Abo
  • Services:

Barmer GEK: Wie ein Nutzerkonto bei der Krankenkasse gekapert wird

Ein Datenschutzexperte hat die Krankendaten eines Journalisten der Rheinischen Post einsehen können. Dazu war nicht mehr als dessen Name, Versichertennummer und ein Anruf im Callcenter der Barmer GEK nötig. Jetzt wird ein besserer Schutz gefordert.

Artikel veröffentlicht am ,
Barmer GEK: Wie ein Nutzerkonto bei der Krankenkasse gekapert wird
(Bild: Barmer GEK)

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen sensible Patientendaten im Internet besser schützen. "Die Kassen müssen hier dringend die Sicherheit erhöhen. Beispielsweise durch Einführung eines Pin/Tan-Verfahrens analog zum Online-Banking", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, der Rheinischen Post. Spahn reagierte damit auf einen Bericht der Rheinischen Post, nach dem Patientenquittungen über ärztliche Behandlungen, Diagnosen und verordnete Medikamente auf der Internetseite der Barmer GEK einsehbar waren.

Stellenmarkt
  1. Schwarz Dienstleistung KG, Neckarsulm
  2. über 3C - Career Consulting Company GmbH, München oder deutschlandweit (Home-Office)

Die Kasse hatte bereits angekündigt, "die internen Kontroll- und Sicherheitsvorschriften zu überprüfen und gegebenenfalls zu verschärfen".

Mit einem Anruf und einem Brief war es einem professionellen Anbieter von Datenschutz-Dienstleistungen möglich, sich im Internet Zugang zu Patientendaten eines gesetzlich Versicherten zu verschaffen, der als Journalist bei der Rheinischen Post arbeitet. Dafür waren nur dessen Name und Versichertennummer erforderlich. Das Geburtsdatum fand der Experte im Internet.

Mit dem Namen, der Versichertennummer und dem Geburtsdatum konnte der Datenschutzexperte über das Callcenter der Krankenkasse die Wohnadresse des Redakteurs ändern. Auf der Internetseite der Kasse legte er mit den Daten ein Nutzerkonto an. An die fingierte Wohnadresse wurde der Aktivierungsschlüssel für das Konto versandt.

Über die Funktion "Patientenquittungen" waren die persönlichen Daten des Journalisten einsehbar. "Kontrollbesuche beim Zahnarzt, meine Fleischwunde, meine Operation, in letzterem Fall sogar mit genauer Diagnose, Behandlungsmethode und Name des Arztes. Unser Tester konnte genau sehen, welche Medikamente mir in den vergangenen zwei Jahren verschrieben wurden. Welche Krankenhäuser ich wann und aus welchem Grund besucht habe. Er kann sehen, wer bei einer Familienversicherung noch mitversichert ist."

Die Barmer erklärte den Test zum Einzelfall. Es müsse sich "um einen Fehler eines Mitarbeiters handeln, der offensichtlich nicht alle Vorschriften zur Identifikation eingehalten" habe.

Nachtrag vom 27. Juni 2014, 13:11 Uhr

Die Barmer GEK hat die Kritik zurückgewiesen. Firmensprecher Athanasios Drougias sagte Golem.de: "Unsere Sicherheitssysteme zum Schutz der Versichertendaten befinden sich auf höchstem Niveau. Sie werden wie in allen anderen IT-Bereichen laufend überprüft und angepasst. Für den Zugang zu unserem Kundenportal gelten strengste Sicherheitsvorschriften, die in Teilen sogar über die Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik hinausgehen. Der beschriebene Fall ist konstruiert und gewollt. In Wirklichkeit setzt ein unbefugter Zugang kriminelle Energie und eine entsprechende Handlung voraus."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 44,98€ + USK-18-Versand
  2. 0,90€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 14.11.)
  4. 4,99€

Dingens 05. Jul 2014

sry, hast recht. das dreht die sache natürlich.

plastikschaufel 30. Jun 2014

Ich finde es lustig, dass dieser Typ so etwas sagt. Krankenkassen bewegen sich auch gerne...

Terra 30. Jun 2014

Entschuldige, aber deine (LinuxMacBook) Betrachtungsweise ist auch etwas Engstirnig...

Serpolytics 30. Jun 2014

Was ist schlimmer? Das Betroffene dann auch noch so einen Quatsch von sich geben, oder...

bh9k 30. Jun 2014

... dann ist es auch nicht mehr schwer weiterzukommen. Wie soll die Krankenkasse einen...


Folgen Sie uns
       


Drahtlos bezahlen per App ausprobiert

In Deutschland können Smartphone-Besitzer jetzt unter anderem mit Google Pay und der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen ihre Rechnungen begleichen. Wir haben die beiden Anwendungen im Alltag miteinander verglichen.

Drahtlos bezahlen per App ausprobiert Video aufrufen
Athlon 200GE im Test: Celeron und Pentium abgehängt
Athlon 200GE im Test
Celeron und Pentium abgehängt

Mit dem Athlon 200GE belebt AMD den alten CPU-Markennamen wieder: Der Chip gefällt durch seine Zen-Kerne und die integrierte Vega-Grafikeinheit, die Intel-Konkurrenz hat dem derzeit preislich wenig entgegenzusetzen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Threadripper erhalten dynamischen NUMA-Modus
  2. HP Elitedesk 705 Workstation Edition Minitower mit AMD-CPU startet bei 680 Euro
  3. Ryzen 5 2600H und Ryzen 7 2800H 45-Watt-CPUs mit Vega-Grafik für Laptops sind da

Campusnetze: Das teure Versäumnis der Telekom
Campusnetze
Das teure Versäumnis der Telekom

Die Deutsche Telekom muss anderen Konzernen bei 5G-Campusnetzen entgegenkommen. Jahrzehntelang von Funklöchern auf dem Lande geplagt, wollen Siemens und die Automobilindustrie nun selbst Mobilfunknetze aufspannen. Auch der öffentliche Rundfunk will selbst 5G machen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Stadtnetzbetreiber 5G-Netz kann auch aus der Box kommen
  2. Achim Berg "In Sachen Gigabit ist Deutschland ein großer weißer Fleck"
  3. Telefónica Bündelung von Bandbreiten aus 4G und 5G ist doch möglich

Künstliche Intelligenz: Wie Computer lernen
Künstliche Intelligenz
Wie Computer lernen

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und neuronale Netze zählen zu den wichtigen Buzzwords dieses Jahres. Oft wird der Eindruck vermittelt, dass Computer bald wie Menschen denken können. Allerdings wird bei dem Thema viel durcheinandergeworfen. Wir sortieren.
Von Miroslav Stimac

  1. Innotrans KI-System identifiziert Schwarzfahrer
  2. USA Pentagon fordert KI-Strategie fürs Militär
  3. KI Deepmind-System diagnostiziert Augenkrankheiten

    •  /