Baden-Württemberg: Bundesland kann wegen Kabelnetz kein Glas ausbauen
Das Bundesland Baden-Württemberg liegt beim Glasfaserausbau sehr weit zurück, weil das Koaxialkabel dort sehr gut ausgebaut ist. Das sagte der Sprecher der VKU-Landesgruppe Baden-Württemberg (Verband kommunaler Unternehmen) Golem.de auf Anfrage: "Aktuell ergibt es weder für ein Stadtwerk noch andere Anbieter Sinn, diese Infrastruktur zeitnah zu überbauen, weil die Nachfrage beziehungsweise der Bedarf für den 'Massekunden' in den nächsten Jahren einfach nicht gegeben ist."
Laut der Breko-Marktanalyse verfügte Baden-Württemberg zum 30. Juni 2022 über eine Glasfaserquote von lediglich 17 Prozent. Im Bundesvergleich hat nur Berlin mit 10 Prozent eine noch schlechtere Glasfaserversorgung.
Nur da, wo das Kabelnetz kein Docsis 3.1 kann
Die Koax-Infrastruktur von Vodafone Deutschland in dem Bundesland "darf auch nicht gefördert überbaut werden. Glasfaser baut man in Baden-Württemberg daher überwiegend nur da aus, wo es nur eine einfache Kupferinfrastruktur gibt. Die Koax-Infrastruktur wird eher längerfristig überbaut werden" , sagte der Sprecher.
Vodafone Deutschland hat sein Koaxialnetz in Baden-Württemberg, im Netzbereich der früheren Unitymedia, mit Docsis 3.1 ausgebaut und kann darum eine theoretische Datenrate von 1 GBit/s im Download liefern. Im Januar 2022 wurde der Ausbau vollendet.
Die Deutsche Telekom sieht sich nicht dafür verantwortlich, dass Baden-Württemberg beim Glasfaserausbau noch sehr weit zurückliegt. "An mangelndem Einsatz seitens der Telekom liegt es nicht. Wir halten in der Gigabit Region Stuttgart an unseren Ausbauzielen fest" , sagte Sprecherin Lena Raschke in der vergangenen Woche Golem.de auf Anfrage. In Kürze werde die Telekom den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus in dem Bundesland veröffentlichen.
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