Beitrag zur Energiewende
Wenn ein Haushalt etwa die tagsüber erzeugte Energie nicht selbst verwenden kann und sie ins Netz eingespeist wird, verwendet sie jemand anderes. Sicher, die Erzeuger selbst haben davon aktuell nichts oder kaum etwas – aber jede Kilowattstunde Solarenergie kann eine Kilowattstunde nicht-nachhaltige Energie ersetzen.
Man muss sich nur ausmalen, welches Potenzial allein ein nach Süden gerichteter Wohnblock mit Hunderten Balkons diesbezüglich hat. Eine flächendeckende Installation von Balkonkraftwerken würde aber erfordern, dass die Hausnetze dies auch mitmachen – ein Punkt, auf den die Handwerkslobby vor Kurzem hingewiesen hat. Dass an einem derartigen (aktuell nicht realistischen) großflächigen Ausbau von Balkonkraftwerken weitere Baumaßnahmen hängen, ist wahrscheinlich.
Aktuell ist der offizielle Anteil der Energie, die alle zugelassenen Balkonkraftwerke in Deutschland in die Netze speisen, mit 0,3 Promille des Stromverbrauchs hierzulande noch relativ gering. Allerdings gibt es eine wahrscheinlich recht hohe Anzahl an nicht angemeldeten Balkonkraftwerken, die nicht in die Berechnungen einfließen.
Wie viele Balkonkraftwerke sind nicht angemeldet?
Der überwiegende Teil der Balkonkraftwerke in Deutschland soll trotz Meldepflicht nämlich gar nicht angemeldet sein. Manche Quellen gingen 2022 von 500.000 Balkonkraftwerken in Deutschland aus, von denen 90 Prozent nicht angemeldet gewesen sein sollen. Zum Vergleich: Das Statistische Bundesamt hat 2,6 Millionen PV-Anlagen mit erfasster Einspeisung gezählt.
Grundsätzlich muss bei aller Euphorie und geplanter Förderung durch die Politik natürlich gesagt werden, dass es auch offene Fragen jenseits der Amortisierungsrechnungen gibt. Wie sieht es beispielsweise mit der Haftung aus, wenn ein Balkonkraftwerk herunterfällt? Wie sollen die Befestigungen der Solaranlagen überprüft werden? Und wie bekommt man die Nutzer dazu, ihr Balkonkraftwerk anzumelden?
Der letzte Punkt kann wahrscheinlich durch vereinfachte Verfahren gelöst werden. Golem.de hat selbst erfahren, wie zäh die Kommunikation mit den erforderlichen Stellen sein kann, bis das Balkonkraftwerk genutzt werden darf. So sehr kleine, steckerfertige Solaranlagen aktuell boomen, so neu ist das Thema auch für Behörden und Netzbetreiber.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich in naher Zukunft vieles ändern wird. Bereits jetzt lässt sich aber sagen: Bei einem Balkonkraftwerk gibt es über die Amortisierung hinaus wichtige Punkte, die zur Energiewende und dem persönlichen Einsparpotenzial beim Energieverbrauch beitragen.
Nachtrag vom 7. Juli 2023, 12:35 Uhr
Mittlerweile gibt es eine offizielle Schätzung zur Energiegewinnung durch Balkonkraftwerke in Deutschland. Wir haben den Artikel entsprechend aktualisiert.
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| Balkonkraftwerke: Es geht nicht nur um die Amortisierung |
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Achso, wir sind hier bei: "Ich baue mir ein Szenario wie ich es will!" Hier meins: Ein...
FDPler?
was genau ist jetzt dein argument? hat doch keiner behauptet, dass man zum feststellen...
Mit 100% HO, 2 Klima Anlagen, 2 Kindern, 2 E-Bikes und Frau Zuhause kann man gar nicht...