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Bahn.de und DB Navigator: Hackerangriff trifft die Bahn

Russische Hacker sollen hinter einem massiven DDoS-Angriff auf die Deutsche Bahn stecken. Der DB Navigator und bahn.de waren lange nicht erreichbar.
/ Michael Linden
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Beim DB-Navigator ging nichts mehr. (Bild: Deutsche Bahn)
Beim DB-Navigator ging nichts mehr. Bild: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn hat am Mittwoch bestätigt, dass ein Hackerangriff die anhaltenden IT-Probleme mit ihrer Auskunfts- und Buchungsplattform verursacht hat, wie unter anderem der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Betroffen waren die Website bahn.de sowie die App DB Navigator. Nach Angaben der Bahn stehen die Systeme inzwischen wieder zur Verfügung.

Der Konzern habe Abwehrmaßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen für Kunden so gering wie möglich zu halten. Kritische Bahnsysteme sollen nicht betroffen gewesen sein.

Nach Spiegel-Informationen werden russische Hacker hinter dem Angriff vermutet. Die Attacke soll laut einem Insider "besonders massiv und in mehreren Wellen" erfolgt sein.

DDoS-Angriffe auf dem Vormarsch

Bei einem DDoS-Angriff – kurz für Distributed Denial of Service – werden Server durch massenhaft koordinierte Anfragen gezielt überlastet, bis sie den Betrieb einstellen. Die Methode ist nicht neu, nahm aber zuletzt erheblich an Intensität zu.

Auch bei der Deutschen Bahn kommt es nach eigenen Angaben regelmäßig zu Angriffen auf die IT-Infrastruktur. Die jüngste Serie ragt in ihrem Ausmaß jedoch heraus. Ob und wie die Bahn ihre Schutzmaßnahmen ausbauen will, blieb zunächst offen.

Die Chefin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik hält den aktuellen Cyberangriff auf die Bahn für eine ungewöhnlich groß angelegte Attacke. Dem WDR sagte Claudia Plattner, es handele sich um Milliarden Anfragen pro Minute. Diese Art eines DDOS-Angriffs sei ganz klar "die größere Kante, keine alltägliche Dimension."

Hybride Kriegsführung als Hintergrund

Seit Jahren nutzen politisch motivierte Hacktivistengruppen DDoS-Angriffe als Instrument hybrider Kriegsführung. Insbesondere russischsprachige Gruppen wie Noname oder Killnet koordinieren solche Aktionen über Telegram und nehmen dabei gezielt Institutionen in Ländern ins Visier, die die Ukraine unterstützen. Deutschland steht dabei regelmäßig im Fokus.


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