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SaaS in Zeiten von Vibe-Coding: Wie man überlebt

Um in diesen Zeiten mit SaaS zu überleben, braucht es folgende Strategien:

1. Ein "System of Record" werden

Wenn die gesamten Arbeitsabläufe eines Unternehmen auf der eigenen Plattform betrieben werden, man also ein SaaS-Anbieter für eine bestimmte Branche ist, ist man bereits in das bestehende Team integriert. Die Mitarbeiter kennen deine Benutzeroberfläche und verlassen sich im Alltag darauf.

Niemand sucht einen SaaS-Arbeiter, nur um zum Beispiel eine Datenvisualisierung zu erstellen. Man programmiert sie einfach selbst, mithilfe vieler beliebter Vibe-Coding-Tools. Mein Team hat das auch getan und es ist wesentlich flexibler als das, was wir von der Stange bekommen würden.

Ein "System of Record" (SoR) zu sein, bedeutet, dass man so tief eingebettet ist, dass man nur gewinnen kann. Ich gehe davon aus, dass immer mehr SaaS-Anbieter dazu übergehen werden, nicht die Anwendungsschicht, sondern ihr robustes SoR als primäres Verkaufsargument zu sehen.

2. Sicherheit, Authentifizierung und Robustheit

Genau hier scheitern Vibe-codierte Apps oft unbemerkt – und genau hier verdienen etablierte SaaS-Plattformen ihr Geld.

Wenn ein nicht-technisches Team ein internes Tool vibecoded, denkt es nicht an Umgebungsschlüssel, XSS-Schwachstellen oder API-Schlüssel, die fest in clientseitigem Javascript hinterlegt sind. Es implementiert keine Ratenbegrenzung, keine Audit-Protokolle und kein ordnungsgemäßes Sitzungsmanagement. Es denkt nicht an SOC-2-Compliance, DSGVO-Anforderungen zur Datenlokalisierung oder HIPAA-Prüfpfade.

Ich habe das schon erlebt: Ein Finanzteam entwickelte ein "schnelles" Tool zur Spesenabrechnung, das unverschlüsselte Berichte in einem öffentlichen S3-Bucket speicherte. Ein Sales-Ops-Team entwickelte einen Provisionsrechner, auf den jeder mit der URL zugreifen konnte – ohne Authentifizierung. Das sind keine Ausnahmefälle. Sie sind die Regel, wenn Software entwickelt wird, ohne dass Sicherheit eine elementare Rolle spielt.

Enterprise-SaaS-Plattformen haben Jahre damit verbracht (und Millionen investiert), um diese Probleme zu lösen: rollenbasierte Zugriffskontrolle, Verschlüsselung im Ruhezustand und während der Übertragung, Penetrationstests, Compliance-Zertifizierungen, Verfahren zur Incident Response. Die eigenen Kunden wertschätzen das nicht unbedingt bewusst, aber spätestens dann, wenn etwas schiefgeht.

Sicherheit sollte unsichtbar sein, aber sie muss funktionieren. Dieser Mehrwert muss proaktiv kommuniziert werden. Kunden muss klargemacht werden, dass das "einfache" Tool, das sie selbst programmieren könnten, auch erfordert, dass sie sich selbst um Authentifizierung, Berechtigungen, Back-ups, Verfügbarkeit und Compliance kümmern.

3. Sich dem Kunden anpassen, nicht umgekehrt

Früher konnte man von Kunden verlangen, ihre Arbeitsweise umzustellen – diese Zeiten sind vorbei. Die Kunden möchten extrem anpassungsfähige SaaS-Anbieter. Anpassung ist das Geheimnis, wie man Kunden dazu bringt, die Nutzung zu erhöhen.

Denn das klassische SaaS-Problem ist: Zu Jahresbeginn wird die Software verkauft, aber am Ende nutzt sie niemand, weil sie zu unflexibel ist und zu viel Schulungsaufwand erfordert. Wird ein SaaS-Angebot nicht genug eingesetzt, fällt das auf. Und das führt zu Abwanderung.

Bei einem meiner Kunden ist das genau so passiert. Er hatte eine komplexe SaaS-Lösung für Wartungsarbeiten im Einsatz. Allerdings nutzten die Techniker sie nicht – eben weil sie zu komplex war. Ich löste das mit einer White-Label-Version der Vibe-Coding-Plattform mit integrierter Verteilung und sicheren Deployments.

Der Kunde war von dieser Lösung begeistert. Das Costumer Sucess Team programmierte schnell eine angepasste mobile Web-App für die Techniker und stellte sie innerhalb weniger Tage bereit. Die IC-Techniker sehen jetzt nur noch die Teile der SaaS-Lösung, die sie brauchen, zum Beispiel Wartungsaufträge.

Auch die Führungskräfte bekommen, was sie wollen: Sie erstellen mit Vibe Coding individuelle Berichte genau nach ihren Vorstellungen, statt sich durch komplizierte BI-Konfigurationen kämpfen zu müssen. Sie können tun, was sie wollen, und sich dabei auch noch wie digitale Meister fühlen.

Die Nutzungsrate bei diesen Kunden ist von unter 35 auf über 70 Prozent gestiegen. Sie arbeiten nun eng mit mir zusammen, um per Vibe-Coding neue Mikro-Apps zu entwickeln, die genau auf ihre Kunden-Workflows zugeschnitten sind. Und das Beste daran: All das läuft auf ihrem bestehenden SaaS, das als System of Record fungiert, Sicherheit und Authentifizierung gewährleistet und durch seine Rolle als Daten- und UI-Schutzwall die Kundenbindung stärkt.

Genau das baue ich auf: eine Möglichkeit für SaaS-Unternehmen, ihren Endnutzern zu ermöglichen, auf ihrer Plattform zu programmieren (mehr dazu weiter unten). Laut meinen Kunden ist dies 2026 die beste Maßnahme zur Bindung, Beteiligung und Expansion. Denn wenn die Kunden auf deiner eigenen Plattform arbeiten, evaluieren sie nicht deine Mitbewerber.


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