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Bafög-Portal: Drei Wochen Zwangspause wegen neuer Plattform

Das Portal für Bafög-Anträge wird mehrere Wochen auf eine neue Plattform migriert. Studenten sollen auf E-Mail , Post oder Fax ausweichen.
/ Friedhelm Greis
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Wegen Wartungsarbeiten ist das Bafög-Portal seit Wochen nicht erreichbar. (Bild: Pixabay)
Wegen Wartungsarbeiten ist das Bafög-Portal seit Wochen nicht erreichbar. Bild: Pixabay

Das zentrale Portal für Bafög-Anträge ist seit mehreren Wochen nicht verfügbar. Die Webseite werde vom 7. Januar bis 26. Januar 2026 aktualisiert, heißt es auf Bafoeg-digital.de(öffnet im neuen Fenster) zur Begründung. Nach den "Wartungsarbeiten" soll die Plattform "einfacher und zuverlässiger" genutzt werden können. Obwohl der Stichtag bereits erreicht ist, ist das Portal weiter nicht verfügbar.

Einem Bericht des Spiegel ( Paywall(öffnet im neuen Fenster) ) zufolge kritisiert das Deutschen Studierendenwerk das Vorgehen des zuständigen Bundesforschungsministeriums. Das sei insbesondere für junge Menschen nicht tragbar, sagte dessen Vorsitzender,Matthias Anbuhl. Er beklagt zudem eine unzureichende Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Behörden. Viele Bafög-Ämter hätten gar nicht mitbekommen, dass das Portal offline gehe, sagt er dem Spiegel.

Kritik vom Koalitionspartner

Das Bundesforschungsministerium unter Ministerin Dorothee Bär (CSU) verwies dem Bericht zufolge darauf, dass die bisherige Plattform durch eine gänzlich neue ersetzt werde. Dazu müssten mehr als 1,1 Millionen Nutzerdaten migriert werden. Zudem lasse sich die neue Website künftig auch mit dem Smartphone nutzen. Kritik an der Zwangspause kam indes auch vom Koalitionspartner SPD. "Drei Wochen für die Übertragung von Nutzerdaten auf eine neue Oberfläche sind deutlich zu lang bemessen" , sagt Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD, dem Spiegel. Das Beispiel mache deutlich, dass man "konsequenten Bürokratieabbau" und "eine durchgehende Digitalisierung der Verwaltung" stärker vorantreiben müsse.

Dazu ist es nach Einschätzung des Studierendenwerks erforderlich, die Prozesse in den Bafög-Ämtern selbst zu digitalisieren. So würden in rund der Hälfte der Bafög-Ämter die Anträge noch ausgedruckt und abgeheftet. "Wir sind mitunter noch in der digitalen Steinzeit" , sagte Anbuhl. Rund 90 Prozent der Bafög-Anträge seien unvollständig, weil das Verfahren so komplex sei. "Das Bafög-Amt muss dann Unterlagen nachfordern, und weil das Verfahren nicht digitalisiert ist, muss das per Post gemacht werden" , sagte der Studierendenwerks-Vorsitzende.


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