Backup-Panne in Japan: Datenträger mit Millionen von Kundendaten verschusselt
Auch Backup-Datenträger wollen gut behütet sein. Einem großen japanischen Energieversorger namens Kyushu Electric Power ist das aber offenbar zuletzt nicht ganz so gut gelungen. Wie Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf japanische Quellen berichtet, hat das Unternehmen einen Datenträger verloren, auf dem ein Backup mit Daten von fast elf Millionen Kunden abgelegt war.
Kyushu Electric Power verfügt über mehr als 13.000 Mitarbeiter und versorgt Menschen aus der Region Kyūshū im Süden Japans mit Energie. In der Region leben rund 13 Millionen Einwohner, von denen angesichts des Umfangs der verloren gegangenen Daten offenkundig mehr als 80 Prozent Kunden von Kyushu Electric Power sind.
Backup-Schrank geplündert
Japanischen Medienberichten(öffnet im neuen Fenster) zufolge sichert der Energieversorger seine Daten einmal im Monat auf einem externen Datenträger, genauer gesagt auf einer SSD, und legt diese in einem Schrank im Serverraum ab. Gleiches passierte auch am 27. April. Der Schrank soll normalerweise durch mehrere physische Zugangskontrollen und Kameras gesichert sein.
Als das IT-Personal jedoch am 26. Mai auf den Datenträger zugreifen wollte, war dieser plötzlich verschwunden und der Schrank unverschlossen. Gespeichert waren darauf wohl Namen, Postadressen, Stromverbrauchsdaten und Rufnummern von 10,9 Millionen Verbrauchern sowie Namen lokaler Stromanbieter und weitere von Kyushu Electric Power verwaltete Daten.
Ermittlungen führen ins Leere
Die zuständigen japanischen Behörden wurden den Angaben zufolge bereits über den Vorfall informiert. Auch betroffene Kunden sollen in Kürze benachrichtigt werden. Wie genau der Datenträger abhandengekommen ist und wer ihn in Besitz genommen hat, bleibt jedoch ein Rätsel.
Insgesamt sollen innerhalb des Zeitfensters, in dem die SSD abhandengekommen ist, 57 Personen den Serverraum betreten haben. Trotz umfangreicher Ermittlungen, Mitarbeiterbefragungen und Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras konnte das Speichermedium bisher aber nicht aufgefunden werden.
Das japanische Wirtschaftsministerium gibt sich mit dem Status quo derweil nicht zufrieden. Dieses hat Kyushu Electric Power den Angaben zufolge eine Frist bis zum 8. Juli gesetzt, um den Vorfall vollständig aufzuklären und konkrete Maßnahmen vorzustellen, mit welchen das Unternehmen zu verhindern gedenkt, dass sich eine solche Panne wiederholen kann.
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