Bahnstreiks: Warum autonome Züge nicht die Lösung sind
Wegen eines Streiks steht die Deutsche Bahn heute still – mal wieder. Braucht man im Schienenverkehr die Menschen überhaupt noch?
Die Bahn wird bestreikt – immer noch, schon wieder und bald bestimmt erneut. Seit 2 Uhr Dienstagnacht haben die Mitglieder der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) im andauernden Tarifstreit mit der Deutschen Bahn die Arbeit niedergelegt, vorerst bis morgen. Und manch ein Fahrgast, der am Gleis vergeblich auf seinen Zug wartet, wird sich fragen: Wieso braucht es im Schienenverkehr überhaupt noch menschliches Personal?
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So auch Bernd Reuther. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion trat Anfang des Jahres anlässlich des bis dato längsten Streiks in der Geschichte der Bahn die Diskussion los, autonom fahrende Züge könnten "flexibler sowie effizienter eingesetzt werden, ohne auf Lokführer angewiesen zu sein". Ein Zitat, das die Bild-Zeitung in ihrer Überschrift zur Aussage aufblähte, die FDP wolle "Lokführer durch KI ersetzen" – auch wenn Reuther gar nicht von künstlicher Intelligenz sprach.
"Die Mär vom baldigen vollautomatisierten Fahren taucht immer wieder dann auf, wenn man sich der missliebigen Lokführer entledigen will", sagte hingegen ein Sprecher der GDL Golem.de bereits zum Streik im Januar. Bei der Gewerkschaft glaubt man nicht, dass die Automatisierung etwas an den Gründen ändert, aus denen man im Tarifstreit erneut die Arbeit niederlegt.
Fantasie oder Konzept mit Zukunft?
Diese "Fantasie" vom selbstfahrenden Zug, wie die GDL es nennt, reicht lange zurück. Im Jahr 2016 erklärte der damalige Bahn-Chef Rüdiger Grube, dass er damit rechne, schon ab 2023 in Teilen des Netzes vollautomatisierte Züge im Betrieb zu haben. Das ist im Fernverkehr nicht eingetreten.
Was 2023 stattdessen passierte: Die Deutsche Bahn kündigte ein Forschungsprojekt an, das vom Bund mit rund 42,6 Millionen Euro gefördert wird. Bis 2026 sollen mit dem Projekt Automated Train zwei Regionalzüge als Prototypen mit der entsprechenden Sensortechnik ausgestattet werden.
Große Pläne im Ausmaß von Rüdiger Grubes Ankündigungen "werden wir so schnell nicht erleben", glaubt ein Sprecher der GDL, "denn automatisiertes Fahren ist nur in abgekapselten Streckenabschnitten möglich", auf denen kaum Störungen zu erwarten seien.
An den Landungsbrücken raus
Auf denen gibt es sie auch in Deutschland schon, die autonom fahrenden Züge. Nur verkehren die nicht auf Fernverkehrsstrecken, sondern im städtischen Raum. Vorreiter ist die Nürnberger U-Bahn, die bereits seit 2008 computergesteuert fährt.
Im September 2022 folgte eine Bahn in Hamburg. Das Projekt Digitale S-Bahn Hamburg ist das Ergebnis einer 2018 gestarteten Kooperation zwischen der Hansestadt und Siemens.
Vier Wagen auf den Linien S2 und S21 wurden zusammen mit der Technik am Streckenabschnitt mit den ATO- und ETCS-Systemen nachgerüstet. Bis 2030 soll die Flotte auf 256 Züge ausgebaut werden. Leer ist das Führerhäuschen aber weiter nicht: Noch überwacht auch hier ein Mensch das automatisierte Bremsen und Beschleunigen.
"Je höher die Stufe der digitalen Zugbeeinflussung, desto mehr Aufgaben übernimmt der Zug selbst", sagte Reuther. "Wenn angesichts des Fachkräftemangels die Personaldecke bei Verkehrsunternehmen schon so dünn ist, dass diese den Fahrplan ausdünnen müssen, müssen neue Lösungen gefunden werden. Die Digitalisierung ist hier der Schlüssel."
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GPS und co sind einfach zu ungenau für eine genaue Ortung. Du willst schon wissen ob du...
Dir ist klar, auf welche Schiene in einer Kurve die Kräfte wirken? Was du dir vorstellst...
Äh doch. Digitalisierung ist nach dem Naziproblem unser größtes. Wahnsinn. Und im...
da stehts eigentlich drin
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