Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Banking: EU will schnelle Verbreitung von Echtzeitüberweisungen

Nur ein Bruchteil der Überweisungen in der EU sind Echtzeitüberweisungen, die innerhalb von zehn Sekunden verbucht werden – das soll sich ändern.
/ Tobias Költzsch
68 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Geld soll innerhalb der EU schneller überwiesen werden können. (Bild: Pixabay)
Geld soll innerhalb der EU schneller überwiesen werden können. Bild: Pixabay / Pixabay-Lizenz

Die EU-Kommission hat einen Gesetzgebungsvorschlag(öffnet im neuen Fenster) angenommen, der eine schnellere Verbreitung von Echtzeitüberweisungen forcieren soll. Diese Sofortzahlungen werden, anders als herkömmliche Überweisungen, innerhalb von zehn Sekunden verbucht, was einen wesentlich schnelleren Geldtransfer bedeutet.

Außerdem sind Echtzeitüberweisungen rund um die Uhr an allen sieben Tagen der Woche möglich. Herkömmliche Überweisungen werden nur zu den Geschäftszeiten der Banken bearbeitet, was im ungünstigsten Fall bis zu drei Kalendertage dauern kann. Mit Sofortzahlungen könnten der Kommission zufolge Kunden beispielsweise Rechnungen sofort bezahlen und so Mahngebühren verhindern.

Außerdem würden Echtzeitüberweisungen den Cashflow erheblich verbessern und dafür sorgen, dass sich das Geld im Zahlungsverkehr schneller bewegt. An einzelnen Tagen können sich innerhalb der EU und des EWR bis zu 200 Milliarden Euro im Verrechnungssystem befinden, die auf eine Verbuchung warten.

Sofortzahlungen sollen so viel kosten wie normale Überweisungen

Die Kommission will mit dem Gesetzesvorschlag erreichen, dass allen Bürgern Sofortzahlungen zur Verfügung stehen. Außerdem sollen die Transaktionen nicht mehr kosten als eine Standardüberweisung – diese ist in der Regel kostenlos. Momentan sind Echtzeitüberweisungen bei den meisten Banken mit höheren Kosten verbunden.

Auch bei Echtzeitüberweisungen soll weiterhin überprüft werden, ob die Transaktionen von Personen durchgeführt werden, die auf einer EU-Sanktionsliste stehen. Dafür schlägt die Kommission ein Verfahren vor, bei dem Finanzinstitute einmal täglich die Namen ihrer Kunden mit entsprechenden Listen abgleichen – bislang erfolgt diese Überprüfung bei jeder Transaktion.

"Sofortzahlungen werden in vielen Ländern immer mehr zur Regel. Sie sollten für alle in Europa zugänglich sein, damit wir global wettbewerbsfähig bleiben und die Innovationsmöglichkeiten des digitalen Zeitalters optimal nutzen können", erklärt Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen. "Der heutige Vorschlag wird unsere Wirtschaft stärker und effizienter machen und ihr Wachstum fördern."

"Wenn Überweisungen nicht erst am nächsten Geschäftstag ankommen, sondern in zehn Sekunden, macht das einen gewaltigen Unterschied – wie zwischen Briefpost und E-Mail. Dennoch werden heute beinahe noch neun von zehn Euro-Überweisungen auf die herkömmliche 'langsame' Art und Weise abgewickelt", sagt Mairead McGuinness, zuständige Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und die Kapitalmarktunion.


Relevante Themen