee

Entsprechend ist sein Team auch nicht das einzige, das eine Minidrohne (Micro Air Vehicle, MAV) nach dem Vorbild der Flugsäuger baut: 2009 haben zwei Wissenschaftler der Universität des US-Bundesstaates North Carolina in Raleigh einen allerdings kleineren Fledermausroboter gebaut, bei dem ebenfalls SMA-Komponenten zum Einsatz kamen. Com-Bat ist ein Forschungsprojekt an der Universität des US-Bundesstaates Michigan, das im Auftrag der US-Armee eine robotische Fledermaus entwickelt, die im Häuserkampf den Gegner ausspähen soll. Da sich das US-Militär sehr für MAVs interessiert, finanziert es zum Teil auch das spanisch-amerikanische Gemeinschaftsprojekt.

Colorado und seine Kollegen beschreiben ihre Arbeit in einem Aufsatz, der im September 2012 in der Fachzeitschrift Bioinspiration & Biomimetics erscheinen soll.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Informatik
"Programmieren lernen tut weh"

Doris Aschenbrenner ist eine der jüngsten Professorinnen für Informatik in Deutschland. Ein Porträt über eine Frau mit einer großen Liebe für Roboter.
Ein Porträt von Peter Ilg

Informatik: Programmieren lernen tut weh
Artikel
  1. Quartalszahlen: AMD macht Rekordumsatz und hohen Gewinn
    Quartalszahlen
    AMD macht Rekordumsatz und hohen Gewinn

    Die Epyc- und Ryzen-Verkäufe steigen immer weiter, auch Konsolen-Chips und Datacenter-GPUs gehen gut: AMD ist auf Erfolgskurs.

  2. Wie die Deutsche Bahn auf Distributed Ledger setzt
     
    Wie die Deutsche Bahn auf Distributed Ledger setzt

    Die Deutsche Bahn beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit der Blockchain-Technologie. Die Ansätze reichen von dezentraler Mobilität und Verkehrssteuerung über gesicherte digitale Identitäten bis hin zu papierlosen Transportketten.
    Sponsored Post von Deutsche Bahn

  3. Plugin-Hybride: Endet die Förderung trotz höherer Reichweiten?
    Plugin-Hybride
    Endet die Förderung trotz höherer Reichweiten?

    Die Plugin-Hybride der Mercedes C-Klasse sollen elektrisch mehr als 100 km weit kommen. Doch die Ampelkoalition könnte die umstrittene Förderung streichen.
    Von Friedhelm Greis

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 in Kürze bestellbar • Seagate Exos 18TB 319€ • Samsung-TVs günstiger (u. a. 50" QLED 2021 749€) • Alternate-Deals (u. a. Asus B550-Plus Maiboard 118€) • Neues Xiaomi 11T 256GB 549,90€ • Speicherprodukte von Sandisk & WD zu Bestpreisen (u. a. Sandisk SSD Plus 2TB 140,99€) [Werbung]
    •  /