Bamital: Microsoft nutzt Umleitungsbotnet zur Malware-Aufklärung

Nach zwei Jahren Arbeit haben Microsoft und Symantec in einer gemeinsamen Aktion das Botnet Bamital übernommen. Die Malware leitete Benutzer unter anderem nach Suchanfragen auf Webseiten um, die sie gar nicht besuchen wollten. Das ist nun geändert.

Artikel veröffentlicht am ,
Infizierte Systeme erhalten bei Suchanfragen diese Seite von Microsoft.
Infizierte Systeme erhalten bei Suchanfragen diese Seite von Microsoft. (Bild: Microsoft)

Botnetze, die hunderttausende private PCs kapern, werden nicht nur für DDoS-Attacken oder Spamversand genutzt - manchmal denken sich die Betreiber solcher Zombiearmeen auch ein besonders ausgeklügeltes Geschäftsmodell aus. Das war auch beim "Bamital" genannten Botnetz der Fall, wie Microsoft beschreibt.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (m/w/d) mit Schwerpunkt Regelungstechnik/DSP
    KOSTAL Automobil Elektrik GmbH & Co. KG, Dortmund
  2. Softwareentwickler Webanwendungen (m/w/d)
    ServiceXpert Gesellschaft für Service-Informationssysteme mbH, Hamburg
Detailsuche

Bei der mindestens seit dem Jahr 2010 in mehreren Varianten verbreiteten Malware funktioniert der Windows-PC anscheinend wie gewohnt, sobald jedoch über einen Suchdienst wie die von Google, Microsoft und Yahoo angebotenen Webseiten eine Anfrage gestellt wird, werden nicht die richtigen Suchergebnisse angezeigt.

Vielmehr werden die Anfragen auf einen Server des Botnetzes umgeleitet, der dann Werbung und gefälschte Suchergebnisse anzeigt. Klickt der Anwender auf dieser Seite auf einen Link, landet er bei einer Webseite, die der Suchanfrage in etwa entspricht, die aber auch von Bamital verbreitete Werbung zeigt. An diesen Anzeigen verdienten die Betreiber des Botnetzes, und zwar nicht schlecht.

Eine Million Umsatz pro Jahr

Nach Schätzungen von Microsoft und Symantec, welche die beiden Unternehmen als recht konservativ beschreiben, war durch die Werbung mindestens eine Million US-Dollar pro Jahr zu erzielen - vielleicht auch das Zwei- bis Dreifache. Dazu legte das Unternehmen bei Ars Technica auch Zahlen vor: Drei Millionen Zugriffe pro Tag leiteten die Bamital-Betreiber jeden Tag allein auf einen einzigen ihrer Server um. In den vergangenen zwei Jahren sollen insgesamt acht Millionen PCs unter der Kontrolle der Kriminellen gestanden haben. Nicht aber alle Control-Server: Mindestens einen davon hatten die Sicherheitsforscher schon im Jahr 2011 unter ihre Kontrolle bringen können.

Golem Akademie
  1. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
  2. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Da sich die Malware, die vor allem über Drive-by-Downloads mit veralteten Browserversionen verbreitet wurde, aber ständig veränderte, ergab sich erst 2012 die Gelegenheit, das Botnetz ganz unter die Kontrolle von Microsoft und Symantec zu bringen. Dazu kamen noch zwei Monate juristische Arbeit, wie Microsoft erklärt. Erst am 6. Februar 2013 lagen die Gerichtsbeschlüsse (PDF) vor, um bei Providern in New Jersey und Virginia die entscheidenden Kontrollserver zu beschlagnahmen.

Abgeschaltet hat Microsoft diese Rechner jedoch nicht, denn dann würden die Nutzer infizierter PCs mit jeder Suchanfrage im Nichts landen. Statt gefälschter Suchergebnisse stellen die Bamital-Server nun eine Warnung des Unternehmens vor dem Schädlingsbefall dar. Dort gibt es auch Links zu kostenlosen Antivirenprogrammen von Microsoft und Symantec.

Betroffen sind von dem Schädling nur Anwender, die keinen oder einen veralteten Virenscanner einsetzen. Die Engines aller namhaften AV-Hersteller erkennen Bamital seit Jahren. Neuere Varianten, die über die Suchumleitungen zusammen mit anderer Malware nachgeladen werden können, verändern auch andere Systemeinstellungen. Eine von Trend-Micro beschriebene Version verhindert beispielsweise das Aufrufen des Task-Managers und des Registry-Editors - wohl, um den Schädling ein wenig zu verstecken.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halo Infinite im Test
Master Chief gefangen zwischen Waffe und Welt

Eine doofe Nebenfigur, sinnlose offene Umgebungen: Vor allem das tolle Kampfsystem rettet die Kampagne von Halo Infinite.
Ein Test von Peter Steinlechner

Halo Infinite im Test: Master Chief gefangen zwischen Waffe und Welt
Artikel
  1. Amazon: Alexa wacht über Waschmaschinen und laufenden Wasserhahn
    Amazon
    Alexa wacht über Waschmaschinen und laufenden Wasserhahn

    Alexa kann hierzulande eine Waschmaschine oder einen Wasserhahn belauschen und Bescheid geben, wenn etwa die Wäsche fertig ist.

  2. Kanadische Polizei: Diebe nutzen Apples Airtags zum Tracking von Luxuswagen
    Kanadische Polizei
    Diebe nutzen Apples Airtags zum Tracking von Luxuswagen

    Autodiebe in Kanada nutzen offenbar Apples Airtags, um Fahrzeuge heimlich zu orten.

  3. Resident Evil (1996): Grauenhaft gut
    Resident Evil (1996)
    Grauenhaft gut

    Resident Evil zeigte vor 25 Jahren, wie Horror im Videospiel auszusehen hat. Wir schauen uns den Klassiker im Golem retro_ an.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional Werkzeug und Zubehör • Corsair Virtuoso RGB Wireless Gaming-Headset 187,03€ • Noiseblocker NB-e-Loop X B14-P ARGB 24,90€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • Alternate (u. a. Patriot Viper VPN100 2 TB SSD 191,90€) [Werbung]
    •  /