Volksbanken sind für Kooperation mit Apple offen

Ein weiteres Hindernis für den Start von Apple Pay sind die Gewinnabsichten von Apple. Denn der US-Konzern will von den Finanzinstituten, die Kreditkarten herausgeben, eine Gebühr, wenn die Kunden mit Apple Pay zahlen. Die Finanzinstitute haben aber wenig Grund, ihren eigenen Gewinn ohne Not mit Apple zu teilen. Entsprechend hart sind offensichtlich die Verhandlungen beider Seiten miteinander. Ein Vorteil für die Banken ist bei den Verhandlungen, dass in Deutschland Kreditkarten relativ selten beim Einkauf genutzt werden.

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Der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth sagt: "Offenbar will Apple nur zusammen mit großen Banken in den deutschen Payment-Markt einsteigen." Technisch betrachtet hätte Apple sonst nämlich schon an den Start gehen können. Die deutsche Smartphone-Bank N26 bietet Apple Pay bereits in Frankreich und Italien an. Es wäre leicht, den Dienst auch in Deutschland anzubieten, doch Apple will noch nicht. Ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sagt: "Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind für eine mögliche Zusammenarbeit grundsätzlich offen. Wenn Apple mit Apple Pay den deutschen Markt ansteuert, werden wir das prüfen." Die Sparkassen hingegen haben sich offenbar bereits entschieden, den Markt nicht ausländischen Großkonzernen zu überlassen: Sie wollen in Kürze ihren Kunden in Eigenregie das kontaktlose Zahlen über eine App anbieten.

Apple verspricht den Nutzern, ihre Daten zu schützen und keine Transaktionsdaten zu speichern, die Rückschlüsse auf den Käufer zulassen. Die Zahlungen seien nur für den Händler, die Bank und den Kartenaussteller ersichtlich. Die Daten der Kreditkarte werden nicht direkt auf dem Apple-Gerät gespeichert.

Technisch funktionieren Google Pay und Apple Pay ähnlich. Die Nutzer benötigen ein Smartphone oder eine Smartwatch mit einem NFC-Chip. Wenn der Händler ein NFC-fähiges Kartenlesegerät hat, arbeitet das Smartphone oder die Smartwatch quasi wie eine kontaktlose Kreditkarte. Bei Apple Pay identifiziert sich der Besitzer auf seinem iPhone oder seiner Apple Watch mit seinem Fingerabdruck.

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Auf der Internetseite des Finanzdienstleisters Concardis war kurzzeitig bereits zu lesen: "Akzeptieren Sie jetzt Apple Pay! Die Paymentlösung von Apple kommt jetzt auch nach Deutschland und ermöglicht das Bezahlen mit iPhone und Apple Watch." Doch der Text wurde inzwischen wieder geändert.

Apple lehnt Kommentar zu Deutschland-Plänen ab

Und was sagt Apple? Der Konzern mit der besonders großen Portion Selbstbewusstsein schweigt. "Bitte haben Sie Verständnis, dass Apple zum Thema Apple Pay in Deutschland die Gerüchte und Spekulationen nicht kommentiert", schreibt Apple-Sprecher Martin Kuderna. Nicht einmal die Frage, weshalb Apple Pay bisher nicht in Deutschland eingeführt worden ist, will er beantworten. "Apple kommentiert das Thema Apple Pay in Deutschland nicht."

Google verfolgt eine andere Strategie und kann auf eine Beteiligung an den Kreditkarten-Umsätzen verzichten. Der Konzern hat außerdem den Vorteil, dass das Betriebssystem Android in Deutschland viel verbreiteter ist als Apples Betriebssystem.

Ausländische Händler ziehen positive Bilanz

Apple Pay kommt im deutschsprachigen Ausland schon gut an. Ein Sprecher von Aldi Suisse sagt: "Kunden schätzen die Möglichkeit sehr, ihre Einkäufe schnell, unkompliziert und kontaktlos zu bezahlen, was dank dem in den Geräten eingebauten und aktivierten NFC-Chip möglich ist." Das Feedback der Kunden sei positiv. Auch C&A bietet seinen Kunden in Spanien und der Schweiz das Zahlen mit Apple Pay bereits an. Die Zahl der Nutzer steige ständig, sagt ein Sprecher. Wenn Firmen wie C&A neue Zahlungsmethoden anbieten, schaffe dies höhere Akzeptanz für diese Dienste. Vielleicht klappt das ja irgendwann auch noch in Deutschland.

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Auch zu diesem Thema:

 Bargeldloses Zahlen: Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt
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widdermann 14. Aug 2018

Bei Bäckern versteh ich es gar nicht wieso sie keine Karte anbieten, besonders wenn sie...

widdermann 14. Aug 2018

wie kommt man denn auf 30%? Dann müssten ja Lebensmittel auch 30% teurer werden oder...

darren 14. Aug 2018

Bitte nicht die Octopus Karte aus HongKong als gutes Beispiel nehmen! Das war sie...

coass 14. Aug 2018

Es wird Zeit, dass die Leute um Gottes Willen einsehen, dass es sicher nicht...



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