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Banken: Niederländer empfehlen Bargeld zur Krisenvorsorge

Im Nachbarland empfehlen Banken und Sparkassen , etwas Bargeld zu Hause aufzubewahren. Hierzulande kann man sich auf keinen gemeinsamen Nenner einigen.
/ Andreas Fischer
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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, etwas Bargeld zu Hause aufzubewahren. (Bild: Pexels)
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, etwas Bargeld zu Hause aufzubewahren. Bild: Pexels

Niederländische Banken würden ihren Kunden nach Aussage eines Sprechers der Netherlands Association of Banks (NVB) bald empfehlen, aufgrund der "zunehmenden geopolitischen Spannungen weltweit" zu Hause etwas Bargeld aufzubewahren, so die NL Times in einem Bericht vom 11. Dezember 2024(öffnet im neuen Fenster) . Es sei das erste Mal, dass die Banken diesen Rat aussprechen.

Hinter der Initiative stünden weitere Organisationen, mit denen sich die NVB nach Weihnachten weiter besprechen wolle, schreibt die NL Times. Der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans habe ebenfalls empfohlen, Geld daheim aufzubewahren. Er habe dem öffentlichen-rechtlichen Sender WNL gesagt, dass sich "die Niederlande aufgrund der Bedrohung durch Russland auf alle möglichen Kriegsszenarien vorbereiten" sollten.

Situation in Deutschland

In Deutschland gibt es keine gemeinsamen Empfehlungen. So schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in seinem Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen(öffnet im neuen Fenster) (PDF): "Denken Sie daran, eine ausreichende Bargeldreserve im Haus zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren."

Eine Sprecherin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen verwies auf die oben genannten Empfehlungen des BBK. Die von Golem.de kontaktierten Banken und Sparkassen reagierten dagegen weitgehend gar nicht oder eher zurückhaltend auf die Anfrage. Eine Sprecherin der Commerzbank teilte mit, dass es eine sehr individuelle Entscheidung sei, "mit wie viel Bargeld sich Verbraucher zu Hause wohlfühlen" . Daher sei es schwierig, eine allgemeine Empfehlung auszusprechen.

Zögerliche Banken

Die DKB sah dagegen "keine hinreichende Grundlage, um zu dieser Empfehlung zu kommen" . Auch die GLS Bank wollte "nicht gezielt empfehlen, Bargeld zu Hause zu haben" . Dem stimmte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband zu, der in diesem Jahr der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) vorsitzt.

Der Verband schickte Golem.de folgende Stellungnahme: "Die Bargeldversorgung in Deutschland ist stabil und verlässlich aufgestellt. Die deutschen Banken und Sparkassen sehen keine Notwendigkeit, im größeren Umfang Bargeld zu Hause zu halten."

Einer der Gründe für diese Skepsis könnte sein, dass die Banken eine Bargeldknappheit befürchten. So sagte ein Sprecher des niederländischen Bankenverbands NVB gegenüber NL Times, dass, würde jedermann Geld von seinem Bankkonto abheben, dieses nicht sofort wieder in größeren Mengen zurückkomme.

Auch der niederländische Versicherungsverband Dutch Association of Insurers reagierte laut dem Bericht der NL Times skeptisch auf die Empfehlungen, Bargeld zu Hause aufzubewahren. Hier liege der Grund aber eher darin, dass es dann etwa bei einem Einbruch schwierig werde zu beweisen, wie viel Geld tatsächlich gestohlen wurde.


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