Baochip-1x: Crowdfunding von Open-Source-Mikrocontroller startet
Das Entwickler-Board namens Dabao hat große Ähnlichkeit mit dem Raspberry Pi Pico, doch der darauf verbaute Mikrocontroller verfolgt ein gänzlich anderes Paradigma. Während die Raspberry Pi Ltd. Kerne und IP-Cores für Sicherheitsfunktionen von ARM kauft, sind sie beim Baochip-1x quelloffen. Mehr noch: Der Chip ist ohne Kunstharzgehäuse auf der Platine verlötet. So lassen sich mittels Infrarotlicht die inneren Strukturen sichtbar machen und prüfen.
Entwickelt hat den Chip der Sicherheitsforscher Andrew Huang alias Bunnie, der ihn auch beim 39. Chaos Communication Congress (39C3) vorstellte . Mittlerweile hat Huang eine Crowdfunding-Kampagne bei Crowdsupply(öffnet im neuen Fenster) gestartet, um die erste Charge an Chips und Boards zu finanzieren. Für 9,50 US-Dollar gibt es ein Dabao-Board, die Rollen mit 100 Stück sind bereits vergriffen. Für den weltweiten Versand kommen noch einmal 18 US-Dollar hinzu, außerdem die jeweilige Umsatzsteuer des Ziellandes.
Dafür gibt es einen Chip, der nicht nur besonders sicher und vertrauenswürdig sein soll. Der Baochip-1x ist auch technisch interessant: Zwar verfügt er nur über einen RISC-V-Kern (Vexriscv), der taktet allerdings mit 350 MHz und verfügt über eine Memory Management Unit (MMU). Die ist in Mikrocontrollern sonst nicht zu finden, wer eine MMU haben möchte, musste bislang zu einem größeren SoC greifen.
Besser ausgestattet als Raspberry-Pi-Mikrocontroller
Zudem sind vier angepasste Picorv32-Kerne verbaut, welche die gleiche Funktion übernehmen wie die PIO-Einheiten von RP2040 und RP2350: Sie ermöglichen die Programmierung von Ein- und Ausgabeprotokollen.
In diversen anderen Punkten übertrifft der Baochip-1x die Raspberry-Pi-Mikrocontroller: So unterstützt der USB 2.0 Controller High Speed (480 MBit/s), der SRAM ist mit 2 MByte rund viermal so groß wie beim RP2350 und der als Flash-Ersatz integrierte, 4 MByte große RRAM mit rund 1.200 MByte/s wesentlich schneller als per QSPI angebundener Flash-Speicher. Die Dabao-Platine führt 20 GPIOs heraus.
Ausgeliefert werden sollen die Dabao-Boards ab Ende Juni 2026. Die Wafer mit den Chips, die verbaut werden sollen, sind bereits bestellt, funktionsfähige Engineering Samples wurden bereits zuvor verteilt. Die Risiken der Crowdfunding-Kampagne schätzt der Entwickler als gering ein – geopolitische Entwicklungen sowie Unsicherheiten in der US-Politik wie die Gefahr eines Bürgerkriegs werden als die einzigen Risiken für einen Ausfall genannt. Interessenten sollten sich allerdings beeilen, aktuell sind bereits fast zwei Drittel der verfügbaren Dabao-Boards verkauft.
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