Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Back-up fehlt: Feuer zerstört ungesicherte Cloud der koreanischen Regierung

750.000 Beamte haben ihre Dateien in dem zerstörten Cloud -System abgelegt. Das war aber nicht an ein Back-up angeschlossen – ein fataler Fehler.
/ Oliver Nickel
100 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ein Feuer kann viele Daten zerstören. Deshalb sollten Unternehmen immer externe Back-ups nutzen. (Bild: Pixabay.com)
Ein Feuer kann viele Daten zerstören. Deshalb sollten Unternehmen immer externe Back-ups nutzen. Bild: Pixabay.com / Pixabay-Inhaltslizenz

Cloudsysteme gelten oft als sicher, da sie Daten an mehreren Standorten gleichzeitig abspeichern. Nicht so G-Drive, eine von der südkoreanischen Regierung aufgebaute Cloud. Ein Feuer im Hauptquartier des koreanischen National Information Resources Service (Nirs) zerstörte das Rechenzentrum, auf dem G-Drive gehostet wurde. Dies berichtet die koreanische Tageszeitung Korea Joongang Daily(öffnet im neuen Fenster) .

Das Problem: Ein Back-up der Daten wurde außerhalb dieses Standorts nie angefertigt. Die Daten von 750.000 Beamten wurde dadurch unwiderrufbar zerstört. "Das Feuer brach im fünften Stock im Server-Raum aus und beschädigte 96 Informationssysteme, die als kritisch für Regierungsoperationen galten" , schreibt die Tageszeitung.

Im Jahr 2018 stellten viele Behörden in Südkorea auf das zentrale Cloudsystem namens G-Drive um. Dort sollten alle Dokumente, Dateien und Daten gespeichert werden. Jeder Person wurden dabei maximal 30 GByte Cloud-Speicher zugewiesen. Die Anweisung: Möglichst alle Daten auf den Servern abzulegen. Allerdings installierte die südkoreanische Regierung kein externes Back-up-System, da die Cloud hohe Kapazitäten und zu langsame Transferraten aufwies.

Lokale Dateien werden gesammelt

Dies wurde vielen Instituten nun zum Verhängnis. Das Ministerium für Personal gab an, dass Beamte mit Arbeitsunterbrechungen rechnen müssten. Dort wurden fast alle Daten in der G-Driver-Cloud abgelegt. Aktuell werde versucht, zumindest einen Bestand aus lokal abgelegten E-Mails, Dokumenten und Dateien zu retten und darauf aufbauend die Arbeit wieder aufzunehmen.

Das Innenministerium hat etwas mehr Glück. Einige offizielle Dokumente wurden nicht nur in G-Drive, sondern auch auf einem anderen System namens Onnara gespeichert. Viele Daten können von dort aus wiederhergestellt werden.


Relevante Themen