Abo
  • Services:

Bahrain Watch: Finfisher-Hack enthält Daten von überwachten Regimegegnern

Aktivisten haben den jüngsten Hack eines Finfisher-Servers ausgewertet. Darin finden sich demnach klare Belege für eine Überwachung von Oppositionellen in Bahrain.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Finfisher-Hack enthält Logdaten eines Kunden aus Bahrain.
Der Finfisher-Hack enthält Logdaten eines Kunden aus Bahrain. (Bild: Bahrainwatch.org/Screenshot: Golem.de)

In den Daten eines gehackten Servers des Spähsoftware-Herstellers Finfisher/Gamma sollen sich eindeutige Nachweise für eine staatliche Überwachung von Regimegegnern in Bahrain befinden. Das berichtet die Aktivistengruppe Bahrain Watch nach der Auswertung von Logfiles, die sich in dem 40 Gigabyte umfassenden Datenpaket fanden, das am Mittwoch geleakt worden war. Die Daten zeigten, "dass die Kundenbetreuer von Gamma zwischen 2010 und 2012 mit einem Kunden in Bahrain kommunizierten und ihm Lizenzen für die gleichzeitige Überwachung von mindestens 30 Computern verkauft hatten". Dies widerspreche der Behauptung des Unternehmens, wonach lediglich eine Demoversion gestohlen worden sei.

Stellenmarkt
  1. Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  2. Novartis Business Services GmbH, Nürnberg

Bahrain Watch konnte nach eigenen Angaben mehrere ausgespähte Oppositionelle namentlich identifizieren, darunter den zu lebenslänglicher Haft verurteilten Oppositionsführer Hasan Mushaima, den Menschenrechtsanwalt Mohammed Altajer, den früheren Abgeordneten der Oppositionspartei Al Wefaq, Hadi Almosawi, sowie den in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilten Aktivisten Saeed Shehabi.

77 infizierte Computer

In dem Datenpaket findet sich laut Bahrain Watch eine Liste von 77 Computern, die infiziert worden seien. Die Liste enthält unter anderem den Namen des infizierten Computers, den Nutzernamen, die IP-Adresse, den Zeitpunkt der Infektion und das Betriebssystem des Rechners. Die Angriffe umfassen den Zeitraum von November 2010 bis Februar 2012 und sollen nicht nur Rechner in Bahrain, sondern auch in Großbritannien und sieben weiteren Staaten betreffen. Aus einer veröffentlichten Anfrage geht zudem hervor, dass der Kunde 30 Ziellizenzen erworben hatte.

Mit Blick auf die wiederholte Behauptung der Münchner Firma Finfisher/Gamma, wonach Produkte nur an staatliche Ermittlungsbehörden verkauft würden, geht Bahrain Watch davon aus, dass es sich bei dem Kunden um eine Regierungsstelle des Inselstaates im Persischen Golf handelt.

40 Gigabyte an Daten kopiert

Die Spähsoftware Finfisher wurde von der deutsch-britischen Firma Gamma Group entwickelt, die Firma Gamma International Sales GmbH in München wurde Ende vergangenen Jahres in Finfisher GmbH umbenannt. Seit 2011 wurden zahlreiche Dokumente über das Spähprogramm veröffentlicht, das nach Recherchen von Medien und Aktivisten auch von autoritären Staaten zur Überwachung von Regimegegnern eingesetzt wird.

Einem bislang unbekannten Hacker unter dem Pseudonym Phineas Fisher ist es nun offenbar gelungen, in einen Server von Finfisher einzudringen. Seit Anfang der Woche veröffentlichte er das umfangreiche Material, wozu unter anderem eine Bittorrent-Datei im Umfang von 40,5 Gigabyte gehörte. Auf Netzpolitik.org werden die Dokumente komplett gespiegelt. Finfisher hat sich auf Anfragen von Golem.de bislang nicht zu dem Hack geäußert.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Beyerdynamic DTX 910 Kopfhörer 27,99€, Honor 7X 64 GB 199,90€)
  2. 47,99€
  3. (u. a. Samsung NU8009 123 cm (49 Zoll) 629,99€)
  4. 599,00€

LindaSchmidt 08. Aug 2014

niemals! Die sind eben fleißig ;)

LindaSchmidt 08. Aug 2014

cool! Welche? Ich mein, ich schlag mich schon öfter mal mit post-exploitation...

derdiedas 08. Aug 2014

Masters of War... https://www.youtube.com/watch?v=EwuWL7uUFl0 Version von Ed Sheeran...


Folgen Sie uns
       


Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X - Golem.de live

Wir zeigen auf zahlreich geäußerten Wunsch Red Dead Redemption 2 im Livestream auf der Xbox One X. In der Aufzeichung kommen die Details des zum Teil in 4K hereingezoomten Bildausschnittes gut zur Geltung.

Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X - Golem.de live Video aufrufen
Dell Ultrasharp 49 im Test: Pervers und luxuriös
Dell Ultrasharp 49 im Test
Pervers und luxuriös

Dell bringt mit dem Ultrasharp 49 zwei QHD-Monitore in einem, quasi einen Doppelmonitor. Es könnte sein, dass wir uns im Test ein kleines bisschen in ihn verliebt haben.
Ein Test von Michael Wieczorek

  1. Magicscroll Mobiles Gerät hat rollbares Display zum Herausziehen
  2. CJG50 Samsungs 32-Zoll-Gaming-Monitor kostet 430 Euro
  3. Agon AG322QC4 Aggressiv aussehender 31,5-Zoll-Monitor kommt für 600 Euro

Wet Dreams Don't Dry im Test: Leisure Suit Larry im Land der Hipster
Wet Dreams Don't Dry im Test
Leisure Suit Larry im Land der Hipster

Der Möchtegernfrauenheld Larry Laffer kommt zurück aus der Gruft: In einem neuen Adventure namens Wet Dreams Don't Dry reist er direkt aus den 80ern ins Jahr 2018 - und landet in der Welt von Smartphone und Tinder.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Life is Strange 2 im Test Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
  2. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

Mobile-Games-Auslese: Tinder auf dem Eisernen Thron - für unterwegs
Mobile-Games-Auslese
Tinder auf dem Eisernen Thron - für unterwegs

Fantasy-Fanservice mit dem gelungenen Reigns - Game of Thrones, Musikpuzzles in Eloh und Gehirnjogging in Euclidean Skies: Die neuen Mobile Games für iOS und Android bieten Spaß für jeden Geschmack.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile Gaming Microsoft Research stellt Gamepads für das Smartphone vor
  2. Mobile-Games-Auslese Bezahlbare Drachen und dicke Bären
  3. Mobile-Games-Auslese Städtebau und Lebenssimulation für unterwegs

    •  /