Bastelprojekt: Forscher bauen Mikroskop mit Lego und iPhone-5-Kamera

Deutsche Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Georg-August-Universität Göttingen haben ein funktionierendes optisches Mikroskop(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, das zu einem Großteil aus gebrauchten Smartphoneteilen und Legosteinen besteht. Neben diesen Bauteilen werden ein Smartphone als Okularersatz und einige zusätzliche Linsen aus Kunststoff und Glas verwendet.
Das Projekt soll Schulklassen und junge Schüler zum Experimentieren ermutigen. "Eine Studie mit Schülern der Altersklassen neun bis 13 Jahre zeigt, dass sich ihr Verständnis der Mikroskopie signifikant erhöht hat, nachdem sie mit dem Lego-Mikroskop gearbeitet haben" , schreibt das Forscherteam in der Projektbeschreibung.
Konstrukt fast nur aus normalen Legosteinen
Das Gerät besteht zum Großteil aus handelsüblichen Legosteinen. Diese bilden einen Turm, der über einen Einschub für zu untersuchende Präparate gestellt wird. Ein weiteres Bauelement integriert eine orange LED-Leuchte, die den Experimentieraufbau beleuchtet. Mit dem Mikroskop sollen Vergrößerungen im Mikrometerbereich möglich sein.
Im oberen Teil der Konstruktion werden zwei Konvexlinsen mit flachem Boden und einem Durchmesser von 3,84 mm (Brennweite 106 mm) zwischen Legosteinen eingeklemmt. Eine zweite Linse wird an ein Lego-Technic-Konstrukt gesteckt, das sich in der Höhe für die Schärfe einstellen lässt. Zwei austauschbare Linsen sind hier vorgesehen: Eine größere, weniger stark vergrößernde Glaslinse mit 18 mm Durchmesser und einer Brennweite f von 26,5 mm und die dünne Kunststofflinse einer gebrauchten iPhone-5-Kamera, die nur 3,85 mm misst und Objekte stärker vergrößert.






Das Grundgestell verfügt nicht über eine höhenverstellbare Präparatablage. Dies sei ein optionales Projekt für fortgeschrittene Schüler, um noch mehr über die Funktionsweise eines optischen Linsensystems, hier speziell eines Mikroskops, zu lernen.
Die Legosteine sollen zusammengenommen etwa 80 Euro kosten. Dazu kommen 10 Euro für Mikroskopzubehör, 5 Euro für die Glaslinse, 3 Euro für zwei Kunststofflinsen und 4 Euro für die Ersatzkamera eines iPhone 5. Die Anleitung und weiterführendes Material sollen als Anhänge der Arbeit mit integriert werden. Allerdings führt die Verlinkung im PDF derzeit ins Leere.









