Backhaul: Telefónica will endlich Mobilfunknetz mit Glas anbinden

Die Anbindung des Mobilfunknetzes von O2/Telefónica mit Glasfaser kommt seit vielen Jahren kaum voran. Ein wichtiger Branchenverband soll nun helfen.

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Buglas-Chef Wolfgang Heer
Buglas-Chef Wolfgang Heer (Bild: Buglas/Screenshot Golem.de)

Telefónica und der Branchenverband Glasfaseranschluss Buglas haben einen Rahmenvertrag für die Anbindung der Mobilfunkstationen des Netzbetreibers mit Glasfaser abgeschlossen. Das gab der Buglas am 9. Juni 2022 bekannt. Verbandschef Wolfgang Heer sagte: "Um die Vielzahl an lokalen, kommunalen und regionalen Netzbetreibern mit den nationalen Anbietern wie O2/Telefónica zusammenzubringen, braucht der TK-Markt standardisierte Angebote und Rahmenverträge."

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Man freue sich sehr darüber, einen 5G-Rahmenvertrag abgeschlossen zu haben und lade alle anderen nationalen Netzbetreiber dazu ein, sich mit dem Buglas "über weitere Rahmenverträge und Standardisierungen auszutauschen".

Die führenden Mitgliedsunternehmen im Buglas sind DB Broadband, die großen regionalen Netzbetreiber M-Net aus München, Wilhelm.tel, Willy.tel (beide Region Hamburg) und Netcologne (Metropolregion Rheinland). Aber auch der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands, Tele Columbus, ist Mitglied. Viele kommunale Netzbetreiber und Zweckverbände gehören ebenfalls zum Buglas.

Eine derartige Kooperation bedürfe Absprachen bezüglich Technik, Zusammenschaltung, Wartung und Service-Level-Prozessen. Um dies zu vereinfachen, haben Buglas und O2/Telefónica einen Rahmenvertrag vorverhandelt.

Angeblich zunehmend mit schnellen Glasfaserleitungen angebunden

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Mallik Rao, Chief Technology & Information Officer, O2/Telefónica sagte: "Wir binden unsere rund 28.000 Mobilfunkstandorte zunehmend mit schnellen Glasfaserleitungen an." Tatsächlich ist das Mobilfunknetz der Telefónica weitaus schlechter mit Glasfaser angebunden als das Netz der Deutschen Telekom und das von Vodafone. Im Dezember 2021 waren nur rund ein Viertel der Mobilfunkstandorte mit Glasfaser angeschlossen. Im November 2019 hingen 80 Prozent der Mobilfunkstationen der Telefónica noch am Richtfunk, hatte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers unwidersprochen gesagt.

Das Punkt-zu-Punkt (P2P) Funksignalübertragungssystem Richtfunk gilt im Backhaul trotz aller Leistungssteigerung als anfälliger als Glasfaser. Voraussetzung für Richtfunkverbindungen ist immer eine direkte Sichtverbindung zwischen beiden Endstellen. Atmosphärische Störungen wirken damit einschränkend. Glasfaseranbindungen sind im Mobilfunkbereich für die schnelle und zuverlässige Signalübertragung zwischen den Mobilfunkstandorten und dem Kernnetz laut Experten darum unverzichtbar. Mit bis zu 100 GBit/s ist die Glasfaseranbindung deutlich schneller und leistungsfähiger als herkömmliche Richtfunkverbindungen, die bei rund 10 GBit/s perspektivisch an ihre Grenzen stoßen. Bei einer Reichweite von rund 120 Kilometern ist Richtfunk erheblich günstiger der Ausbau oder die Anmietung von Glasfaser. Für die Anbindung eines Standorts mit dem nächsten Netzknoten können auch mehrere Strecken genutzt werden.

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