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Backhaul: Satellit soll trotz hoher Latenzzeiten für 5G nutzbar sein

Durch seine Broadcast-Fähigkeit soll der Satellit bei 5G das Kernnetz gezielt entlasten.
/ Achim Sawall
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Vernetzte Erde (Bild: DLR)
Vernetzte Erde Bild: DLR

Trotz seiner hohen Latenzzeit sollte die Branche den Satelliten als Backhaul für 5G-Mobilfunk nicht abschreiben. Das sagte Marc Hofmann, 5G-Experte in der Abteilung Satellitenkommunikation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Golem.de auf Anfrage. Die geplante niedrige Latenz im Bereich von einer Millisekunde sei "eines der Aushängeschilder von 5G im öffentlichen Diskurs" . Diese Latenz könne eine Satellitenverbindung nicht gewährleisten, genau wie die gesamte aktuelle Netzinfrastruktur dies nicht könne.

"Doch so wie man die aktuelle Infrastruktur nicht einstampfen und neu aufbauen wird, sollte man auch den Satelliten nicht unreflektiert beiseitelegen" , betonte Hofmann.

Auch im Hinblick auf die angestrebte eine Millisekunde werde der Satellit nicht außen vor bleiben, kündigte Hofmann an. Durch seine Broadcast-Fähigkeit könne der Satellit das Kernnetz gezielt entlasten. Daten, die identisch an viele Edge Clouds ausgespielt werden müssten, könnten schnell und kapazitätsschonend übertragen werden. So seien die begrenzten, latenzarmen Kapazitäten dann verfügbar, wenn sie gebraucht würden, um die zeitkritischen Daten zu übertragen.

5G: 1 ms niemals für Outdoor geplant

Geostationäre Satelliten werden laut Hofmann in Gebieten mit anspruchsvoller Geografie bereits seit langem für den Backhaul des Mobilfunks genutzt, in den schottischen Highlands, auf den Japanischen Inseln oder in der Steppe Afrikas. "Die in diesen Verbindungen anfallende Latenz ist, den Aussagen der Ausrüster und Netzbetreiber folgend, für die Kunden kaum wahrnehmbar. Sie entspricht dem, was im 2G-Netz üblich war" , sagte Hofmann.

Doch eine Millisekunde Latenz war ohnehin nie für alle 5G-Netze geplant. Wie Michael Lemke, Senior Technology Principal bei dem Ausrüster Huawei, bereits im August 2019 sagte , war sie "nur für industrielle Anwendungen der Maschinensteuerung und Robotersteuerung gedacht, niemals für Outdoor oder als Anwendung im freien Feld" .


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