Baden-Württemberg: Mehr unbesetzte Lehrerstellen durch IT-Panne als gedacht

Die IT-Panne um unbesetzte Lehrerstellen in Baden-Württemberg hatte deutlich größere Ausmaße als bislang bekannt. Demnach waren wegen des Fehlers im Jahr 2015 rund 2.500 Lehrerstellen nicht besetzt, obwohl man geglaubt hatte, sie seien besetzt, teilte ein Sprecher des Finanzministeriums auf Nachfrage mit. Danach habe sich der Fehlerkorridor bis 2023 zwischen 2.200 und 1.800 Stellen bewegt.
Das geht aus den Ergebnissen einer Arbeitsgruppe hervor, die den Skandal im Auftrag von Finanz- und Kultusministerium untersuchte. Zuvor hatte die Schwäbische Zeitung darüber berichtet. Die Landesregierung teilte im Juni 2025 ursprünglich mit , dass wegen einer schweren IT-Panne 1.440 Lehrerstellen im Südwesten versehentlich nicht besetzt worden seien.
Als Grund vermutete man einen Softwarefehler. In einem Personalverwaltungsprogramm waren die Stellen offenbar als belegt ausgewiesen, obwohl sie eigentlich frei waren. Die Arbeitsgruppe kam dem Sprecher zufolge ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die fälschlicherweise als besetzt gekennzeichneten Lehrerstellen seit Jahren im System gewesen seien.
Schuld: IT-Umstellung vor 20 Jahren
Eine wesentliche Ursache dafür liege vermutlich in einer IT-Umstellung in den Jahren 2005 und 2006. Auswertbare Daten lagen der Arbeitsgruppe allerdings nur ab 2015 vor, weil elektronische Daten nur zehn Jahre aufbewahrt werden müssen.
Inzwischen seien die Fehler korrigiert und die Personalprogramme liefen fehlerfrei, hieß es. Zudem sei die Arbeitsgruppe zum Ergebnis gekommen, dass keine Gehälter an nicht existierende Personen gezahlt worden seien.
Die im Juni bekannt gewordenen 1.440 unbesetzten Stellen schrieb das Kultusministerium zum Beginn des neuen Schuljahres aus. Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte als Reaktion auf den Skandal massive Investitionen ins Bildungssystem. Der bildungspolitische Sprecher der SPD im Landtag, Stefan Fulst-Blei, monierte vor allem, dass die Jahre 2005 bis 2015 bisher überhaupt nicht untersucht worden seien.



