Banking: Kein Girokonten-Vergleich mehr bei Check24

Die Vergleichsseite für Girokonten von Check24 wird nach einer Klage von Verbraucherschützern abgeschaltet.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der Girokonten-Vergleich von Check24
Der Girokonten-Vergleich von Check24 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Schluss mit dem Vergleich von Girokonto-Kosten auf der gesetzlich zertifizierten Internetseite von Check24: Nach gut fünf Monaten müsse das Unternehmen die Seite wegen unklarer Rechtslage am 18. Januar 2021 abstellen, teilte Check24 auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ist der Vergleich noch abrufbar.

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Verbraucherschützer hatten wegen unzureichender Marktabdeckung der Vergleichswebseite geklagt. Gegenwind hatte es auch von einem Bankenverband gegeben. Das in Deutschland gewählte Modell zur Umsetzung einer EU-Richtlinie, das mehr Durchblick im Gebührendschungel bringen sollte, war von Anfang an umstritten.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, sprach von einem Erfolg für die Verbraucher. "Das Angebot von Check24 war nicht geeignet, für Verbraucherinnen und Verbraucher einen Überblick über geeignete Kontoangebote am Markt zu finden." Die Webseite sei zwar vom TÜV Saarland zertifiziert, aber dennoch mangelhaft und unzureichend. "Sie erfüllte schlicht nicht die europarechtlichen Anforderungen", argumentierte Müller. Er forderte eine zügige Neuvergabe an einen unabhängigen Träger. "Unabhängige Träger wie die Bafin oder die Stiftung Warentest wären besser geeignet, Verbrauchern hier ein gutes brauchbares Angebot zu machen."

Check24 ist enttäuscht

Check24-Chef Christoph Röttele kritisierte das Verhalten der Verbraucherschützer: "Wir haben in gemeinsamen Gesprächen mit Politik und Verbraucherschutz die Weiterentwicklung des Vergleichs für Verbraucher diskutiert. Jetzt dafür verklagt zu werden, dass wir gesetzliche Kriterien umsetzen, ist unfassbar." Als Unternehmen benötige Check24 für seine Investitionen in den Standort Deutschland einen rechtssicheren Rahmen. "Den sehen wir aktuell als gefährdet an", sagte Röttele.

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Die Vergleichswebseite war Anfang August 2020 an den Start gegangen. Bankkunden fanden darauf unter anderem Informationen über die Höhe von Dispozinsen, Kontogebühren und Gebühren für Kreditkarten. Check24 zufolge wurden die Konditionen aller großen Privatbanken sowie von mehr als 80 Prozent der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken gemessen an der Bilanzsumme verglichen. Hinzu kamen nahezu alle Direktbanken.

Check24 habe einen siebenstelligen Betrag "in einen Vergleich investiert, mit dem wir kein Geld verdienen", sagte der Firmenchef. Mangels Schnittstellen in der Industrie mussten die Daten manuell erfasst werden. Das Unternehmen hatte gehofft, dass Kunden, die die Seite nutzen, sich auch für andere Produkte des Vergleichsportals interessieren. Check24 erhält Provision von Anbietern, wenn Verbraucher über das Portal Verträge mit ihnen abschließen.

Dem Unternehmen zufolge überprüfte der TÜV Saarland den Vergleich quartalsweise. Bei der Analyse im November 2020 habe es keine Beanstandung gegeben.

Verbraucherschützer sehen keine realistische Abbildung des Marktes

Aus Sicht der Verbraucherschützer bot die Webseite keine wesentliche Marktabdeckung. Von den mehr als 1.700 Banken in Deutschland (Stand: Ende 2019) wurden laut einer aktuellen vzbv-Auswertung 567 und damit weniger als ein Drittel erfasst. In über 90 Prozent der Fälle sei zudem nur ein Kontomodell je Kreditinstitut aufgeführt worden und nicht das vollständige Angebot der Institute. Der Untersuchung zufolge war die Seite auch zu nah an anderen kommerziellen Angeboten von Check24 angelehnt.

Nach Meinung der Verbraucherschützer erfüllte die Vergleichswebseite nicht die Vorschriften der Zahlungskonten-Richtlinie der EU, die eine wesentliche Marktabdeckung verlange. Der Bundesverband und die Verbraucherzentrale NRW waren vor Gericht gezogen. "Von Beginn an haben wir vor einer privaten interessengesteuerten Lösung gewarnt. Die Leidtragenden sind nun die Verbraucher. Das ist beschämend", sagte Müller.

Die privaten Banken forderten, Rechtsunsicherheiten müssten schnellstmöglich geklärt und beseitigt werden. Kritik hatte es in der Vergangenheit auch von Genossenschaftsbanken gegeben. Der Verband der Sparda-Banken und der bayerische Genossenschaftsverband (GVB) sahen mögliche Interessenskonflikte, weil Check24 ins Bankgeschäft eingestiegen ist und eigene Girokonten anbietet. Check24 hatte dies mit dem Argument zurückgewiesen, dass der Kontenvergleich staatlich reguliert sei und das hauseigene Bankangebot nach denselben objektiven Kriterien verglichen werde.

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Gaius Baltar 19. Jan 2021

Und genau wegen sowas gehen die Leute zu ING, DKB oder N26. (Ok, nicht N26, die...

iu3h45iuh456 19. Jan 2021

Deine Antwort ist zwar ziemlich patzig aber nicht durchdacht. Check 24 ist ein privates...

Serenity 19. Jan 2021

gutes Beispiel. Meinen erste Haftpflichtversicherung (und auch meine zweite) habe ich...

apoc4 19. Jan 2021

Hier liegt wohl teilweise eine Verwechslung vor: check24 hatte einen zweiten...

Kein Kostverächter 19. Jan 2021

Kein Überblick ist besser als ein schlechter Überblick. Die meisten User sehen nur, dass...



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