Bastelplatine: Raspberry Pi 4 wird wegen Chipkrise teurer

Die Raspberry Pi Foundation hat erstmals in ihrer Geschichte Preiserhöhungen bei den Raspberry Pi(öffnet im neuen Fenster) angekündigt: Hintergrund ist die akute und anhaltende Chipknappheit, wodurch Bauteile schlechter verfügbar und daher teurer sind. CEO Eben Upton zeigt sich allerdings zuversichtlich, dass man für die nächsten zwölf Monate in Teilbereichen dennoch gut genug aufgestellt sei.
Primär betroffen sind Chips, die im 40-nm-Verfahren und damit einem älteren, aber derzeit extrem stark nachgefragten Node produziert werden. Solche SoCs werden unter anderem beim Compute Module 3(+) und beim Raspberry Pi 3B(+) verwendet, konkret handelt es sich um Broadcoms BCM2837.
Aus diesem Grund priorisiert die Foundation die Produktion des Compute Module 3(+) und des Raspberry Pi 3B, da hierfür gegebenenfalls schon Carrier-Boards vorhanden sind und das 3B wegen seines Single-Band-Radios beliebt ist. Der Raspberry Pi 3B+ hingegen wird zugunsten der anderen Bastelplatinen zurückgestuft.
Nur ein einziger Raspi wird teurer
Um die steigenden Kosten auszugleichen, erhöht die Foundation beim aktuellen Raspberry Pi 4B mit 2 GByte RAM und einem 28-nm-Broadcom-BCM2711 den Preis von 35 US-Dollar auf 45 US-Dollar. Der eigentlich bereits eingestellte Raspberry Pi 4B mit 1 GByte RAM hingegen feiert ein Comeback und wird für 35 US-Dollar angeboten. Eben Upton betont, dass es hierbei um eine temporäre Maßnahme handele.

Die Foundation rät Embedded- und Industrie-Kunden dazu, ab 2022 zugunsten der besseren Verfügbarkeit vom Raspberry Pi 3B+ auf die 1-GByte-Variante des Raspberry Pi 4B zu migrieren. Beide Boards nutzen mit dem Cypress CYW43455 alias BCM43455 das gleiche Wi-Fi-Modul inklusive FCC-Zertifizierung, was den Wechsel erleichtert.
Laut Eben Upton soll es abseits des Raspberry Pi 4B mit 2 GByte RAM keine weiteren Preiserhöhungen geben. Er geht davon aus, dass genug 28-nm-Chips für die kommenden zwölf Monate vorhanden sind, um damit Kunden des Compute Module 4 und des Raspberry Pi 4B zu versorgen. Außerdem gebe es erste Anzeichen, dass sich die Lieferkettenproblematik zu entspannen beginne.



