Basis 67: Einblick in Chinas geheime Atombasis
Ein aktueller Bericht(öffnet im neuen Fenster) des China Aerospace Studies Institute der US Air Force gewährt detaillierte Einblicke in die Basis 67, die als logistisches Zentrum der chinesischen Atomstreitkräfte fungiert. Tief im Qinling-Gebirge kontrolliert die Volksrepublik hier zentralisiert ihr nukleares Arsenal, dessen Bedeutung angesichts einer massiven Aufrüstung stetig wächst.
Während das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri(öffnet im neuen Fenster) von einer jährlichen Produktion von 100 neuen Sprengköpfen seit 2023 ausgeht, prognostiziert das Pentagon(öffnet im neuen Fenster) bis zum Jahr 2030 einen Bestand von mindestens 1.000 einsatzbereiten Einheiten. Damit übertrifft die aktuelle Entwicklung frühere US-Schätzungen(öffnet im neuen Fenster) deutlich.
Die als zentrales Nervenzentrum fungierende Basis 67 der PLA Rocket Force (PLARF: People's Liberation Army Rocket Force) ist für die Lagerung, Wartung und Verteilung der Waffen zuständig. Das Hauptquartier befindet sich in Baoji (Provinz Shaanxi), während das operative Herzstück im 55 Kilometer entfernten Hongchuan liegt.
Das operative Herzstück der Basis 67 liegt in Hongchuan
Dieser Standort gilt als einer der sensibelsten Orte des Militärs und zeichnet sich durch eine extreme Zentralisierung aus. Anders als bei anderen Atommächten lagern die Sprengköpfe hier räumlich streng getrennt von den eigentlichen Raketenbrigaden tief unter der Erde.
Diese Abgelegenheit dient primär der politischen Kontrolle durch die Kommunistische Partei unter Xi Jinping, da die Struktur den unbefugten Zugriff lokaler Kommandeure verhindert und sicherstellt, dass Einsatzbefehle ausschließlich von der Zentralen Militärkommission ausgehen.
Verwaltung und strategische Schwachstellen
Verwaltet werden die nuklearen Sprengköpfe von spezialisierten Einheiten mit einer Truppenstärke von etwa 15.000 Soldaten. Diese Brigaden sind auf die Lagerung, Qualitätskontrolle sowie auf nukleare Notfälle und den Transport spezialisiert. In den Staatsmedien werden die dort seit 2014 dienenden Frauen oft als Hongchuan Mulans bezeichnet, was die Härte des Dienstes in der isolierten Region romantisieren soll.
Die logistische Anbindung über lediglich eine schmale Zufahrtsstraße wertet der US-Bericht jedoch als strategische Schwachstelle, da blockierte Wege im Ernstfall die Reaktionszeit der Atommacht massiv verzögern könnten. Der auf Open-Source-Daten und Satellitenbildern basierende Bericht, der aufgrund der strikten Geheimhaltung teilweise auf Schätzungen beruht, unterstreicht die wachsende Besorgnis über die mangelnde Transparenz des chinesischen Programms.