Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Banknotenhersteller G+D: Bei Digitalwährungen liegt Europa hinten

Auf anderen Kontinenten sei man deutlich weiter, was Digitalwährungen angeht, meint der G+D-Vorstandschef. Der Digitale Euro wird noch untersucht.
/ Moritz Tremmel , dpa
37 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Vorstufe zum Digitalen Euro (Bild: fotoblend/Pixabay)
Vorstufe zum Digitalen Euro Bild: fotoblend/Pixabay

China ist nach Einschätzung des Banknotenherstellers Giesecke+Devrient (G+D) nicht mehr weit von einer grundlegenden technologischen Neuerung im Geldwesen entfernt: der Einführung einer digitalen Währung. "Man muss einfach eingestehen, dass China die Nase vorn hat" , sagte Vorstandschef Ralf Wintergerst am 31. März in München. Der Konzern stellt unter anderem Banknoten und Ausweispapiere her, kümmert sich aber auch um die digitale Abwicklung von Zahlungen.

China habe bereits 2014 mit den Vorbereitungen begonnen. Flotter als die Europäische Zentralbank (EZB) sind laut Wintergerst auch viele andere Nationen: "Es ist zu beobachten, dass viele Länder in Afrika, des Mittleren Ostens, in Lateinamerika, aber auch in Südostasien extrem aktiv sind."

Dagegen könne der Zeitplan der EZB für die Einführung eines digitalen Euro "schneller sein" , sagte der G+D-Chef. Das bezieht sich darauf, dass in der Zentralbank nach wie vor die "Untersuchungsphase" für einen eventuellen digitalen Euro läuft.

Wintergerst hob ein afrikanisches Land hervor, in dem die Vorbereitungen weit gediehen sind: "In Ghana hat man durchaus Angst vor den großen Plänen der Facebooks und der großen Techfirmen, dass die mit ihren Stablecoins die nationale Währung aushebeln könnten" , sagte der Manager. Stablecoins sind fest an eine existierende nationale Währung wie den US-Dollar gekoppelt.

Reklame

KRYPTOWÄHRUNGEN - Das 1x1 der Investments in Bitcoin & Altcoins: Wie Sie die Blockchain richtig verstehen lernen, in Kryptowährungen intelligent investieren und maximale Gewinne erzielen

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Digitaler Euro soll Bargeld ähneln

Im vergangenen Jahr erklärte die Europäische Zentralbank (EZB) erste Eckpunkte ihrer Ideen zu einem Digtalen Euro. Dieser soll wahrscheinlich nicht auf einer Blockchain basieren und die Privatsphäre der Nutzer schützen. Der geplante Digitale Euro werde die Eurozone vor der "Bedrohung" durch sogenannte Kryptowährungen schützen, die die Währungssouveränität untergraben könnten, erklärte einer der EZB-Direktoren, Fabio Panetta .

Die Zentralbank habe aber bereits verschiedene Wege untersucht, um die Identität der Nutzer von den Zahlungsdetails zu trennen. "Die Zahlung wird durchgeführt, aber niemand in der Abwicklung hätte Zugriff auf alle Informationen," sagte Panetta. Letztlich soll der Digitale Euro dem Bargeld ähneln .

Ein Beschluss, das Projekt Digitaler Euro zu verfolgen, wurde im Juli 2021 gefällt. Das bedeute aber noch nicht, dass der Digitale Euro auch tatsächlich komme, betont die EZB(öffnet im neuen Fenster) . Im Oktober 2021 begann eine zweijährige Untersuchungsphase. Während dieser Zeit laufen Gespräche, wie ein solches Zahlungsmittel aussehen könnte.


Relevante Themen