• IT-Karriere:
  • Services:

Bahnhof: Cocktail im Rechenzentrum

Hip, sicher, originell: ISP Bahnhof aus Schweden ist bekanntgeworden, weil es einen Wikileaks-Server in seinem Rechenzentrum in einem ehemaligen Atombunker untergebracht hat. Jetzt erobern die Hipster mit ihren Einrichtungen Stockholm - ober- und unterirdisch.

Artikel veröffentlicht am ,
Der schwedische ISP baut hippe Datenzentren, sogar mit Club-Atmosphäre, für seine Kunden.
Der schwedische ISP baut hippe Datenzentren, sogar mit Club-Atmosphäre, für seine Kunden. (Bild: Bahnhof)

Das schwedische ISP Bahnhof baut keine "Rechenzentren", sondern "Facilities": kugelsichere Container, Tiefgaragen, Bunker oder ein Rechenzentrum mit Bar. Auf der Suche nach neuen Örtlichkeiten durchkämmen Bahnhof-Mitarbeiter die Stadt Stockholm nach Brachflächen, egal ob über oder unter der Erde, um kleine oder große Einrichtungen unterzubringen, die ganz spezielle Kundenwünsche erfüllen. Dazu setzen dessen Ingenieure auch auf modulare Servercontainer, die auch schusssicher sein dürfen.

  • Der Bunker, der als Rechenzentrum für Bahnhof dient, musste ausgebaut werden. (Bild: Bahnhof)
  • Dafür wurde sogar das Gestein weggesprengt. (Bild: Bahnhof)
  • Die Schaltzentrale 30 Meter unter der Erde (Bild: Bahnhof)
  • Mitarbeiter in der Schaltzentrale im Bunker (Bild: Bahnhof)
  • Die Server in Pionen (Bild: Bahnhof)
  • Der Brandschutz für die Serverräume (Bild: Bahnhof)
  • Der Eingang zum Bunker in Pionen (Bild: Bahnhof)
  • Die Energieversorgung im Thule-Rechenzentrum (Bild: Bahnhof)
  • Der Serverraum im Thule-Rechenzentrum (Bild: Bahnhof)
  • Der Eingang des Thule-Rechenzentrums (Bild: Bahnhof)
  • Bahnhof bietet auch modulare Rechenzentren an, etwa unter einem Zelt. (Bild: Bahnhof)
Der Bunker, der als Rechenzentrum für Bahnhof dient, musste ausgebaut werden. (Bild: Bahnhof)
Stellenmarkt
  1. SySS GmbH, Tübingen, Frankfurt am Main, München, Wien (Österreich)
  2. Amprion GmbH, Dortmund

Stockholm habe jede Menge Flächen, die sich sonst nicht nutzen ließen, sagt Gustav Bergquist, Technikchef bei Bahnhof. Außer eben für Rechenzentren. So wie der ehemalige Atombunker in Pionen, der Bahnhof bekanntgemacht hat. Er wurde im Kalten Krieg zum Schutz der Stockholmer Bevölkerung gebaut, in den Weißen Bergen 30 Meter unter der Erde. Mehrere Meter festes Gestein haben die Schweden weggesprengt und dort ein Rechenzentrum errichtet, für besonders anspruchsvolle Kunden, die sehr auf ihre Privatsphäre und auf Sicherheit bedacht sind. Einer von ihnen war Wikileaks.

Aus der publikumswirksamen Aktion hat Bahnhof ein Verkaufskonzept gemacht. Die sogenannten "Facilities" werden teilweise direkt am jeweiligen Standort der Kunden hingestellt, etwa in der Tiefgarage einer Bank, und an den besonderen Ansprüchen der Kunden ausgerichtet, den ästhetischen und praktischen.

Entwurf vom Architekten

Für die Ästhetik diverser Bahnhof-Einrichtungen sorgt der Architekt Albert France-Lanord, der sowohl den Bunker in Pionen als auch eine neue Einrichtung mit dem Namen Thule entworfen hat. Im Thule-Zentrum gibt es für Kunden eine Bar und eine Bühne und Beleuchtung wie in einem Club. Alles, was hip ist, also.

Auch besondere Sicherheitsmaßnahmen trifft Bahnhof für Kunden, die dies wünschen, um sie nicht nur vor Angriffen von außen zu schützen, sondern auch im Netz voneinander abzuschotten - wie genau, möchte Bergquist allerdings nicht erläutern.

Bombensichere Container

Die jüngste Aktion von ISPs sind kugel- und bombensichere Container, in denen Serverracks untergebracht sind. Diese lässt Bahnhof in Kooperation mit dem Hersteller MDC bauen. Wie herkömmliche Container, die auf Schiffsreise geschickt werden, sehen sie nicht aus. Sie werden von Bahnhof konzipiert, designt und dann in Auftrag gegeben. Mit schwedischem Stahl, wie Bergquist betont. Jeder Container kann 35 Serverracks aufnehmen. 40 davon will Bahnhof demnächst in Kista aufstellen. Der Vorort Kista ist das IT-Zentrum Stockholms.

