Backhaul: Mobilfunknetz von Telefónica weiter meist ohne Glasfaser

Seit Jahren gibt es kaum Verbesserungen beim Mobile Backhaul der Telefónica. Doch der Betreiber verweist auf Verträge zu Partnerschaften.

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Telefónica: Die meisten Antennenstandorte haben Richtfunk als Backhaul.
Telefónica: Die meisten Antennenstandorte haben Richtfunk als Backhaul. (Bild: Telefónica Deutschland)

Die Mobilfunkstandorte von Telefónica sind erst zu rund einem Viertel mit Glasfaser als Mobile Backhaul angeschlossen. Das bestätigte Unternehmenssprecher Florian Streicher Golem.de auf Anfrage. "Wir schließen unsere Mobilfunkstandorte zunehmend an schnelle Glasfaserleitungen an", sagte Streicher. "Aktuell sind rund ein Viertel aller unserer Mobilfunkstandorte mit Glasfaser angeschlossen. Für drei Viertel aller Standorte ist die Glasfaseranbindung bereits durch umfangreiche Kooperationen gesichert."

Kooperationen zum Backhaul wurden von Telefónica seit Jahren immer wieder bekanntgegeben, ohne das tatsächlich in diese investiert wurde.

Insgesamt verfügt der Netzbetreiber in Deutschland derzeit über rund 28.000 Standorte. Am Vortag hatte Telefónica bekanntgeben, mit einer SDN-Schnittstelle seine verschiedenen Richtfunksysteme im Mobilfunknetz einheitlich steuern zu können. Telefónica hat rund 30.000 Richtfunkverbindungen im Netz, die mit Kapazitäten von bis zu 10 GBit/s für den Transport von Daten zwischen den Mobilfunkstandorten und dem nächsten Netzknoten zuständig sind. Für die Anbindung eines Standorts mit dem nächsten Netzknoten werden auch mehrere Strecken genutzt.

"Um Mobilfunkstandorte mit 5G auszurüsten, müssen diese an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Nur über diese Infrastruktur kann der Datendurchsatz für ein stabiles und leistungsfähiges 5G-Netz bereitgestellt werden", sagte die Sprecherin des Bundesverbandes Breitbandkommunikation e.V. (Breko) Annika Sasse-Röth.

Das bestätige auch die steigende Nachfrage seitens der Mobilfunk-Unternehmen: Die Zahl durch Mitgliedsunternehmen des Breko per Glasfaser angebundenen Sendemasten habe sich im vergangenen Jahr mit 3.251 Masten mehr als verdoppelt.

Bei Telefónica zeigen die Angaben, dass sich in punkto Anbindung seit zwei Jahren sehr wenig getan hat. "80 Prozent der Mobilfunkstationen der Telefónica hängen noch am Richtfunk", hatte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers im November 2019 gesagt, ohne dass Telefónica dem widersprochen hätte. Breko-Präsident Norbert Westfal erklärte, Richtfunk sei wie Kupfer im Festnetz. "Die Glasfaser kostet aber auch einen Euro mehr." Doch die Stabilität einer Glasfaseranbindung sei um ein Vielfaches höher. Richtfunk sei trotz aller Leistungssteigerung immer anfälliger. "Wer ein hochwertiges Mobilfunknetz will, braucht mehr Glas."

Witterungsbedingter Einflüsse und Richtfunk

Auch der Geschäftsführer des Bundesverbandes Glasfaseranschluss (Buglas) Wolfgang Heer erklärte: "Grundsätzlich ist eine Anbindung von Mobilfunkantennen über Glasfaser die beste denkbare Lösung. Damit lässt sich Datenverkehr auch in höchsten Volumina abtransportieren und sich so der unverzichtbare Backhaul organisieren. Natürlich ist auch die Anbindung über Richtfunk denkbar, dabei gilt es dann aber wichtige Aspekte der Funktechnologie zu berücksichtigen, wie beispielsweise das Erfordernis einer Line of Sight oder witterungsbedingter Einflüsse, wie beispielsweise Feuchtigkeit."

Bei der Glasfaseranbindung von Mobilfunkantennen könnten gerade lokal oder regional tätige FTTB/H-Anbieter "wirkungsvoll zuarbeiten". Man freue sich daher sehr, seit vergangener Woche einen entsprechenden Rahmenvertrag für die Branchenunternehmen mit 1&1 Versatel anbieten zu können.

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