Update oder Umbruch?

Die Commerzbank kündigte bereits 2016 an, sich zu einem "digitalen Technologieunternehmen" zu entwickeln. In der Zwischenzeit störten geschäftliche Schwierigkeiten und Fusionsgespräche manche Pläne. Ein Ergebnis war aber unter anderem die Gründung der Neugelb Studios. Diese Tochtergesellschaft ist unter anderem für die Entwicklung der Smartphone-App der Bank zuständig.

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Die Deutsche Bank kündigte Anfang Juli in einem Atemzug den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen an - und hohe Investitionen in die IT. Details ließ sich das Institut noch nicht entlocken, dafür aber eine enorme Summe: Bis 2022 soll ein Budget in Höhe von 13 Milliarden Euro eingesetzt werden. Anfang September wechselt zudem mit dem ehemaligen SAP-Chef Bernd Leukert ein IT-Experte in den Deutsche-Bank-Vorstand. "Er wird uns helfen, auf dem Weg in das Zeitalter der Cloud- und Plattformökonomie noch schneller voranzukommen", schrieb Vorstandschef Christian Sewing in einem Brief an die Bankbeschäftigten.

Den Weg hin zum Zusammenspiel verschiedener Anwendungen und Anbieter in der Finanzindustrie, oft "Open Banking" genannt, sehen Branchenbeobachter wie Strucken oder Meyer als klugen Schritt. Banken müssen überlegen, ob sie auf Dauer alle Leistungen von Kernbanksystem bis Banking-App komplett in eigener IT-Verantwortung anbieten wollen. Eine Alternative wäre es, sich gezielt auf bestimmte Prozesse zu konzentrieren - und die dafür notwendige IT von Dienstleistern einzukaufen.

Der Druck auf die Institute und ihre IT wächst mit diesen neuen Entwicklungen. Ein aktuelles Beispiel: Die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 sollte etwa bis Mitte September die Schnittstellen der Konten öffnen. "Das könnte das klassische Bankgeschäft rund um das Girokonto mit zusätzlichen Leistungen ergänzen", sagt Berater Meyer. Digitale Haushaltsbücher könnten dann etwa dem Verbraucher sagen, wie viel Geld er im Monat für welche der Posten ausgibt. Oder ein dynamischer Sparplan würde am Ende jedes Monats den Betrag zurücklegen, der nach Abzug der normalen Ausgaben übrig geblieben ist.

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Mitte August kritisierte die Bafin jedoch die bisherigen Fortschritte vieler Institute, wie das Handelsblatt berichtete. Natürlich sei die PSD2 eine regulatorische Vorgabe: "Aber man kann es natürlich auch nutzen, um Innovationen voranzutreiben", sagt Meyer.

Zögerlicher Ausbau der Tech-Partnerschaften

Einige Startups fokussieren sich bereits erfolgreich auf bestimmte Produkte: Das Berliner Startup Raisin lizenziert etwa eine Software-Plattform an Banken, über die deren Kunden besser verzinste Tagesgeld-Angebote abschließen können. Finleap hat gerade seine Angebote für Finanzdienstleister gebündelt. Mambu aus Berlin baut eine Cloud-Lösung für Banken. Tech-Konzerne integrieren Finanzdienstleistungen in ihre bestehenden Ökosysteme - wie jüngst Apple mit seiner digitalen Kreditkarte. "Nur die Banken, die eine clevere Partnerstrategie mit Fintechs haben, werden schlussendlich vorankommen", ist Meyer überzeugt.

Wie in anderen Branchen dürfte das Tempo über Gewinner und Verlierer entscheiden. In Asien beobachtet Berater Meyer etwa intensive Bemühungen von Banken. In Deutschland zweifeln viele dagegen zunehmend an ihren eigenen Fähigkeiten: In einer Capgemini-Beratung aus dem Frühjahr gaben nur 33 Prozent der Führungskräfte aus der Finanzbranche an, über die operativen Fähigkeiten für einen digitalen Wandel zu verfügen. Sechs Jahre zuvor waren noch 46 Prozent der Befragten optimistisch. Eine entschlossene Digitalisierungsoffensive deutet sich daher eher nicht an: "Keiner der Banken will der Letzte sein bei der Transformation", sagt Strucken, "aber auch niemand der Erste."

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 Banken: Die Finanzbranche braucht eine neue Strategie für ihre IT
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hl_1001 02. Okt 2019

Danke für die Einblicke! Interessant zu lesen! Habe auch schon viel Legacy SW gesehen...

Toni32 01. Okt 2019

Quatsch, gute Externe sind oft 3, 4, 5 Jahre dort engagiert, auch wenn der Vertrag immer...

.02 Cents 01. Okt 2019

Ich würde behaupten, dass der Vergleich mit dem Motorblock etwas hinkt. Es ist sicher so...

ibsi 01. Okt 2019

Und wie viele Personen nutzen das? Ich kenne persönlich niemanden. Die meisten haben...

ibsi 01. Okt 2019

Was, es hat sich für den Kunden nichts geändert? Hast Du nicht aufgepasst? Vorher war es...



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