Bargeldloses Zahlen: Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt

Während Google Pay jüngst hierzulande gestartet ist, lässt Apple Pay auf sich warten. Kein Wunder: Der deutsche Markt ist schwierig - und die Banken sind in einer guten Verhandlungsposition.

Eine Analyse von Andreas Maisch veröffentlicht am
Apple Pay ist in Deutschland noch nicht gestartet.
Apple Pay ist in Deutschland noch nicht gestartet. (Bild: Apple)

Der Zahlungsdienst Google Pay ist kürzlich in Deutschland gestartet und damit in einen schwierigen Markt eingestiegen. Viele Zahlungsdienste sind hierzulande bereits gescheitert. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass Apple mit seinem Konkurrenzangebot noch wartet - obwohl das in anderen Ländern bereits sehr erfolgreich ist, etwa Polen, der Ukraine und Brasilien. In den USA ist der Zahlungsdienst schon seit Herbst 2014 im Einsatz. Der ukrainische Finanzminister schrieb im Mai, der Start von Apple Pay sei ein Beleg für die Attraktivität des ukrainischen Marktes für führende globale Konzerne. Deutschland ist da offenkundig weniger attraktiv - die Deutschen sind beim bargeldlosen Zahlen konservativer als andere Nationen.

Inhalt:
  1. Bargeldloses Zahlen: Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt
  2. Volksbanken sind für Kooperation mit Apple offen

Diese Erfahrung haben schon einige Anbieter mobiler Bezahllösungen gemacht. Ende Juni stellt Vodafone seine Vodafone Wallet ein. In der digitalen Geldbörse konnten Vodafone-Kunden ihre Kredit- oder Girokarten hinterlegen und damit bezahlen. Vodafone begründet die Einstellung des Dienstes mit der geringen Marktakzeptanz kontaktlosen Bezahlens in Deutschland.

Ein Vodafone-Sprecher sagt, Vodafone könne ohne die anderen deutschen Netzbetreiber keine Standardisierung bei der Technik erreichen. Ein solcher Schulterschluss der Netzbetreiber wäre aber wichtig gewesen, "da Kredit- und Kreditkarten-Institute so ein größeres Interesse haben, ihren Kunden eine digitale Bezahlkarte für das Smartphone anbieten zu wollen". Je weniger Firmen mobile Payment-Dienste anbieten, desto geringer sei die Bereitschaft der Banken, in diesen Bereich zu investieren. Zu den Kosten des Betriebs der Wallet schweigt das Unternehmen.

Viele Zahlungsdienste sind schon gescheitert

Die Liste der bisher gescheiterten Payment-Angebote ist lang: Vor Vodafone stellten bereits die Deutsche Telekom, O2 und Base ihre Wallets ein. Die Telekom nahm 2016 ihre App MyWallet vom Markt. Eine Sprecherin der Telekom sagt, es sei fraglich, ob sich die SIM-Karten-basierte Lösung als Standard durchsetzen werde. Der Markt habe sich langsamer entwickelt als angenommen. Einzelne Ländergesellschaften wie Polen und Ungarn setzen aber weiterhin auf Lösungen für das mobile Bezahlen.

Stellenmarkt
  1. IT Analyst Development & Consulting (m/w/d)
    DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG, Mannheim
  2. Senior Consultant IT-Security (m/w/d) SIEM Engineer
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Ein Hindernis für neue Bezahllösungen hierzulande ist, dass die Deutschen besonders gerne mit Bargeld zahlen. Sie tragen laut einer Studie der Europäischen Zentralbank im Schnitt 103 Euro im Geldbeutel mit sich herum. Das ist der höchste Wert in der Eurozone. Laut einer Studie der Bundesbank besitzen nur 36 Prozent der Deutschen eine Kreditkarte. Und von den Kreditkarten-Inhabern setzen nur 19 Prozent diese mindestens einmal pro Woche ein. Bargeld und ihre Girocard reichen den Deutschen für die meisten Einkäufe.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Volksbanken sind für Kooperation mit Apple offen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mozilla
Firefox verliert 20 Prozent Nutzer in zweieinhalb Jahren

Die offiziellen Nutzer-Statistiken des Firefox-Browsers sehen für Mozilla nicht gut aus. Immerhin wird der Browser intensiver genutzt.

Mozilla: Firefox verliert 20 Prozent Nutzer in zweieinhalb Jahren
Artikel
  1. Plastikmüll: Bebot reinigt den Strand von Müll
    Plastikmüll
    Bebot reinigt den Strand von Müll

    Der Roboter Bebot soll zur automatischen Strandsäuberung eingesetzt werden und kann auch kleinere Plastikteile aussieben.

  2. Google, Mozilla, Telegram: Youtube schaltet testweise für 7 Euro die Werbung ab
    Google, Mozilla, Telegram
    Youtube schaltet testweise für 7 Euro die Werbung ab

    Sonst noch was? Was am 2. August 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  3. Azul: Milliardenauftrag für Flugtaxi-Hersteller Lilium
    Azul
    Milliardenauftrag für Flugtaxi-Hersteller Lilium

    Die brasilianische Fluglinie Azul hat 220 Flugtaxis von Lilium im Wert von mehr als einer Milliarde Euro vorreserviert.

widdermann 14. Aug 2018

Bei Bäckern versteh ich es gar nicht wieso sie keine Karte anbieten, besonders wenn sie...

widdermann 14. Aug 2018

wie kommt man denn auf 30%? Dann müssten ja Lebensmittel auch 30% teurer werden oder...

darren 14. Aug 2018

Bitte nicht die Octopus Karte aus HongKong als gutes Beispiel nehmen! Das war sie...

coass 14. Aug 2018

Es wird Zeit, dass die Leute um Gottes Willen einsehen, dass es sicher nicht...

sphere 10. Aug 2018

Was genau hat VISA mit VPay geschafft? VPay ist ein Co-Brand für nationale...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • Samsung Odyssey G5 (34 Zoll, 165 Hz) 399€ • 15% auf Xiaomi-Technik • McAfee Total Protection ab 15,99€ • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Final Fantasy VII HD Remake PS4 25,64€ [Werbung]
    •  /