Basisstationen: Telefónica spendet millionenteure Netzausrüstung für Ukraine

Telefónica Deutschland hilft der Ukraine mit 4G-Mobilfunkstationen. Das wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz koordiniert.

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Vodafone Ukraine ist einer der drei großen Netzbetreiber des Landes.
Vodafone Ukraine ist einer der drei großen Netzbetreiber des Landes. (Bild: Vodafone Ukraine)

Telefónica spendet mehrere Tausend Netzkomponenten an die Ukraine, um das durch den Krieg zerstörte Mobilfunknetz wieder aufzubauen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel kooperiert das Unternehmen mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), um 3.500 Basismodule, Remote Radio Units und Richtfunkkomponenten in das Land zu bringen, die 2G-, 3G- und 4G-Mobilfunksignale verarbeiten können.

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Mit der Ausrüstung im Wert von rund vier bis sechs Millionen Euro lässt sich nach Einschätzung von Experten eine Fläche von der Größe Niedersachsens vernetzen. Telefónica setzt bei der Netzausrüstung auf die strategischen Partner Nokia aus Finnland und Huawei aus China.

Laut O2 Telefónica handelt es sich "um moderne und voll funktionsfähige Technik", die "ohne Einschränkungen" in der Ukraine eingesetzt werden könne. Die Regierung in Kiew hatte ausländische Netzbetreiber um Hilfe beim Wiederaufbau gebeten. Laut dem BBK ist O2 Telefónica bislang der einzige deutsche Mobilfunkbetreiber, der auf die Anfrage reagierte.

Vodafone teilt mit, seine Partnerfirma Vodafone Ukraine direkt mit einer Gerätespende unterstützt zu haben. Man sehe aber den "größeren Bedarf" und prüfe mit der EU-Kommission, wie man helfen könne.

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Die Deutsche Telekom erklärte, sie habe kurz nach Kriegsausbruch eine Anfrage erhalten, "allerdings sind die bei uns verbauten Komponenten nicht kompatibel mit der Technik in der Ukraine". Aktuell liege keine weitere Anfrage vor.

Wer betreibt Mobilfunknetze in der Ukraine?

Die größten Mobilfunkanbieter der Ukraine sind Kyivstar, Vodafone Ukraine und Lifecell. Informationen über die Besitzverhältnisse von Konzernen in dem Land sind nur schwer zugänglich. Marktführer Kyivstar kämpft seit dem russischen Angriff damit, dass Basisstationen abgeschaltet und vom Militär erbeutet werden.

Kyivstar ist eine Tochtergesellschaft des Mobilfunkunternehmens Veon, das 1992 als russische Vimpelcom in Moskau gegründet wurde. Heute ist Veon in den Niederlanden ansässig, hat laut einem Bericht der Kyiv Post vom Dezember 2018 aber mehrheitlich russische Eigner und bedient über 217 Millionen Kunden in neun Ländern.

Vodafone Ukraine, die Nummer zwei auf dem Markt, wurde zusammen von der russischen MTS (Mobile Telesystems) und Vodafone betrieben. Die NEQSOL Holding erwarb im Dezember 2019 100 Prozent der Anteile von Vodafone Ukraine. NEQSOL Holding ist ein aserbaidschanisches Unternehmen, das 1994 als Joint Venture zwischen der aserbaidschanischen Regierung und dem privaten israelischen Unternehmen GTIB gegründet wurde. Ein Sprecher der britischen Vodafone Group sagte Golem.de auf Anfrage: "Vodafone Ukraine wird von Bakcell unter der Marke Vodafone im Rahmen einer Lizenzvereinbarung betrieben. Vodafone hat keine Kapitalbeteiligung an Bakcell oder Vodafone Ukraine." Bakcell ist ein NEQSOL-Unternehmen, dass wie NEQSOL komplett dem Konzernchef Nasib Hasanov gehört.

Lifecell ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter in der Ukraine und ist Teil des türkischen Mobilfunkkonzerns Turkcell.

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