Bastelrechner: Raspberry Pi 4 schafft Übertaktung auf 2,15 GHz
Der Redakteur Elliot Williams von Hackaday(öffnet im neuen Fenster) hat mehrere Versionen des Raspberry Pi 4 auf die Leistungsprobe gestellt und die Modelle einer Übertaktung unterzogen. Getestet wurden der Raspberry Pi 4B, das Compute Module 4 und der neue Raspberry Pi 400 im Tastaturgehäuse. Obwohl alle Modelle auf ein gleiches Broadcom-SoC setzen, unterscheiden sich diese in den Revisionen noch einmal. Das führte im Test zu merklichen Unterschieden.
Williams konnte den neuen Raspberry Pi 400 etwa zunächst auf 2 und dann auf 2,15 GHz Frequenz übertakten. Der angestrebte Takt kann über die Textdatei /boot/config.txt eingestellt werden. Allerdings bootet das System bei mehr als 2,15 GHz nicht mehr, obwohl der im Gehäuse verbaute Heatspreader dies theoretisch schaffen würde. Es wurden selbst bei 2,15 GHz unter dreistündiger Volllast etwa 62,5 Grad Celsius gemessen, was annehmbare Temperaturen sind.
Das ist ein merklicher Unterschied zum Raspberry Pi 4B, der bereits im Golem.de-Test mit Drosselungsproblemen durch zu hohe Temperaturen zu kämpfen hatte. Hier wird eine Form von Heatsink empfohlen, welches nicht ab Werk vorinstalliert ist. Allerdings sind die kleinen Aluminium-Spreader, die das SoC bedecken, nicht unbedingt für Overclocking geeignet. Das preiswerte Zubehör reicht aus, um den Pi 4B auf 1,8 GHz zu betreiben. Dort ist allerdings die Grenze für das System.
Raspberry-Pi-Gehäuse ist nicht ideal
Auch ist etwa das kaum belüftete Raspberry-Pi-Case des Herstellers eine schlechte Idee. Ein darin installiertes Board drosselt bereits nach 10 Minuten Volllast auf 1,1 GHz herunter. Der Pi 4B taktet zudem standardmäßig mit nur 1,5 GHz statt 1,8 GHz, was für ein energieeffizienteres SoC im Pi 400 spricht.

Das Compute Module 4 taktet ebenfalls standardmäßig mit 1,5 GHz pro Kern, scheint aber auch energieeffizienter zu arbeiten. Bei Werkseinstellungen erzeugt das SoC weniger Abwärme und erreicht ohne Heatsink etwa 70 Grad Celsius. Der Pi 400 kommt mit 1,8 GHz auf 60 Grad. Diese Werte erreicht das ursprüngliche Pi 4B nicht.
Es ist nicht unbedingt nachteilig, den Raspberry Pi per Config-Datei zu übertakten. Die Werte stellen nur die Obergrenze für den Chip dar. Standardmäßig arbeitet das System mit dynamischen Taktraten, die im Idle weiterhin bis auf 600 MHz absinken, um Energie zu sparen. Ein Teilfazit von Williams lautet daher: "Ich werde mein Pi 400 auf 2,15 GHz betreiben – warum nicht?"
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