Die physische Bedrohung sei in Wahrheit sehr gering, gibt Bergquist zu. "Einige Kunden wollen sie aber", sei es aus Marketing- oder Sicherheitsgründen.

Abwärme für beheizte Wohnungen

Jede Einrichtung sei einmalig, sagt Bergquist, auch was die Anbindung an das Netz, die Stromversorgung oder auch die Kühlung betrifft. Das Thule-Zentrum mit seinen 240 Serverracks hat laut Bahnhof einen PUE-Wert von 1,2, nur 0,2 von einem Idealwert entfernt. Fast die gesamte Leistung von 1,5 Megawatt wird von den Servern aufgenommen. Freilich sagt das wenig über die eigentliche Energieeffizienz des Datenzentrums aus. Dennoch gibt sich Bahnhof als Vorreiter beim Energiesparen.

Die Abwärme des Rechenzentrums in Pionen mit seinen 130 Serverracks wird in das städtische Energienetz eingespeist und heizt etwa 1.000 Haushalte und Büros in der Umgebung. Dazu nutzt Bahnhof die erhitze Luft, um Wasser von 40 auf 70 Grad zu erwärmen und in den öffentlichen Heizungskreislauf einzuspeisen. Die Stadt bezahlt dafür. So werden Kosten gespart. In einem Rechenzentrum in St. Erik, einem Vorort von Stockholm, stehen 160 Serverracks, deren Abwärme bald 600 Haushalte beheizen sollen. Kunden erhalten Zugriff auf so viele Konfigurationsmöglichkeiten wie möglich, um ihnen auch einen Anreiz zum Stromsparen zu bieten.

Der modulare Aufbau der Rechenzentren und die Container sollen Bahnhof helfen, sich schnell an die ungewöhnlichen Orte anzupassen und seine Rechenzentren auch auszubauen. Bahnhof schweben noch viele extravagante Orte für seine "Facilities" vor: unter einem Zelt zum Beispiel oder sogar am Rande einer Autobahn - als Schallschutz.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. One Touch tragbare Festplatte 500 GB in verschiedenen Farben je 86,99€)
  2. 149,90€
  3. 649,00€ (Bestpreis!)
  4. 189,90€ (Bestpreis!)

tibrob 22. Sep 2013

Wollt's schon immer lesen, aber ... uff ...1200 Seiten ... hab mich noch nicht rangewagt...

hans.brunnen 22. Sep 2013

Uniformen sind ne feine Sache, immerhin muss man dann nicht seine Privatkleidung auf der...


Folgen Sie uns
       


Google Stadia - Test

Beim Test haben wir verschiedene Spiele auf Stadia von Google ausprobiert und uns mit der Einrichtung und dem Zugang beschäftigt.

Google Stadia - Test Video aufrufen
Mr. Robot rezensiert: Domo Arigato, Mr. Robot!
Mr. Robot rezensiert
Domo Arigato, Mr. Robot!

Wie im Achtziger-Klassiker Mr. Roboto von Styx hat auch Elliot in Mr. Robot Geheimnisse. Die Dramaserie um den Hacker ist nicht nur wegen Rami Malek grandios. Sie hat einen ganz eigenen beeindruckenden visuellen Stil und zeigt Hacking, wie es wirklich ist. Wir blicken nach dem Serienfinale zurück.
Eine Rezension von Oliver Nickel und Moritz Tremmel

  1. Openideo-Wettbewerb Die fünf besten Hacker-Symbolbilder sind ausgewählt
  2. Cyberangriffe Attribution ist wie ein Indizienprozess
  3. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken

Film: Wie sich Science-Fiction-Autoren das Jahr 2020 vorstellten
Film
Wie sich Science-Fiction-Autoren das Jahr 2020 vorstellten

Drachen löschen die Menschheit fast aus, Aliens löschen die Menschheit fast aus, Monster löschen die Menschheit fast aus: Das Jahr 2020 ist in Spielfilmen nicht gerade heiter.
Von Peter Osteried

  1. Alien Im Weltall hört dich keiner schreien
  2. Terminator: Dark Fate Die einzig wahre Fortsetzung eines Klassikers?
  3. Gemini Man Überflüssiges Klonexperiment

Open Power CPU: Open-Source-ISA als letzte Chance
Open Power CPU
Open-Source-ISA als letzte Chance

Die CPU-Architektur Power fristet derzeit ein Nischendasein, wird aber Open Source. Das könnte auch mit Blick auf RISC-V ein notwendiger Befreiungsschlag werden. Dafür muss aber einiges zusammenkommen und sehr viel passen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Open Source Monitoring-Lösung Sentry wechselt auf proprietäre Lizenz
  2. VPN Wireguard fliegt wegen Spendenaufruf aus Play Store
  3. Picolibc Neue C-Bibliothek für Embedded-Systeme vorgestellt

    •  /