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Bain & Company: KI-Branche fehlen 2031 wohl 45 Prozent Umsatz zum Profit

Analysten wissen weiterhin nicht, wie KI rentabel werden soll. Gleichzeitig will Nvidia Kostenrisiken von KI-Rechenzentren versichern lassen.
/ Johannes Hiltscher
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Zwischen erwarteten Kosten und absehbarem Umsatz klafft bei KI eine überraschend große Lücke. (Bild: Mikhail Nilov, Pexels)
Zwischen erwarteten Kosten und absehbarem Umsatz klafft bei KI eine überraschend große Lücke. Bild: Mikhail Nilov, Pexels / Pexels-Lizenz

Bis zu 1,5 Billionen US-Dollar, so viel könnte nach Beurteilung von Analysten des Beratungsunternehmens Bain & Company(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 2031 für neue Rechenzentren und die Aktualisierung bestehender Rechenzentren ausgegeben werden. Damit sich diese Ausgaben rechnen, wären gänzlich neue Märkte erforderlich, so die Analysten. Aktuell bereits erkennbare Effizienzgewinne könnten gerade einmal die Infrastrukturkosten decken.

Nach Einschätzung der Analysten sind durch private und kommerzielle Nutzung insgesamt maximal 1,8 Billionen US-Dollar Umsatz erzielbar. Um rentabel zu sein, brauche die KI-Branche aber einen Jahresumsatz von etwa 6 Billionen US-Dollar. Damit verdreifacht Bain & Company die vor einem Jahr veröffentlichte Schätzung für 2030.

Damals gingen die Analysten noch von einem Fehlbetrag von 40 Prozent aus, mittlerweile sind es 70 Prozent. Einen Teil davon könnten Entwicklungen liefern, die bereits absehbar seien.

Für mindestens 45 Prozent Umsatz fehlen Ideen

Neue Formen von Suche und Werbung, KI in praktisch jedem Alltagsgegenstand sowie Roboter – doch auch mit solchen Innovationen blieben die Umsätze wohl 45 Prozent unter der Zielmarke. Ein zusätzliches Prozent beim Wachstum des jährlichen globalen BIP sei erforderlich, um die KI-Ausbaupläne zu finanzieren.

Was die Lücke schließen könnte, bleibt spekulativ – die Analysten sehen Potenzial in neuen Medikamenten, Materialwissenschaften oder dem Einsatz von KI zur Psychotherapie. Bepreisen lässt sich aktuell aber nichts davon.

Nvidia plant Versicherung gegen Verluste

Ungeachtet dessen erreichen die Ausgaben für KI-Infrastruktur immer neue Höhen. Bis zu 780 Milliarden US-Dollar könnten es 2026 sein, eine Verfünffachung binnen drei Jahren. Solche Summen lassen wohl zunehmend Bedenken aufkommen, dass einige KI-Unternehmen auf der Strecke bleiben könnten. Nvidia erweise sich hier, wie die Financial Times (FT) berichtet(öffnet im neuen Fenster), wieder einmal als kreativ, um den Boom aufrechtzuerhalten.

So führe der GPU-Hersteller Gespräche mit Versicherern, um Kostenrisiken abzusichern. Die entstehen etwa, wenn Rechenzentren, wie Nvidia es sich vorstellt, zum Finanzprodukt würden. Das soll besonders kleineren Neocloud-Anbietern erleichtern, KI-Rechenzentren zu bauen. Nach Nvidias Vorstellung soll die Hardware dabei als Sicherheit dienen und gegen Verluste beim Weiterverkauf versichert werden, sollte der Betreiber in die Insolvenz gehen.

Versicherungsbranche schon bei KI aktiv

Solche Konstrukte existieren bereits in Form sogenannter Restwertversicherungen für technische Anlagen; erste Unternehmen bieten sie auch für KI-Hardware an. Mit eher traditionellen Produkten ist die Branche ebenfalls bereits aktiv geworden. So können bereits Kreditausfälle oder Einnahmeverluste etwa infolge von Stromausfällen versichert werden.

Nvidias Ziel ist dabei, mehr Geld für den Ausbau von KI-Infrastruktur zu mobilisieren. Neben den Versicherungen sollen auch Hedgefonds als mögliche neue Geldgeber erschlossen werden.

Sollte der Ausbau von KI-Infrastruktur wie prognostiziert weitergehen, erwarten die Analysten von Bain & Company bei KI-Rechenzentren ein Größenwachstum, das an Moore's Law erinnert: Alle 12 bis 16 Monate werde sich die installierte Rechenleistung in den größten Anlagen verdoppeln. 2030 könnten diese auf eine Leistungsaufnahme von rund 9 GW kommen – und etwa 200 Milliarden US-Dollar kosten.


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