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Bahn.bet: Wetten auf Zugverspätungen

Ein Wiener Künstler verwandelt die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn in ein interaktives Wetterlebnis.
/ Andreas Donath
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Ein ICE im Bahnhof (Bild: Pexels)
Ein ICE im Bahnhof Bild: Pexels

Der Wiener Künstler Caio van Caarven hat aus den Verspätungen der Deutschen Bahn ein Spiel gemacht: Auf Bahn.bet(öffnet im neuen Fenster) können registrierte Nutzer auf die genauen Verspätungsminuten von Zügen wetten, wie der Bayerische Rundfunk berichtete. Die Daten stammen aus einem Feed und sind real, nur das Geld ist fiktiv.

Ein ICE von Karlsruhe nach München startete beispielsweise um 13:05 Uhr mit geplanter Ankunft um 15:49 Uhr. Um 16:30 Uhr hatte der Zug bereits 71 Minuten Verspätung. 85 Wetten wurden auf die finale Verspätung platziert. Ein Algorithmus verteilt Gewinne gestaffelt: Wer nah an der tatsächlichen Minutenzahl liegt, gewinnt anteilig mehr.

Mehr als Satire

Van Caarven entwickelte die Idee aus persönlicher Frustration. Stundenlange unfreiwillige Aufenthalte in Würzburg und Regensburg inspirierten ihn zunächst zu Instagram-Content, animierten Videos und T-Shirts. Das Portal sollte aber kein Einmal-Gag werden: "Ich wollte ein richtiges Spiel bauen" , sagte er BR24(öffnet im neuen Fenster) .

Zwei Monate arbeitete van Caarven Vollzeit an dem Projekt, zuletzt 60 bis 80 Stunden pro Woche. Obwohl künstliche Intelligenz und Vibe Coding halfen, blieb es "eine Unmenge an Arbeit" . Seine IT-Erfahrung aus früheren Start-ups sei aber hilfreich gewesen.

Investoren melden Interesse

Ob das Portal Kunst bleibt oder kommerziell wird, ist offen. Investoren signalisierten bereits Interesse. Van Caarven sieht besonders im Verteilungsalgorithmus Potenzial: Dieser sei nach seiner Recherche "komplett neu" . Statt eines Winner-takes-all-Systems werden Gewinne nach Genauigkeit der Vorhersage verteilt.

Die Deutsche Bahn selbst äußerte sich bisher nicht zu dem Portal. "Ich weiß nicht, wie pünktlich der Humor bei der Deutschen Bahn eigentlich ankommt" , kommentierte van Caarven. Eine Anfrage von BR24 blieb unbeantwortet.


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