Abo
  • Services:

GOTO 70er

BASIC überlebte JOSS nicht nur um einige Jahrzehnte, sondern spielte bei der Verbreitung und Entwicklung von PCs eine außerordentliche Rolle. Vor allem, weil es kostenlos war, aber auch so modifiziert werden konnte, dass es auf den aufkommenden Micro-, Bastel- und Heimcomputern mit wenig Speicher lief. In den 1970ern lernten Tausende mit Basic das Programmieren, sehr zum Leidwesen vieler Professoren, die die inzwischen aufgetauchten Hochsprachen lehrten. Ihren Studenten seien die Fehler, die sie bei BASIC gelernt hätten, nicht mehr auszutreiben.

Stellenmarkt
  1. Universität Passau, Passau
  2. Gothaer Finanzholding AG, Köln

Inzwischen auch zu einer Interpretersprache mutiert, konnte BASIC auf fast allen Rechnern genutzt werden, die damals populär waren, etwa dem Sinclair ZX80, dem Schneider CPC, auf Rechnern von Atari und auf dem legendären Commodore 64. Auch auf dem Apple II gab es einen BASIC-Interpreter.

RENAME BASIC *BASIC*

Bill Gates - damals noch Student an der Washington State University - schrieb zusammen mit Paul Allen für den Altair 8800 einen BASIC-Interpreter namens Altair BASIC. In seinem legendären Open Letter to Hobbyists beklagte sich Gates darüber, dass Altair BASIC zwar großes Lob und eine noch größere Verbreitung erlebe, aber die Verkaufszahlen vergleichsweise gering seien. Gates hatte zuvor mit Allen seine Firma Microsoft gegründet. Gates lizenzierte später seinen inzwischen als Microsoft BASIC bezeichneten Interpreter 1981 an IBM. BASIC lief damals im ROM der ersten IBM-PCs.

Mit den zunehmend komplexeren Aufgaben, die ein Rechner bewältigen konnte, wurde auch der ursprünglich aus nur 14 Befehlen bestehende Befehlssatz immer wieder erweitert. In MS-DOS folgte GW-BASIC und später ab MS-DOS 5.0 QuickBASIC. Wer erinnert sich noch an Gorilla.bas, Money.bas, Nibbles.bas und Remline.bas? Später folgte noch Visual BASIC, mit dem auch grafische Oberflächen programmiert werden können.

CAT *BASIC*

Aber nicht nur Microsoft entwickelte BASIC weiter. Es gab unzählige Abwandlungen und verschiedene Dialekte, die teils nur für bestimmte Rechner oder Aufgabenbereiche entworfen wurden. Auf Wikipedia haben Fleißige eine ergiebige Liste zusammengestellt. Ein Kollege legte für die Recherche zu diesem Artikel ein Handbuch für Maxon BASIC 3 für Amiga vor, das "professionelle BASIC-System der 90er". Dort gibt es weit über hundert inzwischen in BASIC gängige Funktionen.

Die beiden ursprünglichen Entwickler Kurtz und der inzwischen verstorbene Kemeny schrieben 1985 das Buch mit dem vielsagenden Titel "Back To Basic: The History, Corruption, and Future of the Language" (Zurück zu Basic: Die Geschichte, Verfälschung und Zukunft der Programmiersprache). Sie gründeten die Firma True Basic, um ihre Version von BASIC zu vermarkten - ohne großen Erfolg. Denn inzwischen waren die Programmiersprachen Pascal und C populär geworden, die den aktuellen Anforderungen an Programmierung entsprachen. Längst wird BASIC nicht mehr an Universitäten gelehrt.

GOODBYE

BASIC ist seinen Ruf als Programmiersprache für Spagehtticode nie losgeworden, Code der entsteht, wenn ungebremst die berühmt-berüchtigte GOTO-Anweisung benutzt wird. Die war bereits in der ersten Version 1964 dabei. Trotzdem ist BASIC nicht tot, nur eher selten geworden, was ein Blick in die Softwarequellen vom aktuellen Debian verrät. Auch wenn QBASIC aus Microsofts Betriebssystemen nach Windows ME verschwunden ist, so mancher Dialekt führt noch ein Eigenleben in der Nische, wie beispielsweise DarkBASIC im Spielebereich - und der Toasterindustrie.

 BASIC: GOTO 50
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Caseking kaufen
  2. ab 349€
  3. 449€ + Versand

Hotohori 15. Mai 2014

Naja, ich hatte damals viel in Basic auf dem C64 geschrieben und wollte das später...

ichbinsmalwieder 06. Mai 2014

PHP wirkt auf mich wie wenn jemand versucht hat, PERL nachzuprogrammieren, aber nichts...

Nolan ra Sinjaria 06. Mai 2014

Verdammt... ;) und ich dachte immer, dass der linux-Befehl ls den Inhalt des aktuellen...

derKlaus 06. Mai 2014

Ich vermisse allerdings MSX-Basic, das auch von Microsoft kam und für die vor allem in...

ralfi 05. Mai 2014

Sie kannten ALGOL. Fortran und ALGOL waren die Lehrsprachen am Darthmoth. http://www...


Folgen Sie uns
       


Oculus Go - Test

Virtual Reality für 220 Euro? Oculus Go überzeugt im Test.

Oculus Go - Test Video aufrufen
Noctua NF-A12x25 im Test: Spaltlos lautlos
Noctua NF-A12x25 im Test
Spaltlos lautlos

Der NF-A12x25 ist ein 120-mm-Lüfter von Noctua, der zwischen Impeller und Rahmen gerade mal einen halben Millimeter Abstand hat. Er ist überraschend leise - und das, obwohl er gut kühlt.
Ein Test von Marc Sauter

  1. NF-A12x25 Noctua veröffentlicht fast spaltlosen 120-mm-Lüfter
  2. Lüfter Noctua kann auch in Schwarz
  3. NH-L9a-AM4 und NH-L12S Noctua bringt Mini-ITX-Kühler für Ryzen

Steam Link App ausprobiert: Games in 4K auf das Smartphone streamen
Steam Link App ausprobiert
Games in 4K auf das Smartphone streamen

Mit der Steam Link App lassen sich der Desktop und Spiele vom Computer auf Smartphones übertragen. Im Kurztest mit einem Windows-Desktop und einem Google Pixel 2 klappte das einwandfrei - sogar in 4K.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Valve Steam Spy steht nach Datenschutzänderungen vor dem Aus
  2. Insel Games Spielehersteller wegen Fake-Reviews von Steam ausgeschlossen
  3. Spieleportal Bitcoin ist Steam zu unbeständig und zu teuer

Wonder Workshop Cue im Test: Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter
Wonder Workshop Cue im Test
Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter

Bislang herrschte vor allem ein Niedlichkeitswettbewerb zwischen populären Spiel- und Lernrobotern für Kinder, jetzt durchbricht ein Roboter für jüngere Teenager das Schema nicht nur optisch: Cue fällt auch durch ein eher loseres Mundwerk auf.
Ein Test von Alexander Merz


      •  /