Backbone: Bundesnetzagentur ordnet erstmals Open Access an
Die Bundesnetzagentur hat erstmals Open Access zu einem öffentlich geförderten Glasfasernetz angeordnet. Das gab die Regulierungsbehörde am 25. November bekannt(öffnet im neuen Fenster) . "Mit dieser Entscheidung stärken wir das Recht auf einen diskriminierungsfreien offenen Netzzugang. Eine öffentliche Förderung von Telekommunikationsinfrastrukturen dient auch dem Wettbewerb und kommt letztlich Verbrauchern zugute" , sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.
Das Verfahren betrifft einen Streit um offenen Netzzugang zu einem von der Netcom Kassel betriebenen Netz. Zu einer Dark Fiber des Betreibers wollte die Göttinger Firma Goetel Zugang haben. Beteiligt ist zudem Breitband Nordhessen als Eigentümer des mit Fördermitteln errichteten Netzes, das sie an den Betreiber Netcom verpachtet hat.
Die Gewährung staatlicher Fördermittel zum Breitbandausbau ist seit Jahren an die Verpflichtung verbunden, Konkurrenten Zugang zu errichteten Infrastruktur zu geben. Die Bundesnetzagentur betont, dass der Zugang der Unternehmen auch für Dark Fiber im Backbone gelte. Sollte bis zum 16. Januar 2023 kein Angebot unterbreitet werden, droht ein Zwangsgeld in Höhe von 20.000 Euro.
Backbone-Nutzung war schon lange angekündigt
Die Goetel Gruppe wurde 1987 gegründet und ist ein Netzbetreiber mit Standorten in Göttingen, Kassel und Reiskirchen. Im Jahr 2012 startete das Unternehmen mit der Errichtung des ersten eigenen Glasfasernetzes in Göttingen. Goetel gehört seit November 2017 dem Hamburger Investor Adiuva Capital. An dem kommunalen Unternehmen Netcom Kassel halten die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs (KVV) und der Energieversorger EAM jeweils 50 Prozent.
Das bereits vorhandene Netz der Netcom Kassel werde von Goetel als Backbone genutzt, um unterversorgten Gebiete Nordhessens auszubauen, erklärte der Betreiber im November 2021. Goetel kündigte damals an, in den Landkreisen Kassel, Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner-Kreis innerhalb der nächsten drei Jahre flächendeckend Glasfaser bis in die Häuser auszubauen.
Breko-Geschäftsführer Stephan Albers sagte Golem.de auf Anfrage: "Die Breko-Unternehmen stehen für Open-Access. Beim eigenwirtschaftlichen Ausbau beobachten wir diesbezüglich eine sehr dynamische Entwicklung im Markt. Ein Eingreifen des Regulierers ist bei dieser Marktdynamik entbehrlich und kontraproduktiv, weil investitionshemmend. Beim geförderten Ausbau hingegen gibt es klare Vorgaben der EU, dass Netze für Wettbewerber zu öffnen sind." Wenn es dabei in Einzelfällen zu Konflikten komme, sei es Aufgabe der Behörde, diese zu lösen.
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